USA stoppen Bau von Offshore-Windparks - Grund ist Verschlusssache

Die US-Regierung hat die verbliebenen Projekte für den Aufbau von Offshore-Windparks auf Eis gelegt. Bei den fünf geplanten Wind­parks wurden teilweise schon erhebliche Bauleistungen er­bracht, doch nun dürfen die Betreiber ihre Anlagen nicht mehr fertigstellen.
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Ørsted

Baustopp unter Berufung auf 'nationale Sicherheit'

Wie das US Department of the Interior (Innenministerium) gestern verkündete, wurden die Pachtverträge für die letzten fünf bereits laufenden Projekte für den Bau von großen Windkraftanlagen an den Küsten der USA jetzt ausgesetzt. Der Schritt wurde zwar bereits erwartet, überrascht aber dennoch, schließlich wurde bei allen dieser Projekte bereits viel "Hardware" an Land und auf See gebaut.

Für die Betreiber der fünf Offshore-Windparks dürfte der wirtschaftliche Schaden somit enorm sein. Als Grund für das, was im Grunde ein Baustopp ist und damit das Ende der Pläne für die Windparks bedeutet, nennt das Ministerium einen Bericht des Verteidigungsministeriums, der allerdings der Geheimhaltung unterliegt, weil er Themen der nationalen Sicherheit der USA betrifft.


Beobachter gehen laut Ars Technica davon aus, dass die aktuelle US-Regierung mit dem Baustopp für die Windparks im Grunde nur das durchzieht, was man bereits zum Amtsantritt des derzeitigen Präsidenten angekündigt hatte. Das Innenministerium versucht schon seit geraumer Zeit, den Bau von Offshore-Windparks zu verhindern. Bei zwei Projekten vor der Küste des Bundesstaats New York und der Halbinsel New England hatte sich der dänische Windenergiekonzern Ørsted nach Lobbyarbeit und Gerichtsurteilen noch durchsetzen und deren weiteren Bau vorantreiben können.

Mit dem jetzt erfolgten Baustopp unter Berufung auf die nationale Sicherheit werden diese beiden Projekte ebenso wie drei andere ähnliche Vorhaben wohl endgültig auf Eis gelegt. Indem man sich bei der Begründung auf geheimgehaltene Informationen des Pentagon stützt, soll wohl verhindert werden, dass Ørsted weiter vor Gericht gegen die scheinbar politisch begründeten Verbote vorgeht.

Der aufgrund nicht wirklich genannter Gründe der nationalen Sicherheit erfolgte Baustopp für die fünf Windpark-Projekte betrifft geplante Kapazitäten von gut 5,8 Gigawatt. Das größte Projekt, geführt vom US-Energieunternehmen Dominion, soll vor der Küste von Virginia entstehen und ganze 2,6 Gigawatt liefern können. Dort sind die an Land befindlichen Teile des Vorhabens bereits fertig, während die Fundamente und weiteren Basiselemente auf See ebenfalls schon stehen. Derzeit läuft eigentlich schon der Bau der Türme und Windkraftturbinen an Land, die bald auf See installiert werden sollten.

Das von Ørsted geplante Projekt "Revolution Wind" soll einst 700 Megawatt leisten und war nach Angaben des Entwicklers bereits zu 80 Prozent abgeschlossen. Im Fall des Projekts Vineyard Wind 1 an der kalifornischen Küste, das einst 800 MW Leistung bieten soll, war der Abschluss für das Ende des Jahres 2025 geplant, sodass die Fertigstellung im Grunde schon nahezu erfolgt ist. Hinter dem Projekt steht der lokale Energieversorger Avangrid, der dafür mit einem dänischen Investor zusammenarbeitet.

Die beiden anderen Projekte befinden sich noch in einem relativ frühen Stadium. Dabei handelt es sich um ein weiteres Vorhaben von Ørsted namens Sunrise Wind sowie ein Projekt des norwegischen Energiekonzerns Equinor mit dem Namen Empire Wind.

Zusammenfassung
  • US-Regierung legt Bau von fünf Offshore-Windparkprojekten auf Eis
  • Als Grund werden geheime Informationen zur nationalen Sicherheit genannt
  • Betroffene Projekte haben bereits erhebliche Baufortschritte erzielt
  • Insgesamt sind geplante Kapazitäten von etwa 5,8 Gigawatt betroffen
  • Kritiker vermuten politische Motive hinter dem Baustopp
  • Begründung durch Geheimhaltung verhindert vermutlich rechtliche Schritte
  • Dänischer Konzern Ørsted besonders von den Maßnahmen betroffen

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