Keine Abkürzung durchs Universum:
Neue Idee zu Wurmlöchern
Die gängige Vorstellung von Wurmlöchern wird durch eine neue Forschungsarbeit grundlegend infrage gestellt. Diese seien keineswegs Abkürzungen durch das Universum, sondern eine Verbindung entgegengesetzter Zeitrichtungen.
Erst später wurde die Idee populär, dass solche Brücken entfernte Regionen des Universums verbinden könnten. Allerdings zeigte sich schon in den 1960er-Jahren, dass diese Strukturen instabil wären und sich zu schnell schließen würden, als dass selbst Licht sie durchqueren könnte.
Ein Forschungsteam um Enrique Gaztañaga hat die Theorie nun neu interpretiert. Demnach entstehen Einstein-Rosen-Brücken, wenn man berücksichtigt, dass das Universum auf quantenphysikalischer Ebene durch zwei gleichzeitig existierende Zeitpfade beschrieben werden kann. Während in unserer alltäglichen Erfahrung die Zeit nur in eine Richtung verläuft, existiert in den Gleichungen auch eine spiegelbildliche Variante, in der die Zeit rückwärts läuft.
Unter normalen Bedingungen wird dieser zweite Zeitpfeil von Physikern meist vernachlässigt. Doch in extremen Situationen, etwa nahe Schwarzer Löcher oder in frühen Phasen des Kosmos, könnte er eine entscheidende Rolle spielen. In diesem Modell fungieren Einstein-Rosen-Brücken als Verbindung zwischen diesen beiden Zeitrichtungen.
Darüber hinaus eröffnet das Modell eine neue Sicht auf den Urknall. Statt eines absoluten Anfangs könnte dieser ein "Bounce", also ein Übergang von einer vorherigen Kontraktionsphase in die heutige Expansion gewesen sein. Hinweise darauf sehen die Forschenden möglicherweise in Unregelmäßigkeiten der kosmischen Hintergrundstrahlung.
Siehe auch:
Verbindung von Zeitlinien
Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Einstein-Rosen-Brücke, die bereits 1935 von Albert Einstein und Nathan Rosen beschrieben wurde und die physikalische Beschreibung eines Wurmlochs darstellt. Ursprünglich sollte diese kein kosmischer Tunnel sein, sondern eine mathematische Konstruktion, um Teilchen in der gekrümmten Raumzeit der Allgemeinen Relativitätstheorie zu beschreiben.Erst später wurde die Idee populär, dass solche Brücken entfernte Regionen des Universums verbinden könnten. Allerdings zeigte sich schon in den 1960er-Jahren, dass diese Strukturen instabil wären und sich zu schnell schließen würden, als dass selbst Licht sie durchqueren könnte.
Ein Forschungsteam um Enrique Gaztañaga hat die Theorie nun neu interpretiert. Demnach entstehen Einstein-Rosen-Brücken, wenn man berücksichtigt, dass das Universum auf quantenphysikalischer Ebene durch zwei gleichzeitig existierende Zeitpfade beschrieben werden kann. Während in unserer alltäglichen Erfahrung die Zeit nur in eine Richtung verläuft, existiert in den Gleichungen auch eine spiegelbildliche Variante, in der die Zeit rückwärts läuft.
Unter normalen Bedingungen wird dieser zweite Zeitpfeil von Physikern meist vernachlässigt. Doch in extremen Situationen, etwa nahe Schwarzer Löcher oder in frühen Phasen des Kosmos, könnte er eine entscheidende Rolle spielen. In diesem Modell fungieren Einstein-Rosen-Brücken als Verbindung zwischen diesen beiden Zeitrichtungen.
Lösung fürs Informationsparadoxon
Besonders relevant ist dies für das Informationsparadoxon Schwarzer Löcher. Bislang schien es, als gehe Information beim Verdampfen eines Schwarzen Lochs verloren, was ein Widerspruch zur Quantenmechanik wäre. Die neue Theorie legt nun aber nahe, dass Informationen nicht verschwinden, sondern in die entgegengesetzte Zeitrichtung übergehen.Darüber hinaus eröffnet das Modell eine neue Sicht auf den Urknall. Statt eines absoluten Anfangs könnte dieser ein "Bounce", also ein Übergang von einer vorherigen Kontraktionsphase in die heutige Expansion gewesen sein. Hinweise darauf sehen die Forschenden möglicherweise in Unregelmäßigkeiten der kosmischen Hintergrundstrahlung.
Zusammenfassung
- Neue Forschung stellt gängige Vorstellung von Wurmlöchern infrage
- Einstein-Rosen-Brücken wurden bereits 1935 mathematisch beschrieben
- Wurmlöcher verbinden laut neuer Theorie entgegengesetzte Zeitpfade
- Solche Strukturen wären instabil und würden sich zu schnell schließen
- Das Informationsparadoxon Schwarzer Löcher könnte so lösbar werden
- Informationen gehen nicht verloren, sondern wechseln die Zeitrichtung
- Der Urknall könnte ein Übergang aus einer Kontraktionsphase gewesen sein
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