Klage gegen TP-Link: "Made in Vietnam" für Router-Technik aus China

TP-Link sieht sich mit einer Klage konfrontiert. In dieser wird ihm vorgeworfen, die Herkunft seiner Technik aus China zu verschleiern und Sicherheitsversprechen zu machen, die angesichts bekannter Schwachstellen nicht haltbar seien.
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Täuschung von Verbrauchern

Der US-Bundesstaat Texas geht jetzt juristisch gegen den Netzwerkausrüster vor. Generalstaatsanwalt Ken Paxton wirft dem Unternehmen unter anderem vor, Verbraucher mit der Kennzeichnung der Geräte als "Made in Vietnam" in die Irre zu führen. Entsprechende Aufkleber fänden sich auf den Geräten, berichtete das britische Magazin The Register.

Tatsächlich aber, so der Vorwurf, erfolge der Großteil von Entwicklung und Fertigung über chinesische Tochterfirmen. In Vietnam findet im Wesentlichen nur die Endmontage statt, während die meisten Bauteile aus China stammen. Komponenten vietnamesischen Ursprungs machten laut Klageschrift weniger als ein Prozent aus. Zudem erhalte das Unternehmen staatliche Subventionen aus China. Weiterhin sei ein chinesisches Militärunternehmen am Ausbau von Produktions- sowie Forschungs- und Entwicklungsstandorten in Vietnam beteiligt.


Ein weiterer Kernpunkt der Klage betrifft die IT-Sicherheit. Obwohl TP-Link seine Geräte als sicher bewerbe, hätten Sicherheitsexperten über Jahre hinweg "zahlreiche und gefährliche" Firmware-Schwachstellen dokumentiert. Diese seien von staatlich unterstützten chinesischen Hackern aktiv ausgenutzt worden. Die Klage behauptet jedoch nicht, TP-Link habe absichtlich Hintertüren eingebaut, sondern wirft dem Unternehmen vor, bekannte Sicherheitslücken nicht ausreichend behoben zu haben.

Probleme beim Datenschutz

Auch Bundesbehörden der USA beobachteten die Lage mit Sorge. Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) meldete im vergangenen Jahr zwei aktiv ausgenutzte Router-Schwachstellen und forderte dringende Updates. Zeitweise stand sogar ein Verkaufsverbot im Raum, das Berichten zufolge geprüft wurde.

Zusätzlich kritisiert die Staatsanwaltschaft, TP-Links Apps sammelten personenbezogene Daten, ohne eine informierte Einwilligung einzuholen. Angesichts chinesischer Geheimdienstgesetze, die Unternehmen zur Zusammenarbeit verpflichten könnten, werde diese Verbindung gegenüber US-Verbrauchern verschwiegen.

Texas fordert nun ein Geschworenenverfahren, ein Verbot der "Made in Vietnam"-Kennzeichnung sowie mehr Transparenz über die China-Verbindungen des Unternehmens. Paxton kündigte an, man werde mit aller Härte gegen Firmen vorgehen, die die Sicherheit der Verbraucher in den USA gefährdeten. Eine Stellungnahme von TP-Link lag zunächst nicht vor.

Zusammenfassung
  • Texas verklagt TP-Link wegen irreführender Herkunftskennzeichnung
  • Geräte als 'Made in Vietnam' deklariert, obwohl Hauptfertigung in China
  • Weniger als ein Prozent der Komponenten stammen tatsächlich aus Vietnam
  • Kläger werfen TP-Link vor, bekannte Sicherheitslücken nicht zu beheben
  • Chinesische Hacker sollen aktiv Schwachstellen in TP-Link-Geräten nutzen
  • US-Behörde CISA warnte vor zwei aktiv ausgenutzten Router-Schwachstellen
  • Apps des Unternehmens sammeln laut Klage Daten ohne Einwilligung

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