Tarnkappenjet Su-57: Erste Bilder des lange vermuteten Zweisitzers

Russland testet eine neue Zweisitzer-Variante des Tarnkappen-Kampfflugzeugs Su-57. Ein zweites Cockpit soll künftig den Export anregen und Piloten ermöglichen, ganze Schwärme von Begleitdrohnen direkt aus der Luft zu steuern.
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Erste Tests des Su-57-Zweisitzers

In Russland haben Rollversuche einer neuen Variante des Kampfflugzeugs Su-57 begonnen. Aktuelle Aufnahmen zeigen das Flugzeug der fünften Generation mit einem verlängerten vorderen Rumpf, der Platz für ein zweites Cockpit bietet. Die Bilder belegen die Existenz der lange vermuteten Tandem-Konfiguration. Ingenieure des Herstellers Sukhoi haben die Flugzeugzelle angepasst, um den zusätzlichen Platzbedarf ohne große aerodynamische Einbußen zu realisieren.

Die genaue Bezeichnung des Modells steht noch nicht fest. In Militärkreisen kursieren Namen wie Su-57D oder Su-57UB. Das Flugzeug wäre nach dem chinesischen J-20S das weltweit zweite Tarnkappenflugzeug, das über zwei Sitzplätze verfügt. Die Entwicklung eines solchen Modells war lange Zeit ungewiss, da die Integration eines weiteren Besatzungsmitglieds oft die Radarsignatur negativ beeinflusst. Die russischen Konstrukteure mussten das bei der Gestaltung entsprechend berücksichtigen.

Wie Defense Blog meldet, erfüllt der zweite Sitzplatz verschiedene Zwecke: Ein möglicher Einsatzzweck ist die Steuerung unbemannter Begleitdrohnen wie der S-70 Okhotnik. Ein Patent aus dem Jahr 2023 beschreibt ein fliegendes Kommandozentrum für Netzwerkeinsätze. Der Waffensystemoffizier auf dem hinteren Sitz könnte den Piloten entlasten, indem er die Sensordaten auswertet und Schwärme von Kampfdrohnen koordiniert.

Exportmarkt im Fokus der Planung

Die neue Version zielt vor allem auf den internationalen Markt ab. Für ausländische Luftstreitkräfte ist eine zweisitzige Trainingsvariante oft eine Grundvoraussetzung für den Kauf. Piloten ohne Zugang zu russischen Ausbildungsstrukturen benötigen die Maschinen für die Umschulung. Das erweitert den potenziellen Kundenkreis für den Rüstungskonzern auf Staaten, die ihre Luftwaffen modernisieren wollen.

Algerien gilt als erster bestätigter Exportkunde für das Kampfflugzeug. Kürzlich gesichtete Maschinen mit algerischen Hoheitszeichen deuten darauf hin, dass dort bereits erste Umschulungsflüge stattfinden. Der Zweisitzer könnte künftige Verkäufe an andere Staaten erleichtern, die auf eine integrierte Ausbildungsumgebung vor Ort Wert legen. Die Auslieferung von Trainingsflugzeugen beschleunigt die Einsatzbereitschaft neuer Staffeln.

Trotz der technischen Weiterentwicklung verzeichnet das Waffensystem Rückschläge. Bisher gingen nämlich mindestens vier Su-57 verloren. Die Verluste ereigneten sich wohlgemerkt nicht im Luftkampf, sondern am Boden. Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Luftwaffenstützpunkte zerstörten die Flugzeuge weit hinter der Frontlinie. Solche Vorfälle zeigen die Verwundbarkeit teurer Einzelstücke, wenn sie nicht durch robuste Bunkerstrukturen geschützt sind.

Wie beurteilt ihr die Entwicklung von zweisitzigen Tarnkappenflugzeugen? Seht ihr den Fokus eher im Export oder in der Drohnensteuerung? Teilt eure Meinung gerne unten in den Kommentaren mit.

Zusammenfassung
  • Russland testet aktuell eine neue zweisitzige Version des Kampfjets Su-57
  • Das Modell ist nach der J-20S weltweit der zweite zweisitzige Stealth-Jet
  • Ein zweiter Sitzplatz ermöglicht die Steuerung von Begleitdrohnen im Flug
  • Die Tandem-Maschine dient als Trainingsvariante für internationale Käufer
  • Bisher wurden vier Exemplare am Boden durch ukrainische Drohnen zerstört
  • Ingenieure passten für das Cockpit die Flugzeugzelle aerodynamisch an
  • Algerien gilt als erster bestätigter Exportkunde der modernen Kampfjets

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