Neue hochauflösende Daten zeigen:
Mars war mal ein blauer Planet
Der rote Mars war wohl einst ein fast ebenso blauer Planet wie die Erde. Neueste Analysen auf Grundlage hochauflösender Satellitenbilder zeigen deutliche Spuren eines großen Ozeans, der über diverse Flussdeltas gespeist wurde.
Der Fund konzentriert sich auf den südöstlichen Bereich des gigantischen Canyonsystems Valles Marineris, das sich entlang des Mars-Äquators erstreckt. Bereits frühere Studien hatten vermutet, dass in dieser Region einst große Wassermengen vorhanden gewesen sein müssen. Hinweise darauf lieferten unter anderem wasserveränderte Minerale. Die nun neu identifizierten Strukturen gelten jedoch als besonders deutliches Indiz: Sie lassen sich als sogenannte "Fan-Deltas" interpretieren, also fächerförmige Ablagerungen, die direkt in ein größeres Gewässer münden.
"Die hochauflösenden Aufnahmen ermöglichen uns eine bisher unerreichte Detailtiefe", erklärt Ignatius Argadestya, Doktorand an der Universität Bern und Erstautor der Studie, die in npj Space Exploration veröffentlicht wurde. Er beschreibt, wie er bei der Vermessung der Bilder Landschaftsformen erkannte, die an Gebirgszüge und Täler auf der Erde erinnern. Besonders auffällig seien jedoch die deltaartigen Ablagerungen am Rand eines Höhenzugs - Strukturen, die unzweifelhaft auf einen früheren Wassereintrag hinweisen.
Die Erkenntnisse haben weitreichende Bedeutung für die Frage, ob der Mars einst lebensfreundliche Bedingungen bot. Ein stabiler Wasserkreislauf und große stehende Gewässer gelten als zentrale Voraussetzungen für die Entstehung von Leben. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Mars nicht immer der trockene, rote Planet war, den wir heute kennen", betont Argadestya. Allerdings ist diese Zeit wohl schon rund drei Milliarden Jahre her - doch einfaches Leben hatte sich auch da bereits auf der Erde entwickelt.
Siehe auch:
- Mars war einst ähnlich blau wie die Erde mit einem großen Ozean
- Hochauflösende Satellitenbilder zeigen Flussdeltas ähnlich denen auf der Erde
- Strukturen im südöstlichen Valles Marineris deuten auf frühere Wassermassen hin
- Fächerförmige Ablagerungen münden in ein ehemaliges größeres Gewässer
- Der Mars-Ozean könnte eine ähnliche Größe wie das Nordpolarmeer gehabt haben
- Erkenntnisse sind bedeutsam für die Frage nach früherem Leben auf dem Mars
- Diese wasserreiche Phase liegt vermutlich etwa drei Milliarden Jahre zurück
Großer Ozean erkennbar
Die Daten stammen von mehreren Orbitersonden, darunter der europäische ExoMars Trace Gas Orbiter mit der Berner Kamera CaSSIS. Die Analyse der Bilder brachte geologische Strukturen ans Licht, die klassischen Flussdeltas auf der Erde verblüffend ähneln, Formationen also, die entstehen, wenn Sedimente aus einem Flusssystem in ein stehendes Gewässer wie ein Meer oder einen Ozean transportiert und dort abgelagert werden.Der Fund konzentriert sich auf den südöstlichen Bereich des gigantischen Canyonsystems Valles Marineris, das sich entlang des Mars-Äquators erstreckt. Bereits frühere Studien hatten vermutet, dass in dieser Region einst große Wassermengen vorhanden gewesen sein müssen. Hinweise darauf lieferten unter anderem wasserveränderte Minerale. Die nun neu identifizierten Strukturen gelten jedoch als besonders deutliches Indiz: Sie lassen sich als sogenannte "Fan-Deltas" interpretieren, also fächerförmige Ablagerungen, die direkt in ein größeres Gewässer münden.
"Die hochauflösenden Aufnahmen ermöglichen uns eine bisher unerreichte Detailtiefe", erklärt Ignatius Argadestya, Doktorand an der Universität Bern und Erstautor der Studie, die in npj Space Exploration veröffentlicht wurde. Er beschreibt, wie er bei der Vermessung der Bilder Landschaftsformen erkannte, die an Gebirgszüge und Täler auf der Erde erinnern. Besonders auffällig seien jedoch die deltaartigen Ablagerungen am Rand eines Höhenzugs - Strukturen, die unzweifelhaft auf einen früheren Wassereintrag hinweisen.
Es ist lange her
Nach rekonstruierten Meeresspiegeldaten könnte der damalige Ozean eine ähnliche Ausdehnung wie das heutige Nordpolarmeer der Erde gehabt haben. Während frühere Hypothesen über die Existenz eines Mars-Ozeans vielfach auf indirekten Indizien beruhten, stützen sich die Forschenden jetzt auf klar abgegrenzte Küstenlinien, die in den Aufnahmen sichtbar werden. Obwohl die ursprünglichen Deltaformen heute von Winddünen überlagert sind, lassen sich ihre Konturen deutlich erkennen.Die Erkenntnisse haben weitreichende Bedeutung für die Frage, ob der Mars einst lebensfreundliche Bedingungen bot. Ein stabiler Wasserkreislauf und große stehende Gewässer gelten als zentrale Voraussetzungen für die Entstehung von Leben. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Mars nicht immer der trockene, rote Planet war, den wir heute kennen", betont Argadestya. Allerdings ist diese Zeit wohl schon rund drei Milliarden Jahre her - doch einfaches Leben hatte sich auch da bereits auf der Erde entwickelt.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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