Manipuliertes BIOS: Billig-Laptop belügt Besitzer über verbaute CPU

Der chinesische Hersteller Chuwi steht unter Verdacht, Kunden vorsätzlich zu täuschen. Statt des beworbenen modernen Prozessors findet sich in einem der verkauften Laptop-Modelle veraltete Hardware, getarnt durch tiefgreifende Software-Manipulationen.
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Chuwi

Falsche Hardware im Chuwi CoreBook X entdeckt

Ein handfester Skandal erschüttert derzeit das Vertrauen in den chinesischen Hersteller Chuwi, der für seine günstigen Notebooks bekannt ist. Denn Käufer des Modells CoreBook X müssen feststellen, dass die beworbenen CPU-Spezifikationen nicht der Realität entsprechen. Anstelle des versprochenen AMD Ryzen 5 7430U steckt in den Geräten offenbar der deutlich ältere und schwächere Ryzen 5 5500U.

Besonders dreist ist die Vorgehensweise. Denn die Firmware des Geräts wurde offenbar so manipuliert, dass selbst System-Tools den falschen, neueren Chip anzeigen. Ein Versehen ist damit auszuschließen. Besitzer werden demnach vorsätzlich getäuscht. Erst ein Blick in das Innere entlarvt den Schwindel zweifelsfrei.


Seriennummern entlarven den Schwindel

Der technische Unterschied ist für Endanwender signifikant. Während der Ryzen 5 7430U auf der Zen-3-Architektur basiert, nutzt der tatsächlich verbaute 5500U noch die ältere Zen-2-Technik aus dem Jahr 2021. Das resultiert in einer rund 20 Prozent geringeren Leistung bei Single-Core-Anwendungen und einer schlechteren Energieeffizienz. Auffällig wurde die Diskrepanz zunächst durch Unstimmigkeiten beim L3-Cache. Der neuere Chip müsste über 16 Megabyte verfügen, die ausgelesenen Werte zeigen jedoch nur acht Megabyte an.

Wie ChinaMobileMag berichtet, haben physische Untersuchungen den Verdacht endgültig bestätigt. Nach dem Auseinanderbauen des Laptops und der Entfernung des Kühlers kamen auf den Chips Produktnummern zum Vorschein, die eindeutig dem Ryzen 5 5500U zugeordnet sind. Lasergravuren wie "© 2020 AMD" auf dem Die beweisen zusätzlich, dass die Hardware Jahre vor der Markteinführung des angeblich verbauten 7430U produziert wurde.

Tarnung auf BIOS-Ebene

Die Manipulation der Software findet direkt auf BIOS-Ebene statt, wodurch Windows und gängige Diagnose-Tools wie CPU-Z falsche Identifikationsdaten ausgeben. Um den Chip als Ryzen 5 7430U auszugeben, musste aktiv in den Microcode eingegriffen werden. Selbst erfahrene Tester ließen sich zunächst täuschen und schrieben die gemessene Leistungsschwäche anderen Faktoren wie etwa dem verbauten Single-Channel-Arbeitsspeicher zu.

Hersteller reagiert nur zögerlich

Die Reaktion des Herstellers auf die Vorwürfe fällt bisher enttäuschend aus. Kundenberichten zufolge bietet Chuwi lediglich geringe Preisnachlässe von 30 US-Dollar (etwa 26 Euro) an oder verlangt, dass Käufer die Rücksendekosten nach China selbst tragen. Während auf der offiziellen Produktseite die spezifische Prozessorbezeichnung inzwischen entfernt wurde, wirbt der Shop des Unternehmens teilweise weiterhin mit den falschen Daten.

Ob Chuwi selbst für die Manipulation verantwortlich ist und dementsprechend vorsätzlich handelte, oder ob das Unternehmen von einem Zulieferer getäuscht wurde, ist derzeit noch unklar. An der Verantwortung gegenüber dem Endkunden ändert das jedoch nichts.

Besitzt ihr ein Gerät von Chuwi oder habt Ähnliches schon bei anderen Herstellern erlebt? Schreibt uns eure Erfahrungen und eure Meinung zu diesem Fall gerne unten in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Das CoreBook X von Chuwi kommt mit älterem Ryzen 5 5500U statt 7430U
  • Die Firmware wurde manipuliert, um den falschen Prozessor anzuzeigen
  • Der verbaute Chip liefert circa 20 Prozent weniger Single-Core-Leistung
  • Lasergravuren und Produktnummern auf dem Chip entlarvten den Betrug
  • Selbst erfahrene Tester wurden durch die BIOS-Manipulation getäuscht
  • Chuwi bietet nur geringe Preisnachlässe oder teure Rücksendungen an
  • Die offizielle Produktseite wurde inzwischen um die CPU-Angabe bereinigt

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