Ig-Nobelpreise: Abnehmen mit Teflon-Diät und andere Absurditäten
Seit Jahrzehnten suchen Wissenschaftler nach Wegen, die weltweite Adipositas-Krise in den Griff zu bekommen. Ein Forschungsteam schlug nun eine ungewöhnliche Methode vor - und erhielt dafür einen Ig-Nobelpreis: Sie mischten Teflon in Nahrungsmittel.
Die Ig-Nobelpreise werden jährlich an zehn Teams vergeben, deren Arbeiten zunächst zum Schmunzeln, dann aber auch zum Nachdenken anregen. Sie sind bewusst als Gegenstück zu den renommierten Nobelpreisen konzipiert. Verliehen wurden sie in einer feierlichen Zeremonie an der Boston University, traditionell begleitet von Papierflugzeugen und echten Nobelpreisträgern als Laudatoren.
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Auch in diesem Jahr standen Lebensmittel und Konsum im Mittelpunkt vieler Auszeichnungen: So erhielt ein internationales Psychologenteam den Friedenspreis für eine Studie, die zeigte, dass ein Schluck Wodka Fremdsprachenkenntnisse kurzfristig verbessern kann. Italienische Physiker erklärten, warum sich das Nudelgericht Cacio e Pepe manchmal in eine klumpige Masse verwandelt, während Forscher in Togo feststellten, dass Regenbogen-Eidechsen eine auffällige Vorliebe für Vier-Käse-Pizza haben.
Schließlich ging der Literaturpreis posthum an den US-Mediziner William Bean, der über 35 Jahre hinweg akribisch das Wachstum seiner Finger- und Fußnägel dokumentierte - eine lebenslange Leidenschaft, die nun verspätete Anerkennung fand.
Hier sind aller Preisträger des Ig-Nobelpreises 2025 im Überblick:
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Null-Kalorien-Füllstoffe, die satt machen
Die Idee stammt von Dr. Rotem Naftalovich von der Rutgers University in New Jersey, der gemeinsam mit seinem Bruder über sogenannte "Null-Kalorien-Füllstoffe" nachdachte. Am Ende entschieden sie sich für Polytetrafluorethylen (PTFE), besser bekannt als Teflon. Laut ihrer Veröffentlichung könnte die Substanz bis zu ein Viertel der Nahrung ausmachen, ohne verwertbare Energie zu liefern. Naftalovich stellte sogar Schokoladentafeln mit Teflon her - und aß sie selbst. Die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA zeigte sich jedoch wenig begeistert: "Es war wohl zu abwegig, um geprüft zu werden", meinte der Forscher.Die Ig-Nobelpreise werden jährlich an zehn Teams vergeben, deren Arbeiten zunächst zum Schmunzeln, dann aber auch zum Nachdenken anregen. Sie sind bewusst als Gegenstück zu den renommierten Nobelpreisen konzipiert. Verliehen wurden sie in einer feierlichen Zeremonie an der Boston University, traditionell begleitet von Papierflugzeugen und echten Nobelpreisträgern als Laudatoren.
Auf YouTube ansehenAuch in diesem Jahr standen Lebensmittel und Konsum im Mittelpunkt vieler Auszeichnungen: So erhielt ein internationales Psychologenteam den Friedenspreis für eine Studie, die zeigte, dass ein Schluck Wodka Fremdsprachenkenntnisse kurzfristig verbessern kann. Italienische Physiker erklärten, warum sich das Nudelgericht Cacio e Pepe manchmal in eine klumpige Masse verwandelt, während Forscher in Togo feststellten, dass Regenbogen-Eidechsen eine auffällige Vorliebe für Vier-Käse-Pizza haben.
