Öko-Hardware: Projekt zeigt funktionale PCBs aus Lehm zum Nachbauen
Für moderne Elektronik werden oft teure und umweltschädliche Materialien benötigt. Ein Projekt zeigt einen alternativen Weg. Dabei werden funktionierende Leiterplatten aus einfachem Waldlehm und recyceltem Silber gebaut.
Der Ansatz zielt darauf ab, Elektroschrott zu reduzieren und lokale Lieferketten aufzubauen. Die Basis der alternativen Platinen bilden drei Hauptkomponenten: wilder Lehm aus heimischen Wäldern, recycelter Silberstaub für Leiterbahnen und wiederverwendete Mikrochips aus Altgeräten. Ursprünglich dachte die Gruppe an industrielles Porzellan als Trägermaterial. Da das Material in Öfen bei über 1000 Grad Celsius gebrannt werden muss, entsprach der hohe Energieverbrauch jedoch nicht den ökologischen Zielen.
Als Herzstück der Hardware dient der ATmega328P-Chip. Der bekannte Mikrocontroller stammt von defekten Arduino-Uno-Platinen und wird so vor dem Müll gerettet. Um die Leiterbahnen aufzubringen, wird mit einem Stempel aus dem 3D-Drucker ein Muster in das noch feuchte Material gedrückt.
Für die Leitfähigkeit testete die Gruppe verschiedene Metalle. Da Zinn im Feuer schmilzt und Kupfer bei Hitze schnell oxidiert, fiel die Wahl auf Silber. Eine spezielle leitfähige Farbe aus recyceltem Silberstaub der Schmuckherstellung wird dabei manuell aufgetragen. Gebrannt wird die fertige Platine schließlich in einem einfachen Holzfeuer bei etwa 700 Grad Celsius. Der große manuelle Aufwand beim Bemalen bleibt ein Nachteil, allerdings entsteht bei dem Prozess kaum Abfall.
Was denkt ihr über solche Projekte? Und seid ihr versucht, mithilfe der Anleitung mal euer eigenes Lehm-PCB zu bauen? Teilt eure Gedanken und Meinungen zu dem Thema gerne ausführlich mit uns in den Kommentaren.
Siehe auch:
Problem der Konfliktstoffe
Bei der Produktion moderner Hardware kommen gewöhnlich Konfliktmineralien wie Wolfram und Zinn zum Einsatz. Der weltweite Abbau der Rohstoffe belastet die Umwelt stark und findet oft unter problematischen Arbeitsbedingungen statt. Um eine ethisch vertretbare Alternative zu schaffen, hat eine Gruppe aus Künstlerinnen und Forscherinnen eine Methode entwickelt, mit der sich funktionsfähige PCBs (Printed Circuit Boards) aus natürlichem Lehm herstellen lassen.Der Ansatz zielt darauf ab, Elektroschrott zu reduzieren und lokale Lieferketten aufzubauen. Die Basis der alternativen Platinen bilden drei Hauptkomponenten: wilder Lehm aus heimischen Wäldern, recycelter Silberstaub für Leiterbahnen und wiederverwendete Mikrochips aus Altgeräten. Ursprünglich dachte die Gruppe an industrielles Porzellan als Trägermaterial. Da das Material in Öfen bei über 1000 Grad Celsius gebrannt werden muss, entsprach der hohe Energieverbrauch jedoch nicht den ökologischen Zielen.
Recycling trifft auf Natur
Wie die Initiatorinnen auf ihrer Webseite erklären, lässt sich der rohe Lehm zunächst mit einem einfachen Küchensieb von Steinen und organischen Resten befreien. Nach der Zugabe von Wasser wird das Material geknetet, um Lufteinschlüsse zu entfernen. In der historischen Keramikherstellung wird das Verfahren auch als Schlagen bezeichnet und verhindert Risse. Eine sechseckige Form soll das nahtlose Aneinanderreihen mehrerer Platinen ermöglichen.Als Herzstück der Hardware dient der ATmega328P-Chip. Der bekannte Mikrocontroller stammt von defekten Arduino-Uno-Platinen und wird so vor dem Müll gerettet. Um die Leiterbahnen aufzubringen, wird mit einem Stempel aus dem 3D-Drucker ein Muster in das noch feuchte Material gedrückt.
Für die Leitfähigkeit testete die Gruppe verschiedene Metalle. Da Zinn im Feuer schmilzt und Kupfer bei Hitze schnell oxidiert, fiel die Wahl auf Silber. Eine spezielle leitfähige Farbe aus recyceltem Silberstaub der Schmuckherstellung wird dabei manuell aufgetragen. Gebrannt wird die fertige Platine schließlich in einem einfachen Holzfeuer bei etwa 700 Grad Celsius. Der große manuelle Aufwand beim Bemalen bleibt ein Nachteil, allerdings entsteht bei dem Prozess kaum Abfall.
Anleitung zum Download
Für alle Bastler, die selbst einmal ihr eigenes PCB aus Lehm herstellen wollen, stellen die Macherinnen eine detaillierte Anleitung (PDF) bereit. Auf der zum Open-Source-Projekt gehörenden GitHub-Seite finden Interessierte den nötigen Code, Lötinstruktionen und die Dateien für den Stempel aus dem 3D-Drucker.Was denkt ihr über solche Projekte? Und seid ihr versucht, mithilfe der Anleitung mal euer eigenes Lehm-PCB zu bauen? Teilt eure Gedanken und Meinungen zu dem Thema gerne ausführlich mit uns in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Projekt zeigt Leiterplatten aus Waldlehm statt konfliktbelasteter Rohstoffe
- Recycelter Silberstaub und wiederverwendete Chips bilden den Kern
- Lehm wird gesiebt, geknetet und in sechseckige Formen gebracht
- ATmega328P aus defekten Arduino-Uno-Platinen wird weitergenutzt
- Leitbahnen entstehen per 3D-Druckstempel und Silberfarbe von Hand
- Gebrannt bei 700 Grad im Holzfeuer, mit wenig Abfall und viel Arbeit
Siehe auch:
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