Bing boykottiert kompletten Hoster - Nachfragen scheitern an KI
Die alternative Hosting-Plattform Neocities wird von Microsofts Suchmaschine Bing immer wieder regelrecht blockiert. Bei Versuchen der Klärung der Probleme bleibt der Betreiber dann in einem Netz aus KI-Chatbots hängen.
Die Plattform, die 2013 gegründet wurde, versteht sich als kreative Gegenbewegung zu standardisierten Social-Media-Seiten und knüpft bewusst an die verspielte Ästhetik des frühen Internets mit seiner Geocities-Plattform an. Nutzer können dort frei gestaltete Webseiten veröffentlichen, die sich deutlich von heutigen, stark vorgefertigten Layouts unterscheiden.
Gründer Kyle Drake bemerkte die Probleme erstmals im vergangenen Sommer. Nach anfänglichen Gesprächen mit Microsoft schien die Situation kurzfristig gelöst, doch im Januar wurden erneut umfangreiche Sperren aktiv. Besonders alarmierend war für Drake, dass Bing zeitweise auf eine täuschend echte Kopie der Neocities-Startseite verwies, bei der offenbar Logindaten abgefragt wurden. Gleichzeitig brach der Besucherstrom über Bing schlagartig ein, von rund 500.000 täglichen Zugriffen auf null.
Drake versuchte wochenlang, über Support-Anfragen und andere Kanäle eine Klärung zu erreichen. Doch laut eigener Aussage blieb er meist bei automatisierten Antworten hängen. Zwar reagierte Microsoft nach Medienanfragen und hob einige Sperren auf, die Hauptseite von Neocities tauchte kurz darauf wieder in den Suchergebnissen auf. Viele Unterseiten und populäre Projekte bleiben jedoch weiterhin unsichtbar. Microsoft erklärte lediglich, manche Seiten hätten gegen Qualitätsrichtlinien verstoßen, nannte aber keine konkreten Beispiele.
Neocities hostet inzwischen fast 1,5 Millionen Webseiten mit Milliarden von Besuchern und gilt vielen als Zufluchtsort für handgemachte Inhalte in einer zunehmend von KI-generierten Texten geprägten Onlinewelt. Drake hofft weiterhin auf eine einvernehmliche Lösung mit Microsoft, damit kreative, von Menschen gestaltete Seiten wieder gleichberechtigt in Suchmaschinen auftauchen können.
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1,5 Millionen Seiten betroffen
Neocities ist derzeit über die Suchmaschine Bing kaum auffindbar. Aus bislang nicht vollständig geklärten Gründen hat Microsoft offenbar rund 1,5 Millionen unabhängige Websites, die unter dem Label gehostet werden, aus dem Index entfernt, berichtet das US-Magazin Ars Technica.Die Plattform, die 2013 gegründet wurde, versteht sich als kreative Gegenbewegung zu standardisierten Social-Media-Seiten und knüpft bewusst an die verspielte Ästhetik des frühen Internets mit seiner Geocities-Plattform an. Nutzer können dort frei gestaltete Webseiten veröffentlichen, die sich deutlich von heutigen, stark vorgefertigten Layouts unterscheiden.
Gründer Kyle Drake bemerkte die Probleme erstmals im vergangenen Sommer. Nach anfänglichen Gesprächen mit Microsoft schien die Situation kurzfristig gelöst, doch im Januar wurden erneut umfangreiche Sperren aktiv. Besonders alarmierend war für Drake, dass Bing zeitweise auf eine täuschend echte Kopie der Neocities-Startseite verwies, bei der offenbar Logindaten abgefragt wurden. Gleichzeitig brach der Besucherstrom über Bing schlagartig ein, von rund 500.000 täglichen Zugriffen auf null.
Drake versuchte wochenlang, über Support-Anfragen und andere Kanäle eine Klärung zu erreichen. Doch laut eigener Aussage blieb er meist bei automatisierten Antworten hängen. Zwar reagierte Microsoft nach Medienanfragen und hob einige Sperren auf, die Hauptseite von Neocities tauchte kurz darauf wieder in den Suchergebnissen auf. Viele Unterseiten und populäre Projekte bleiben jedoch weiterhin unsichtbar. Microsoft erklärte lediglich, manche Seiten hätten gegen Qualitätsrichtlinien verstoßen, nannte aber keine konkreten Beispiele.
Bing ist wichtig
Die Folgen betreffen zahlreiche Kreative, da Bing trotz seines vergleichsweise kleinen Marktanteils als Standardsuche auf Windows-Geräten dient und Daten an andere Suchdienste liefert. Drake warnte zudem, dass blockierte Originalseiten leichter durch betrügerische Kopien ersetzt werden könnten. Nachdem Bing ein mutmaßliches Phishing-Ergebnis erst nach Beschwerden zurückstufte, rief er zeitweise zum Boykott der Suchmaschine auf.Neocities hostet inzwischen fast 1,5 Millionen Webseiten mit Milliarden von Besuchern und gilt vielen als Zufluchtsort für handgemachte Inhalte in einer zunehmend von KI-generierten Texten geprägten Onlinewelt. Drake hofft weiterhin auf eine einvernehmliche Lösung mit Microsoft, damit kreative, von Menschen gestaltete Seiten wieder gleichberechtigt in Suchmaschinen auftauchen können.
Zusammenfassung
- Microsoft entfernt 1,5 Millionen Neocities-Webseiten aus dem Bing-Index
- Neocities versteht sich als kreative Alternative zu standardisierten Layouts
- Nach kurzzeitiger Lösung wurden im Januar erneut umfangreiche Sperren aktiv
- Besucherstrom über Bing brach von 500000 täglichen Zugriffen auf null ein
- Support-Anfragen führten meist nur zu automatisierten KI-Antworten
- Trotz teilweiser Entsperrung bleiben viele Unterseiten weiterhin unsichtbar
- Neocities gilt als Zufluchtsort für handgemachte Inhalte in der KI-Ära
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