TP-Link: Routerhersteller aus China kurz vor Verbot durch US-Regierung

Dem chinesischen Netzwerkspezialisten TP-Link droht offenbar bald ein Verkaufsverbot in den USA. Vor dem Hintergrund der nationalen Sicherheit sollen mehrere US-Behörden ein Einfuhrverbot der Router und anderen Produkte von TP-Link unterstützen.
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Handelsministerium soll Einfuhr untersagen

Laut einem Bericht der Washington Post sind mehrere US-Ministerien zum dem Schluss gekommen, dass die Einfuhr von Produkten des chinesischen Herstellers TP-Link in die USA verboten werden sollte. Mehreren Quellen aus dem Umfeld der US-Regierung zufolge ging ein monatelanger Prüfprozess voraus, bei dem das Heimatschutzministerium, das Justizministerium und das Verteidigungsministerium einen solchen Schritt diskutierten.

TP-Link geriet bereits vor mindestens einem Jahr erstmals ins Visier der US-Behörden, weil der Hersteller im Markt für privat genutzte WLAN-Router in den Vereinigten Staaten eine enorme Rolle spielt. Angeblich gibt es vor allem Bedenken wegen einer möglichen Verwendung der Router zur Spionage durch Stellen der chinesischen Regierung oder von ihnen beauftragte Gruppen.

TP-Link gründete US-Ableger - Marktanteil enorm

Obwohl TP-Link bereits auf die seit einiger Zeit bestehenden "Bedenken" der US-Behörden reagiert und eine eigenständige amerikanische Firma für den Vertrieb seiner Produkte in den USA gegründet hat, vermutet die US-Regierung noch immer mögliche Verbindungen zwischen dem Router-Hersteller und der chinesischen Regierung.

TP-Link USA reagierte erneut mit einer Zurückweisung der Spekulationen über mögliche Verbindungen zur chinesischen Regierung. Ein Verbot der Einfuhr seiner Produkte in die Vereinigten Staaten würde angeblich nur Auswirkungen für die US-Firma und deren Kunden haben, nicht aber für China, hieß es von dem Unternehmen. Tatsächlich sind TP-Link-Router in den USA extrem beliebt.

So gibt die Firma selbst an, dass man einen Marktanteil von etwa 36 Prozent bei Routern hat, die von Privatpersonen oder kleinen Firmen genutzt werden. Nach Meinung von früheren Mitarbeitern der ehemaligen US-Regierung unter Ex-Präsident Biden könnte der Marktanteil mit rund 60 Prozent sogar noch höher sein, weil TP-Link seine Produkte teilweise unter Einkaufspreis verkauft haben soll, um so schnell große Marktanteile zu erobern.

Das Vorgehen gegen TP-Link durch die US-Regierung hatte bereits unter der Biden-Regierung begonnen. Die Logik dahinter ist einfach: weil die Firma gigantische Stückzahlen ihrer Produkte absetzt, sieht man eine Gefahr für die Sicherheit der Daten der Nutzer. Nach chinesischem Recht müsste TP-Link theoretisch allen Vorgaben der dortigen Regierung Folge leisten und könnte dann gezwungen werden, Schadsoftware auszuliefern oder abgefangene Daten an chinesische Geheimdienste oder ähnliche Stellen weiterzureichen, so die Befürchtung der US-Behörden.

Zusammenfassung
  • TP-Link steht in den USA kurz vor einem Einfuhrverbot mehrerer Behörden
  • US-Ministerien befürchten Sicherheitsrisiken durch chinesischen Hersteller
  • Router könnten laut Behörden zur Spionage durch chinesische Stellen dienen
  • Trotz Gründung einer US-Vertriebsfirma bleiben Bedenken bestehen
  • TP-Link bestreitet Verbindungen zur chinesischen Regierung vehement
  • Marktanteil in den USA beträgt zwischen 36 und möglicherweise 60 Prozent
  • Bereits unter Biden-Regierung wurden Maßnahmen gegen TP-Link eingeleitet

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