Forschungs-Durchbruch: LED aus isolierenden Nanopartikeln entwickelt

Einem Forschungsteam der Universität Cambridge ist ein Fortschritt gelungen, der die Bauweise von Leuchtdioden (LEDs) verändern könnte. Noch bestehen technische Hürden, doch die ersten Ergebnisse zeigen, was man bislang für unmöglich hielt.
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Licht aus elektrischen Isolatoren

Isolierende Materialien verhindern in der Elektronik üblicherweise den Stromfluss. Den Forschern des Cavendish Laboratory der Universität Cambridge ist es nun gelungen, elektrisch isolierende, mit Lanthanoiden dotierte Nanopartikel (LnNPs) durch elektrische Anregung zur Lichtemission zu bringen.

Bislang konnten diese Materialien ausschließlich durch externe Lichtquellen zur Fluoreszenz angeregt werden, da ihre große Bandlücke eine elektrische Leitfähigkeit unter normalen Bedingungen ausschließt. Möglich wurde dies durch eine spezielle Hybrid-Architektur. Um die elektrische Isolierung zu überwinden, beschichteten die Wissenschaftler die Nanopartikel mit dem organischen Farbstoff 9-Anthracencarbonsäure (9-ACA).


Effiziente Energienutzung

Die Moleküle dienen als Energieüberträger. Bei angelegter Spannung wird zunächst die organische Hülle angeregt, die die Energie anschließend über einen quantenmechanischen Prozess, den Triplett-Energietransfer (TET), an die Lanthanoid-Ionen im Inneren der Partikel weitergibt.

Wie das Cavendish Laboratory der Uni Cambridge berichtet, nutzt das Verfahren einen Energiezustand, der in optischen Systemen bislang als kaum verwertbar galt. Der Triplett-Zustand überträgt die Energie mit einer Effizienz von mehr als 98 Prozent von der organischen Hülle auf die Nanopartikel. Nach Angaben von Professor Akshay Rao habe das Team damit einen bislang als nahezu unzugänglich geltenden physikalischen Mechanismus nutzbar gemacht:

Diese Nanopartikel sind fantastische Lichtemitter, aber wir konnten sie nicht mit Strom versorgen. Das war ein großes Hindernis für ihren Einsatz in der Alltagstechnologie. Wir haben im Grunde eine Hintertür gefunden, um sie mit Strom zu versorgen. Die organischen Moleküle wirken wie Antennen, fangen Ladungsträger ein und ‚flüstern‘ sie dann durch einen speziellen Triplett-Energieübertragungsprozess, der überraschend effizient ist, an die Nanopartikel weiter.
Professor Akshay Rao, Leiter Cavendish Laboratory

Chancen für Medizin und IT

Die sogenannten LnLEDs arbeiten bereits bei einer Betriebsspannung von rund fünf Volt. Ein Vorteil der Technologie liegt in der spektralen Reinheit des erzeugten Lichts. Im Unterschied zu herkömmlichen Halbleitern oder Quantenpunkten emittieren die Bauteile extrem schmalbandiges Licht im zweiten nahen Infrarotbereich (NIR-II). Dieses Licht kann biologisches Gewebe vergleichsweise tief durchdringen, ohne stark gestreut oder absorbiert zu werden.

Die definierten Wellenlängen gelten als vielversprechend für die biomedizinische Bildgebung. Künftig könnten etwa tragbare Sensoren oder Implantate Organfunktionen überwachen oder Tumorgewebe sichtbar machen, ohne externe Laseranregung zu benötigen. Auch für die optische Datenübertragung könnten die LEDs relevant sein, da sich mit schmalbandigen Lichtquellen Datenkanäle in Glasfasernetzen dichter belegen und Störungen reduzieren lassen.

Noch bestehen technische Hürden. Die externe Quanteneffizienz (EQE) der ersten Prototypen liegt mit etwas über 0,6 Prozent deutlich unter den Werten etablierter OLED- und LED-Technologien. Zudem begrenzt der derzeitige Aufbau mit einer Monolage der Nanohybride die maximale Helligkeit. Die Forscher sehen dennoch Potenzial: Der Ansatz, elektrische Isolatoren über molekulare Antennen anzuregen, eröffnet neue Möglichkeiten für die Optoelektronik.

Was haltet ihr von diesem neuen Ansatz in der LED-Technik? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren!

Was sind die neuen "unmöglichen" LEDs?
Forschern der University of Cambridge ist ein Durchbruch gelungen: Sie haben LEDs aus isolierenden Lanthanid-dotierten Nanopartikeln (LnNPs) entwickelt. Bisher galt es als unmöglich, solche Materialien elektrisch zum Leuchten zu bringen, da sie keinen Strom leiten.

Der Trick liegt in der Verwendung von molekularen Antennen. Organische Moleküle fangen die elektrische Ladung auf und übertragen die Energie an die Nanopartikel. Dies ermöglicht eine völlig neue Klasse von Lichtquellen im Infrarotbereich.
Wie funktionieren isolierende LEDs?
Das Funktionsprinzip basiert auf einem hybriden Design. Organische Farbstoffmoleküle (9-ACA) werden an die Oberfläche der isolierenden Nanopartikel gebunden. Der elektrische Strom fließt in diese Moleküle, nicht direkt in die Partikel.

Dabei werden die Moleküle in einen sogenannten Triplett-Zustand versetzt. Über einen Prozess namens Triplet Energy Transfer (TET) wird die Energie mit über 98 % Effizienz an die Lanthanid-Ionen weitergegeben, die daraufhin Licht emittieren.
Sind sie besser als Quantum Dots?
In Bezug auf die spektrale Reinheit scheinen sie überlegen zu sein. Während Quantum Dots (QDs) oft breitere Emissionsspektren aufweisen, erzeugen die neuen LnLEDs extrem scharfe Wellenlängen (FWHM von 20-55 nm).

Zudem sind Lanthanid-Nanopartikel photostabil, blinken nicht und bleichen nicht aus. Allerdings ist die Helligkeit der ersten Prototypen noch geringer als die etablierter QD-LEDs, was laut den Forschern jedoch optimiert werden kann.
Wann ist die Technik marktreif?
Aktuell handelt es sich um einen "Proof-of-Concept". Die Forscher haben bewiesen, dass das Prinzip funktioniert, stehen aber noch am Anfang der Entwicklung. Es müssen noch Hürden wie die Helligkeit und Effizienzverluste überwunden werden.

Bis zur kommerziellen Verfügbarkeit in Endgeräten dürften noch einige Jahre vergehen. Die Technologie eröffnet jedoch ein komplett neues Feld für die Optoelektronik, das nun intensiv erforscht wird.
Zusammenfassung
  • Durchbruch bei LEDs: Isolierende Nanopartikel emittieren jetzt Licht
  • Spezielle Hybrid-Architektur mit 9-ACA-Farbstoff überwindet Isolierung
  • Triplett-Energietransfer nutzt bisher als nutzlos geltende Energiezustände
  • LnLEDs erzeugen extrem reines Licht im nahen Infrarotbereich (NIR-II)
  • Potenzial für medizinische Bildgebung und optische Datenübertragung
  • Erste Prototypen zeigen Quanteneffizienz von 0,6 Prozent
  • Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten jenseits klassischer Halbleiter

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