Mars-Rover Curiosity: 13-kg-Brocken blieb hängen, blockierte Bohrer

Ein 13-Kilogramm-Felsbrocken hat den Mars-Rover Curiosity für fast eine Woche lahmgelegt. Das Gestein verklemmte sich während einer Routinebohrung am Roboterarm. Ingenieure mussten ein spezielles Manöver anwenden, um das Gefährt zu befreien.
Wissenschaft, Weltraum, Raumfahrt, Mars, Planet, rover, Curiosity

Panne bei Routinebohrung auf dem Mars

Ende April kam es bei der Erkundung des Mars zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall. Der Curiosity-Rover der US-Raumfahrtbehörde NASA führte eine Standardbohrung an einem Gesteinsbrocken namens Atacama durch. So weit, so laut Plan. Doch anstatt das Material wie vorgesehen zu pulverisieren, löste sich der gesamte Fels aus dem Boden. Das Gestein blieb fest an der Bohrhülse des Roboterarms stecken und legte die wissenschaftliche Arbeit auf Eis.

Der Brocken maß an seiner Basis rund 50 Zentimeter, war 15 Zentimeter dick und wog knapp 13 Kilogramm. Für das Gefährt, das seit über 13 Jahren den Mars erforscht, stellte das eine Premiere dar. Zwar kam es in der Vergangenheit bereits zu Problemen mit dem Bohrmechanismus, doch ein derart massives Objekt hatte sich noch nie verfangen.


Rettungsaktion aus der Ferne

Wie die NASA auf ihrer Webseite schreibt, versuchten die Ingenieure auf der Erde zunächst, den Stein durch einfache Vibrationen abzuschütteln. Das brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Erst nach mehreren Tagen der Beobachtung entwickelte das Team einen konkreten Plan zur Befreiung des Rovers. Das primäre Ziel war es, die empfindlichen Instrumente des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,12 Milliarden Euro) teuren Rovers nicht zu beschädigen.

Anfang Mai führte das Kontrollzentrum schließlich ein komplexeres Manöver durch. Die Befreiungsaktion bestand aus einer stärkeren Neigung des gesamten Bohrers und einer gleichzeitigen Rotation des Roboterarms. Zusätzlich aktivierte das Team die Vibrationsfunktion und ließ den eigentlichen Bohrkopf schnell drehen. Mit Erfolg: Bereits beim ersten Versuch löste sich der Gesteinsbrocken Atacama von der Hülse und zerbrach beim Aufprall auf die Marsoberfläche.

Curiosity kombiniert bei seinen Analysen rotierende Bewegungen mit einer hämmernden Kraft, um harte Materialien zu feinem Pulver zu verarbeiten. Das gewonnene Gesteinsmehl wird anschließend von den integrierten Instrumenten an Bord auf seine chemische Zusammensetzung untersucht. Da Atacama jedoch als ganzer Brocken feststeckte, musste die wissenschaftliche Auswertung genau dieses Gesteins ausfallen. Curiosity setzt die Suche nach organischen Molekülen im Gale-Krater mittlerweile unbeschadet fort.

Glaubt ihr, dass solche unerwarteten Zwischenfälle die Erforschung des Mars stark verzögern? Teilt eure Gedanken zu dem Thema gerne in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Ein 13-Kilogramm-Fels verklemmte sich im Bohrkopf und lähmte Curiosity fast eine Woche lang
  • Der Rover Curiosity führt seit über 13 Jahren Bohrungen auf dem Mars durch
  • Der Felsbrocken Atacama maß etwa 50 Zentimeter und wog knapp 13 Kilogramm
  • Ingenieure der NASA brauchten mehrere Tage, um den Rover mit einem Spezialmanöver zu befreien
  • Das Manöver kombinierte Neigung, Rotation und Vibration des Bohrkopfes in einem Vorgang
  • Der Gesteinsbrocken löste sich beim Manöver und zerbrach in Stücke auf der Marsoberfläche
  • Curiosity erforscht den Mars seit über 13 Jahren und sucht nach organischen Molekülen

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