Kehrtwende: Intel treibt 14A-Prozess auch ohne Großkunden voran
Intel hat dieser Tage nicht nur neue Core-Ultra-3-"Panther Lake"-Prozessoren vorgestellt, sondern zugleich versucht, Zweifel an der kommenden Fertigungstechnologie 14A (1,4-nm-Klasse) auszuräumen.
Tan erklärte nun laut eines Berichts von Toms Hardware, Intel gehe "mit voller Kraft" in Richtung 14A und sehe "großartige Dynamik" bei Ausbeute und verfügbarem IP-Portfolio. Frühzeitige Versionen der Entwicklungswerkzeuge für externe Partner sollen noch in diesem Jahr erscheinen, die Serienfertigung ist weiterhin für 2027 geplant. Bemerkenswert ist zudem, dass Tan von "Kunden" sprach. Das ist ein Hinweis darauf, dass Intel nicht nur eigene Produkte auf der 14A-Basis fertigen will, sondern bereits mit externen Interessenten im Gespräch ist.
Die 14A-Technologie gilt als strategisch entscheidend. Zwar führt Intel mit 18A bereits Gate-all-around-Transistoren und die PowerVia-Stromversorgung ein. Doch 14A baut darauf auf und soll die zweite Generation dieser Technologien bringen, inklusive der PowerDirect-Architektur, die Energie noch effizienter an die Transistoren leitet, sowie neuer "Turbo Cells", die kritische Schaltpfade beschleunigen, ohne Chipfläche oder Energieverbrauch deutlich zu erhöhen.
Sollte also ein großer Hersteller wie Apple, Qualcomm oder Nvidia tatsächlich einsteigen, müsste Intel zunächst Milliarden in neue Fertigungsstätten stecken, bevor überhaupt Umsatz fließt. Das verzögert das Erreichen der Gewinnschwelle, könnte aber gleichzeitig als Beleg dienen, dass Intel als externe Foundry ernst genommen wird.
Branchenexperten warnen jedoch, dass Intel ohne frühzeitig verfügbare Kapazitäten Chancen verspielen könnte. Wettbewerber wie TSMC oder Samsung sichern sich mehrere Ankerkunden, bevor sie Fabriken ausbauen, um Auslastung und Planungssicherheit zu gewährleisten. Angesichts der langen Vorlaufzeiten für modernste EUV-Werkzeuge könnte jede Verzögerung dazu führen, dass Intel wichtige Aufträge verliert, und damit auch den Anschluss an die weltweite Spitzengruppe der Auftragsfertiger.
Siehe auch:
- Intel treibt 14A-Prozess voran und kündigt Entwicklungswerkzeuge für 2024 an
- CEO Lip-Bu Tan bestätigt Fortschritte bei Ausbeute und IP-Portfolio für 14A
- Strategisch wichtiger 14A-Prozess baut auf 18A mit verbesserten Technologien auf
- Intel sucht externe Kunden für 14A trotz fehlender Großkunden für 18A
- Für externe Aufträge müsste Intel zunächst in neue Fertigungsstätten investieren
- Experten warnen vor verpassten Chancen durch fehlende frühzeitige Kapazitäten
Kommt nächstes Jahr
Vorstandschef Lip-Bu Tan nutzte die Bühne der Elektronikmesse CES in Las Vegas auch, um den Entwicklungsfortschritt des künftigen Spitzenprozesses zu betonen. Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende seiner Aussagen vom vergangenen Sommer, als er die Weiterentwicklung von 14A noch an die Gewinnung eines Großkunden geknüpft hatte.Tan erklärte nun laut eines Berichts von Toms Hardware, Intel gehe "mit voller Kraft" in Richtung 14A und sehe "großartige Dynamik" bei Ausbeute und verfügbarem IP-Portfolio. Frühzeitige Versionen der Entwicklungswerkzeuge für externe Partner sollen noch in diesem Jahr erscheinen, die Serienfertigung ist weiterhin für 2027 geplant. Bemerkenswert ist zudem, dass Tan von "Kunden" sprach. Das ist ein Hinweis darauf, dass Intel nicht nur eigene Produkte auf der 14A-Basis fertigen will, sondern bereits mit externen Interessenten im Gespräch ist.
Die 14A-Technologie gilt als strategisch entscheidend. Zwar führt Intel mit 18A bereits Gate-all-around-Transistoren und die PowerVia-Stromversorgung ein. Doch 14A baut darauf auf und soll die zweite Generation dieser Technologien bringen, inklusive der PowerDirect-Architektur, die Energie noch effizienter an die Transistoren leitet, sowie neuer "Turbo Cells", die kritische Schaltpfade beschleunigen, ohne Chipfläche oder Energieverbrauch deutlich zu erhöhen.
Wo bleiben die Kunden?
Allerdings bleibt eine zentrale Herausforderung bestehen: Intel hat bislang nach allen vorliegenden Informationen noch keinen Großkunden für 18A gewinnen können, der hohe Stückzahlen abnimmt. Für 14A möchte man dieses Muster durchbrechen. Doch der aktuelle Investitionsplan sieht keine Kapazitäten für externe Aufträge vor.Sollte also ein großer Hersteller wie Apple, Qualcomm oder Nvidia tatsächlich einsteigen, müsste Intel zunächst Milliarden in neue Fertigungsstätten stecken, bevor überhaupt Umsatz fließt. Das verzögert das Erreichen der Gewinnschwelle, könnte aber gleichzeitig als Beleg dienen, dass Intel als externe Foundry ernst genommen wird.
Branchenexperten warnen jedoch, dass Intel ohne frühzeitig verfügbare Kapazitäten Chancen verspielen könnte. Wettbewerber wie TSMC oder Samsung sichern sich mehrere Ankerkunden, bevor sie Fabriken ausbauen, um Auslastung und Planungssicherheit zu gewährleisten. Angesichts der langen Vorlaufzeiten für modernste EUV-Werkzeuge könnte jede Verzögerung dazu führen, dass Intel wichtige Aufträge verliert, und damit auch den Anschluss an die weltweite Spitzengruppe der Auftragsfertiger.
Siehe auch:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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