In China verboten: Facebook verdient Milliarden mit Fake-Ads aus China

Mark Zuckerbergs Internetkonzern Meta verdient Milliarden Dollar damit, dass man chinesischen Werbetreibenden ermöglicht, betrügerische, pornografische oder schlicht illegale Angebote zu vermarkten - und das, obwohl Facebook, Instagram und WhatsApp allesamt in China verboten sind.
Facebook, Social Network, Mark Zuckerberg, Instagram, Zuckerberg, 4. Juli
Instagram

Facebook & Co profitieren massiv von Betrug mit Werbung

Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters gewähren erneut Einblick darin, wie Meta mit der Vermarktung von "Fake-Werbung" auf seinen Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp in großem Stil Geld scheffelt. Etwa ein Viertel der Einnahmen aus der Werbung für illegale oder betrügerische Produkte die bei Meta-Diensten vermarktet werden, soll dabei aus China kommen.

Laut internen Dokumenten stiegen die Einnahmen aus der Vermarktung von Werbung von chinesischen Firmen bei Meta im Zeitraum von 2022 bis 2024 um mehr als Doppelte, von 7,4 auf 18,4 Milliarden Dollar pro Jahr. Etwa jeder fünfte Dollar, den Facebook & Co mit Werbung aus China umsetzten, stammte aus Anzeigen für eigentlich verbotene Inhalte.

Zuckerberg verdient lieber kräftig, als User zu schützen

Meta wurde intern angeblich auch auf das Problem aufmerksam, weshalb ein eigenes Team begann, gegen die problematische Werbung aus chinesischen Quellen vorzugehen. Konzern- und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg selbst soll allerdings zwischenzeitlich eingegriffen und das zuständige Team aufgelöst haben, um so die Einnahmen aus der Vermarktung von Werbung von chinesischen Werbetreibenden nicht zu verlieren.

Mit Mitte 2025 soll die Betrugsrate bei Umsätzen aus China deshalb wieder auf rund 16 Prozent gestiegen sein. Angeblich konnte man anhand interner Statistiken auch nachvollziehen, dass der Anteil der betrügerischen Werbeanzeigen auf Metas Plattformen immer dann fällt, wenn in China mehrwöchige nationale Ferienzeiten beginnen.

Bei einer externen Überprüfung wurde zudem festgestellt, dass Facebook & Co nur "inkonsistent" gegen die über hunderte Vermittler geschaltete Werbung chinesischer Werbetreibender für illegale, betrügerische oder pornografische Inhalte vorgehen. Selbst TikTok geht demnach konsequenter gegen Werbebetrug vor, heißt es.

Bei Tests konnte Reuters ohne Probleme Werbung schalten lassen, bei der man Investitionsmöglichkeiten mit vollkommen unrealistischen Erträgen bewarb. Unterdessen gehen die US-Behörden teilweise gegen die Vermarktung von betrügerischen oder illegalen Angeboten auf Facebook, Instagram & Co vor. So beschlagnahmte die US-Bundespolizei FBI im März 214 Millionen Dollar von einem chinesischen Unternehmen, das über die Meta-Dienste Werbung für betrügerische Werbung geschaltet hatte und damit zahlreiche Opfer um ihr Geld betrügen konnte.

Zusammenfassung
  • Meta verdient Milliarden mit betrügerischer Werbung aus China
  • Ein Viertel der Einnahmen aus verbotener Werbung stammt aus China
  • Chinesische Werbeeinnahmen stiegen von 2022 bis 2024 auf 18,4 Milliarden
  • Mark Zuckerberg löste angeblich ein Team zur Bekämpfung des Problems auf
  • Etwa 16 Prozent der Umsätze aus China sind betrügerisch
  • Facebook geht laut Tests nur inkonsistent gegen illegale Werbung vor
  • FBI beschlagnahmte im März 214 Millionen Dollar von beteiligter Firma

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