Nvidia-Grafikkarten erhalten Ortungssystem, um Schmuggel zu stoppen

Der Grafikchipspezialist Nvidia hat hinter verschlossenen Türen über die letzten Monate ein neues System präsentiert, mit dem Grafikkar­ten ihren Standort melden können. Damit soll der Schmuggel von GPUs in Länder mit Handelsbeschränkungen unterbunden werden.
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Telemetrie-Software soll ungefähren Standort melden

Nvidia hat jüngst Berichte bestätigt, laut denen man eine Technologie zur Bestätigung des Standorts von Servern mit bestimmten Grafikchips entwickelt hat. Mit der Software, die optional von den Betreibern der jeweiligen Systeme aktiviert werden kann, soll angeblich der Verkauf von für KI-Aufgaben genutzten GPUs in Länder unterbunden werden, die einem Embargo der USA oder anderer Länder unterliegen.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde das Feature über Monate hinweg immer wieder bei geheimen Vorführungen demonstriert, aber noch nicht offiziell angekündigt. Es handelt es sich um eine softwarebasierte Lösung, die die sogenannten "Confidential Computing Capabilities" der Grafikeinheiten von Nvidia nutzt. Einen Kill-Switch, mit dem sich die jeweiligen GPUs bei Bedarf aus der Ferne deaktivieren ließen, soll es dem Vernehmen nach aber nicht geben.

Freiwillige Nutzung möglich

Nach Angaben eines Nvidia-Mitarbeiters soll das System nur eine ungefähre Bestimmung des Standorts der KI-GPUs ermöglichen. Es ist Teil einer Software, mit der Nvidia-Kunden, die größere Zahlen von Grafikeinheiten abnehmen und in Rechenzentren betreiben, schon jetzt die Computing-Performance ihrer Systeme nachvollziehen können.


Der Ansatz kombiniert die Latenzen bei der Kommunikation der Kundenrechner mit Servern von Nvidia in Verbindung mit anderen Daten, um so eine zumindest auf eine bestimmte Region genaue Angabe über den mutmaßlichen Standort des jeweiligen Host-Systems zu ermitteln. In einem Blog-Eintrag zu dem Thema erklärte Nvidia unter anderem, dass man die Software unter einer Open-Source-Lizenz bereitstellen wolle, weil so auch unabhängige Experten die Sicherheit überprüfen könnten.

Nvidia hat vor, die Software für Überwachung von Leistung, Umfang und letztlich auch ungefährem Standort seiner KI-GPUs erstmals in Verbindung mit den neuen "Blackwell"-Grafikeinheiten für Aufgaben aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz anbieten. Die von den GPUs gelieferten Telemetriedaten könnten grundsätzlich nur gelesen, aber nicht geschrieben werden. Außerdem gebe es keinerlei Möglichkeit für Nvidia, von außen auf die GPUs zuzugreifen oder gar eine Abschaltung mit einem "Kill-Switch" vorzunehmen, beteuerte das Unternehmen.

Natürlich geht es bei der Integration einer Art Standortbestimmung bei KI-Servern mit Nvidia-GPUs vor allem darum, die Exportbeschränkungen der US-Regierung einzuhalten oder das Vertrauen des Regimes zu erlangen.

Derzeit ist keine Ausfuhr der neuesten Nvidia-GPUs für KI-Systeme nach China gestattet, wobei es zuletzt immer wieder auch Festnahmen von mutmaßlichen Schmugglern gab. Allerdings deutete die aktuelle US-Regierung jüngst auch an, dass man die Ausfuhr von Nvidia H200-Chips nach China unter bestimmten Bedingungen zulassen will - dazu gehört auch eine Umsatzbeteiligung in Höhe von bis zu 25 Prozent.
Zusammenfassung
  • Nvidia entwickelt Standortmeldesystem für GPUs gegen Schmuggel
  • Software nutzt Konfidenzialitätsfunktionen der Grafikeinheiten
  • System ermittelt ungefähren Standort anhand von Netzwerklatenz-Daten
  • Technologie wird unter Open-Source-Lizenz für Sicherheitsprüfung angeboten
  • Erstmals mit neuen Blackwell-Grafikeinheiten für KI-Anwendungen verfügbar
  • Nvidia betont: Kein Fernzugriff oder Kill-Switch für GPUs vorgesehen
  • Maßnahme dient Einhaltung von US-Exportbeschränkungen besonders für China

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