Facebooks schmutziges Geheimnis:
Milliardenumsatz mit Fake-Werbung

Meta nimmt offenbar billigend in Kauf, dass man milliardenfach "Fake Ads", also betrügerische Werbung, an seine Nutzer ausliefert. Interne Dokumente sollen belegen, wie Facebook & Co jährlich bis zu 16 Milliarden Dollar mit "hochriskanter" Werbung verdient hat.
Facebook, Social Network, Mark Zuckerberg, Instagram, Zuckerberg, 4. Juli
Instagram

Umsatz mit 'Fake Ads' auf bis zu 16 Mrd. Dollar geschätzt

Der Nachrichtenagentur Reuters liegen nach eigenen Angaben umfangreiche interne Dokumente von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, Instagram, Threads und WhatsApp vor, laut denen das Unternehmen jährlich bis zu 10 Prozent seines Umsatzes mit Werbung für betrügerische Angebote, verbotene Güter und illegale Casinos verdient. Dies entspricht aktuell bis zu 16 Milliarden Dollar pro Jahr.

In einem der Papiere heißt es, dass Meta seinen Nutzern an jedem einzelnen Tag etwa 15 Milliarden Mal "Werbung mit höherem Risiko" anzeigt, wobei diese Angabe aus dem Dezember 2024 stammen soll. Gemeint sind damit Anzeigen, bei denen es deutliche Anzeichen dafür gibt, dass sie auf die eine oder andere Art betrügerischer Natur und somit in vielen Ländern potenziell auch illegal sein könnten.


Real waren es wohl 'nur' sieben Milliarden

Mit der Vermarktung von Anzeigen dieser Kategorie erzielte Meta laut einem anderen Dokument von Ende 2024 zuletzt etwa sieben Milliarden Dollar Umsatz. Die Firma selbst verwies darauf, dass die zitierten Daten ein verzerrtes Bild ihres Umgangs mit "Fake Ads" darstellen würden. Die interne Schätzung, dass bis zu 10,1 Prozent des Umsatzes des Jahres 2024 aus betrügerischer Werbung stammen könnten, habe sich später als überzogen erwiesen.

Die tatsächlichen Umsätze aus den meist automatisch gebuchten und vermarkteten "Fake Ads" seien deutlich niedriger gewesen, so die Meta in einer Stellungnahme gegenüber Reuters. Gleichzeitig zeigen die internen Papiere angeblich auch, dass man bei Meta durchaus bemüht ist, den Anteil der betrügerischen Online-Anzeigen zu reduzieren, tut sich damit aber auch extrem schwer.

Geld ist wichtiger als Schutz der Nutzer

Offenbar fürchtet man, dass man bei einem Verzicht auf die Auslieferung von "Fake Ads" zu große Umsatzeinbußen zu erwarten hat. So war es laut einem Papier aus dem Februar 2025 dem für die Bekämpfung der Betrugsanzeigen zuständigen Team untersagt, Maßnahmen zu ergreifen, die den Konzern mehr als 0,15 Prozent des gesamten Konzernumsatzes kosten würden.

Nach Rücksprache mit Meta-Chef und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat man sich jetzt wohl dafür entschieden, den Anteil der Einnahmen aus Fake-Werbung schrittweise zu reduzieren. Zuletzt war angeblich geplant den Anteil behutsam zu reduzieren, sodass zunächst bis Ende 2025 nur noch gut 7,3 Prozent, bis Ende 2026 noch sechs Prozent und bis Ende 2027 noch etwa 5,8 Prozent als "Fake Ads" stammen sollten.

Brisant war auch ein weiteres Detail aus den internen Dokumenten. Angeblich ignoriert Meta praktisch alle Meldungen von Nutzern zu betrügerischen Anzeigen, die auf Facebook, Instagram oder anderswo in seinem Ökosystem zu sehen sind. 99 Prozent der Fälle wurden bisher schlicht nicht weiter verfolgt, wobei das Unternehmen dies intern mit einem Mangel an automatisierten Prüfmöglichkeiten begründete. Auch hier will man mittlerweile nachbessern, so der Reuters-Bericht unter Berufung auf die Dokumente.

Zusammenfassung
  • Meta verdient laut internen Dokumenten bis zu 16 Milliarden Dollar mit Fake-Werbung
  • Täglich werden etwa 15 Milliarden risikoreiche Anzeigen an Nutzer ausgeliefert
  • Betrügerische Werbung machte bis zu 10,1 Prozent des Umsatzes im Jahr 2024 aus
  • Maßnahmen gegen Fake-Ads dürfen nicht mehr als 0,15 Prozent des Umsatzes kosten
  • Meta plant schrittweise Reduktion des Anteils von Fake-Werbung bis Ende 2027
  • 99 Prozent aller Nutzermeldungen zu betrügerischen Anzeigen werden ignoriert
  • Konzern rechtfertigt sich mit verzerrter Darstellung der tatsächlichen Zahlen

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