TP-Link Router unsicher? Netgear soll hinter Hetzkampagne stehen

Der Netzwerkspezialist TP-Link erhebt schwere Vorwürfe gegen den bekannten Konkurrenten Netgear. Angeblich gehen die Gerüchte, laut denen TP-Link-Produkte die Gefahr chinesischer Spionage bergen, auf eine Hetzkampagne des US-Routerherstellers zurück.
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TP-Link sieht Netgear als Schuldigen

Der Routerhersteller TP-Link hat erst in den letzten Wochen neue Vorwürfe entschieden zurückgewiesen, laut denen seine Geräte eine Gefahr für die "nationale Sicherheit" der USA darstellen könnten, weil sie angeblich eine Einfallstor für mögliche Überwachungs- und Spionageaktivitäten chinesischer Stellen sein sollen. Derzeit wird sogar erneut ein Verkaufsverbot durch die US-Regierung geprüft.

Die schwerwiegenden Vorwürfe haben sogar dafür gesorgt, dass TP-Link Systems Inc. inzwischen als eigenständiges US-Unternehmen agiert, doch droht der Firma in diesem Jahr nach eigenen Angaben wohl ein Umsatzrückgang um bis zu eine Milliarde Dollar, den man auf die anhaltende negative Berichterstattung zurückführt.


Laut dem US-Wirtschaftsdienst Bloomberg hat TP-Link den Konkurrenten als Verursacher seiner Probleme ausgemacht. In einer Klage wirft TP-Link deshalb Netgear nun vor, falsche Behauptungen bei Journalisten und Online-Influencern "platziert" zu haben, um Kunden durch negative Berichte abzuschrecken.

Netgear will sich bisher nicht äußern

Netgear soll laut der Klageschrift falsche und irreführende Behauptungen über TP-Link und seine Produkte gestreut und außerdem für deren Verbreitung gesorgt. Nach Meinung von TP-Link verstößt Netgear damit auch gegen eine außergerichtliche Einigung nach einem bereits 2024 beigelegten Patentstreit zwischen den beiden Firmen. Damals hatte TP-Link wegen angeblicher Patentverletzungen 135 Millionen Dollar an Netgear gezahlt, um die Sache aus der Welt zu schaffen.

Teil der Einigung war auch ein Abkommen, laut dem Netgear keine Dinge unternehmen darf, die TP-Link in der öffentlichen Wahrnehmung schaden könnten. In seiner Klage behauptet TP-Link jetzt aber, dass Netgear während eines Investorengesprächs erst in jüngster Vergangenheit erneut Falschbehauptungen verbreitet habe. TP-Link sei inzwischen ein US-Unternehmen, das jährlich Millionen Dollar dafür ausgibt, seine Produkte gegen Angriffe zu schützen, hieß es weiter.

Die US-Firma wollte sich zu dem Thema bisher nicht äußern. Im Rahmen seines erst am Montag durchgeführten Investorentages betonte Netgear allerdings immer wieder, dass man keine Fertigung mehr in China vornehme und auch keine Komponenten aus China verwende, die eine Internetverbindung haben. Außerdem bezeichnete das Unternehmen die wachsende Skepsis gegenüber chinesischen Produkten als einen der wichtigsten Faktoren für mehr "Rückenwind" für seine eigenen Produkte.

Tatsächlich werden die Produkte von TP-Link USA nach wie vor zu einem großen Teil in China gefertigt. Verbindungen zur dortigen Regierung weist die Firma weiterhin vehement von sich. TP-Link kann im Privatkundenbereich nach Schätzung von Marktbeobachtern einen Marktanteil von rund 60 Prozent für sich beanspruchen.

Zusammenfassung
  • TP-Link wirft Netgear vor, eine Hetzkampagne mit Spionagevorwürfen zu führen
  • US-Regierung prüft Verkaufsverbot für TP-Link wegen angeblicher Sicherheitsrisiken
  • TP-Link verzeichnet Umsatzrückgang von bis zu einer Milliarde Dollar durch Negativpresse
  • Laut Klage soll Netgear falsche Behauptungen bei Medien und Influencern platziert haben
  • Netgear verstößt angeblich gegen eine außergerichtliche Einigung nach Patentstreit
  • TP-Link betont seinen Status als US-Unternehmen mit hohen Investitionen in Sicherheit
  • Trotz US-Firmensitz werden TP-Link-Produkte weiterhin größtenteils in China gefertigt

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