Mars-Rover Curiosity findet Fettsäuren:
Was das laut NASA bedeutet
Der Mars-Rover Curiosity liefert Daten, die Forscher in Erklärungsnot bringen. Gefundene organische Moleküle lassen sich kaum durch Meteoriteneinschläge begründen. Deuten die Spuren im Gale-Krater nun tatsächlich auf vergangenes Leben hin?
Konkret identifizierte das mobile Labor Decan, Undecan und Dodecan, mögliche Fragmente von Fettsäuren, wie sie auf der Erde Bestandteile von Zellmembranen sind. Zwar können solche Moleküle auch durch geologische Prozesse entstehen, doch die Menge der gefundenen Substanzen stellt bisherige Modelle der Planetenforschung infrage.
Wie NASA-Forscher aus dem Goddard Space Flight Center in einer im Fachjournal Astrobiology veröffentlichten Studie berichten, wurden Simulationen durchgeführt, um das Ungleichgewicht zu verstehen. Das Team um Alexander Pavlov rekonstruierte die Geschichte der Gesteinsproben. Eine wichtige Rolle spielt dabei die kosmische Strahlung: Da der Mars weder ein starkes Magnetfeld noch eine dichte Atmosphäre besitzt, ist seine Oberfläche einem dauerhaften Teilchenbeschuss ausgesetzt, der komplexe Moleküle langsam zersetzt.
In den Modellen wurde die Zeit um rund 80 Millionen Jahre zurückgedreht - jenen Zeitraum, in dem das untersuchte Gestein vermutlich an der Oberfläche lag oder nur wenig bedeckt war. Den Berechnungen zufolge muss die ursprüngliche Konzentration der organischen Stoffe vor dem strahlungsbedingten Zerfall deutlich höher gewesen sein als angenommen.
Diese notwendige Ausgangsdichte lässt sich der Studie zufolge nicht schlüssig durch Meteoriteneinschläge oder vulkanische Aktivität erklären. Damit gewinnt die Hypothese, dass mikrobiologisches Leben beteiligt gewesen sein könnte, an Bedeutung.
Frühere Missionen wie die Viking-Sonden in den 1970er Jahren hatten Schwierigkeiten beim Nachweis organischer Stoffe, weil Perchlorate im Marsboden die Proben beim Erhitzen oxidierten. Curiosity kann organische Verbindungen besser isolieren. Forscher warnen dennoch vor voreiligen Schlüssen. Die Zahl plausibler nichtbiologischer Erklärungen der Funde wird jedoch immer kleiner.
Was denkt ihr über die neuen Daten des Mars-Rovers? Haltet ihr einen biologischen Ursprung für plausibel? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
Rätselhafte Spuren im Mars-Gestein
Curiosity, der seit August 2012 die Oberfläche des Mars erkundet, liefert neue Hinweise in der Suche nach außerirdischem Leben. Im Mittelpunkt stehen Gesteinsproben aus dem Gale-Krater mit ungewöhnlich hohen Konzentrationen komplexer organischer Verbindungen.Konkret identifizierte das mobile Labor Decan, Undecan und Dodecan, mögliche Fragmente von Fettsäuren, wie sie auf der Erde Bestandteile von Zellmembranen sind. Zwar können solche Moleküle auch durch geologische Prozesse entstehen, doch die Menge der gefundenen Substanzen stellt bisherige Modelle der Planetenforschung infrage.
Simulation grenzt Ursachen ein
Die Proben stammen aus einer Schlammstein-Formation, die darauf hindeutet, dass der Gale-Krater vor Milliarden Jahren einen See beherbergte. Eine zentrale Frage für die Forschenden ist die Herkunft der Moleküle. Länger galten kohlenstoffreiche Meteoriten, die regelmäßig auf den Mars treffen, als wahrscheinlichste Quelle organischer Materie. Aktuelle Berechnungen deuten jedoch darauf hin, dass dieser Eintrag allein die gemessenen Werte nicht erklärt.Wie NASA-Forscher aus dem Goddard Space Flight Center in einer im Fachjournal Astrobiology veröffentlichten Studie berichten, wurden Simulationen durchgeführt, um das Ungleichgewicht zu verstehen. Das Team um Alexander Pavlov rekonstruierte die Geschichte der Gesteinsproben. Eine wichtige Rolle spielt dabei die kosmische Strahlung: Da der Mars weder ein starkes Magnetfeld noch eine dichte Atmosphäre besitzt, ist seine Oberfläche einem dauerhaften Teilchenbeschuss ausgesetzt, der komplexe Moleküle langsam zersetzt.
In den Modellen wurde die Zeit um rund 80 Millionen Jahre zurückgedreht - jenen Zeitraum, in dem das untersuchte Gestein vermutlich an der Oberfläche lag oder nur wenig bedeckt war. Den Berechnungen zufolge muss die ursprüngliche Konzentration der organischen Stoffe vor dem strahlungsbedingten Zerfall deutlich höher gewesen sein als angenommen.
Geschichte des Mars-Rovers Curiosity
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2011
1. November 2011Start der Sonde Mars Science Laboratory mit dem Rover Curiosity von Cape Canaveral.
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2012
August 2012Landung des Rovers Curiosity im Gale-Krater auf dem Mars.
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2013
Februar 2013Curiosity bohrt erstmals einen Mars-Felsen ("John Klein") an und analysiert das Gestein im Bordlabor.
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2025
März 2025Veröffentlichung von Ergebnissen zu den bislang größten auf dem Mars gefundenen organischen Molekülen (unter anderem Decan, Undecan, Dodecan) in Curiosity-Proben.
Diese notwendige Ausgangsdichte lässt sich der Studie zufolge nicht schlüssig durch Meteoriteneinschläge oder vulkanische Aktivität erklären. Damit gewinnt die Hypothese, dass mikrobiologisches Leben beteiligt gewesen sein könnte, an Bedeutung.
Analyse im mobilen Chemielabor
Für die Untersuchungen nutzt Curiosity das SAM-Instrument (Sample Analysis at Mars), ein kompaktes Chemielabor im Inneren des Rovers. SAM erhitzt pulverisiertes Gestein auf hohe Temperaturen und analysiert die freigesetzten Gase mittels Gas-Chromatografie und Massenspektrometrie. So lassen sich Moleküle identifizieren, die seit sehr langer Zeit im Gestein eingeschlossen waren.Frühere Missionen wie die Viking-Sonden in den 1970er Jahren hatten Schwierigkeiten beim Nachweis organischer Stoffe, weil Perchlorate im Marsboden die Proben beim Erhitzen oxidierten. Curiosity kann organische Verbindungen besser isolieren. Forscher warnen dennoch vor voreiligen Schlüssen. Die Zahl plausibler nichtbiologischer Erklärungen der Funde wird jedoch immer kleiner.
Was denkt ihr über die neuen Daten des Mars-Rovers? Haltet ihr einen biologischen Ursprung für plausibel? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Mars-Rover Curiosity entdeckt komplexe organische Moleküle im Gale-Krater
- Decan, Undecan und Dodecan könnten Fragmente von Zellmembranen sein
- Schlammstein-Formation deutet auf ehemaligen See vor Milliarden Jahren hin
- Meteoriteneinschläge allein können hohe Konzentrationen nicht erklären
- Kosmische Strahlung zersetzt organische Moleküle auf der Marsoberfläche
- Ursprüngliche Konzentration der Moleküle war deutlich höher als angenommen
- Biologischer Ursprung der organischen Verbindungen wird wahrscheinlicher
Siehe auch:
Thema:
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