Knoblauch für Kinder
Weitere prämierte Arbeiten: Ein japanisches Team belegte, dass Kühe mit schwarz-weißen Streifen weniger von Fliegen gestochen werden - ein Effekt, der an Zebras erinnert. Indische Ingenieure entwickelten einen Schuhkarton mit UV-Lampe, der stinkende Turnschuhe desinfiziert, allerdings auch schon einmal ansengt. In der Pädiatrie wurde eine Untersuchung ausgezeichnet, wonach Babys länger trinken, wenn ihre Mütter zuvor Knoblauch gegessen haben.Schließlich ging der Literaturpreis posthum an den US-Mediziner William Bean, der über 35 Jahre hinweg akribisch das Wachstum seiner Finger- und Fußnägel dokumentierte - eine lebenslange Leidenschaft, die nun verspätete Anerkennung fand.
Hier sind aller Preisträger des Ig-Nobelpreises 2025 im Überblick:
Literatur
- Der verstorbene Arzt William Bean - für das beharrliche Aufzeichnen und die Analyse der Wachstumsrate eines seiner Fingernägel über einen Zeitraum von 35 Jahren.
Psychologie
- Marcin Zajenkowski und Gilles Gignac - für die Untersuchung dessen, was geschieht, wenn man einem Narzissten - oder einer anderen Person - sagt, dass sie intelligent sei.
Ernährung
- Daniele Dendi, Gabriel Segniagbeto, Roger Meek und Luca Luiselli - für die Untersuchung des Ausmaßes, in dem eine bestimmte Eidechsenart bestimmte Pizzasorten auswählt bzw. bevorzugt frisst.
Pädiatrie
- Julie Mennella und Gary Beauchamp - für die Erforschung dessen, was ein gestilltes Baby erlebt, wenn seine Mutter Knoblauch isst.
Biologie
- Tomoki Kojima, Kazato Oishi, Yasushi Matsubara, Yuki Uchiyama, Yoshihiko Fukushima, Naoto Aoki, Say Sato, Tatsuaki Masuda, Junichi Ueda, Hiroyuki Hirooka und Katsutoshi Kino - für Experimente zur Frage, ob Kühe, die mit zebraähnlichen Streifen bemalt sind, Fliegenstiche vermeiden können.
Chemie
- Rotem Naftalovich, Daniel Naftalovich und Frank Greenway - für Versuche, zu testen, ob das Verzehren von Teflon (Polytetrafluorethylen) eine geeignete Methode ist, das Volumen der Nahrung zu erhöhen und damit das Sättigungsgefühl zu steigern, ohne die Kalorienzufuhr zu erhöhen.
Frieden
- Fritz Renner, Inge Kersbergen, Matt Field und Jessica Werthmann - für den Nachweis, dass Alkoholkonsum manchmal die Fähigkeit einer Person verbessert, in einer Fremdsprache zu sprechen.
Ingenieur-Design
- Vikash Kumar und Sarthak Mittal - für die Analyse aus ingenieurgestalterischer Perspektive, wie übel riechende Schuhe das Nutzungserlebnis eines Schuhregals beeinträchtigen.
Luftfahrt
- Francisco Sánchez, Mariana Melcón, Carmi Korine und Berry Pinshow - für die Untersuchung, ob Alkoholkonsum die Fähigkeit von Fledermäusen zu fliegen und Echoortung durchzuführen beeinträchtigen kann.
Physik
- Giacomo Bartolucci, Daniel Maria Busiello, Matteo Ciarchi, Alberto Corticelli, Ivan Di Terlizzi, Fabrizio Olmeda, Davide Revignas und Vincenzo Maria Schimmenti - für Entdeckungen zur Physik von Pastasaucen, insbesondere zum Phasenübergang, der zum Zusammenklumpen führen kann und so zu einem unappetitlichen Gericht führt.
Zusammenfassung
- Wissenschaftler erhielt Ig-Nobelpreis für Teflon-Diät zur Bekämpfung von Adipositas
- Ig-Nobelpreise zeichnen skurrile Forschungen aus, die zum Nachdenken anregen
- Psychologen bewiesen, dass Wodka kurzfristig Fremdsprachenkenntnisse verbessert
- Forscher entdeckten Vorliebe von Regenbogen-Eidechsen für Vier-Käse-Pizza
- Japanisches Team zeigte: Kühe mit Zebrastreifen werden weniger von Fliegen gestochen
- William Bean dokumentierte 35 Jahre lang akribisch das Wachstum seiner Fingernägel
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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