Unser Universum könnte sehr viel früher enden als gedacht

Das Universum könnte deutlich früher enden als bislang angenommen: Einer Forschungsarbeit zufolge wäre in rund 33 Milliarden Jahren Schluss. Dann könnte sich der Kosmos nicht ewig weiter ausdehnen, sondern würde in sich zusammenfallen.
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Doch keine ewige Ausdehnung?

Bisher gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass das Universum noch Billionen Jahre bestehen und sich immer weiter ausdehnen werde. Grund dafür ist die Beobachtung, dass sich Galaxien mit zunehmender Geschwindigkeit voneinander entfernen. Verantwortlich gemacht wird dafür die sogenannte Dunkle Energie, eine bislang rätselhafte Kraft, die den Raum auseinander treibt.

Neuere Messdaten stellen dieses Bild nun jedoch infrage, berichtet das Magazin LiveScience. Grundlage der Untersuchung sind Beobachtungen des Dark Energy Survey (DES) sowie des Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI). Beide Projekte kartieren hunderte Millionen Galaxien, um die Entwicklung des Universums besser zu verstehen. Nach Angaben der Forschenden deuten die Daten darauf hin, dass die Dunkle Energie womöglich nicht konstant wirkt, sondern sich im Laufe der Zeit verändert.


Das eröffnet neue theoretische Möglichkeiten. In der Arbeit setzen die Wissenschaftler auf ein Modell, in dem Dunkle Energie aus zwei Bestandteilen besteht: einem sogenannten Axion-Feld, einer extrem leichten Form dunkler Materie, sowie einer kosmologischen Konstante, also einer festen Grundgröße des Raums. Das Zusammenspiel beider Komponenten könnte erklären, warum sich das Universum heute beschleunigt ausdehnt.

Langfristig würde sich dieser Effekt dem Modell zufolge jedoch umkehren. Statt weiterer Expansion könnte die Anziehungskraft überwiegen. Dann würden Galaxien, Materie und schließlich Raum und Zeit wieder zusammenstürzen. Simulationen der Forschenden ergeben dafür einen Zeitpunkt von etwa 33,3 Milliarden Jahren in der Zukunft.

Big Crunch ist denkbar

Noch handelt es sich allerdings nicht um gesichertes Wissen. Die Studie wurde bisher nur als Preprint veröffentlicht und damit noch nicht abschließend in einem Fachjournal begutachtet. Zudem hängen die Ergebnisse von zahlreichen Annahmen und Variablen ab. Andere Erklärungen für die aktuellen Beobachtungen seien weiterhin möglich.

Dennoch zeigt die Arbeit, wie offen zentrale Fragen der Kosmologie weiterhin sind. Je präziser neue Teleskope und Messprogramme Daten liefern, desto stärker könnte sich das Bild vom Schicksal des Universums verändern. Statt eines endlosen kosmischen Weges wäre dann sogar eine Rückkehr zum Anfang denkbar. Forschende sprechen von einem möglichen "Big Crunch", also dem umgekehrten Gegenstück zum Urknall.

Zusammenfassung
  • Universum könnte laut Studie in rund 33 Milliarden Jahren enden
  • Forscher gingen bislang von einer endlosen Expansion des Kosmos aus
  • Dunkle Energie gilt als treibende Kraft der Universumsausdehnung
  • Neue Daten von DES und DESI stellen bestehende Modelle infrage
  • Dunkle Energie scheint sich im Laufe der Zeit zu verändern
  • Neues Modell mit Axion-Feld und kosmologischer Konstante vorgeschlagen
  • Simulationen deuten auf möglichen Big Crunch in 33 Milliarden Jahren hin
  • Studie noch nicht von anderen Wissenschaftlern begutachtet

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