Bis zu 4x mehr FPS: AMD FSR Redstone fordert Nvidia heraus

AMD bündelt unter dem Namen FSR Redstone diverse KI-Tech­no­lo­gien für Upscaling und Frame Generation, um qualitativ zu Nvidias DLSS aufzuschließen. Die nötigen Hardware-Beschleuniger stecken allerdings nur in der kommenden Radeon-RX-9000-Generation.
AMD Radeon, AMD Radeon Logo

FSR Redstone: Angriff auf Nvidias DLSS

Mit der Einführung von "FSR Redstone" vollzieht AMD einen radikalen Kurs­wech­sel bei der Bildrekonstruktion. Der Chiphersteller bündelt unter diesem neuen Label diverse Technologien, die primär auf maschinellem Lernen (ML) basieren, um qualitativ zu Nvidias "Deep Learning Super Sampling" (DLSS) aufzuschließen.

Die wichtigste Nachricht für Endanwender ist jedoch eine technische Einschränkung: Die Funktionen setzen dedizierte KI-Beschleuniger auf dem Grafikchip voraus. Damit funktionieren sie exklusiv auf den neuen Grafikkarten der Serie Radeon RX 9000, welche auf der RDNA-4-Architektur basieren. Besitzer von RDNA 3 oder älteren Modellen wie der RX-6000-Reihe profitieren nicht von den Neuerungen. AMD FSR RedstoneÜberblick der Bestandteile des neuen AMD FSR Redstone Das erklärte Ziel der Offensive ist eine signifikante Steigerung der Leistung in modernen Spielen. Bislang setzte AMD bei "FidelityFX Super Resolution" (FSR) auf handgeschriebene Algorithmen, die keine spezielle Hardware erforderten. Die temporalen Verfahren stießen jedoch zunehmend an ihre Grenzen, insbesondere bei der Darstellung feiner Details in Bewegung.

Mit dem Wechsel auf neuronale Netzwerke will der Hersteller Artefakte minimieren und Lichtberechnungen beschleunigen. In anspruchsvollen Titeln wie Cyberpunk 2077 oder God of War Ragnarök sollen die Frameraten im Vergleich zur nativen 4K-Berechnung laut Hersteller um das 2,2- bis 4,7-fache steigen. AMD FSR RedstoneLeistungssteigerung von AMD FSR Redstone im Vergleich zur nativen 4K-Leistung

Die vier Säulen der neuen Technik

Wie AMD im Rahmen der technischen Dokumentation darlegt, setzt sich das Redstone-Paket aus vier zentralen Komponenten zusammen, die Entwickler modular in ihre Spiele-Engines implementieren können. Während das Upscaling und die Frame Generation zum Start breit verfügbar sein sollen, befinden sich die tiefgreifenden Beleuchtungsoptimierungen teilweise noch in der Entwicklung.

  • FSR Upscaling: Hierbei handelt es sich um das vormals als FSR 4 gehandelte Feature. Es ersetzt die bisherigen Algorithmen durch ein KI-Modell, das hardwareseitig beschleunigt wird. Erste Analysen deuten darauf hin, dass die Bildstabilität deutlich höher ausfällt als bei rein temporalen Lösungen.
  • FSR Frame Generation: Die neue Iteration der Zwischenbildberechnung greift ebenfalls auf die KI-Kerne der GPU zurück. Das soll typische Bildfehler, wie sie etwa bei schnell bewegten Schatten in Rennspielen wie F1 25 auftraten, sichtbar reduzieren.
  • FSR Ray Regeneration: Ähnlich wie Nvidias "Ray Reconstruction" nutzt diese Technik KI, um das Rauschen bei Raytracing-Effekten zu glätten. Call of Duty: Black Ops 7 dient hier als erstes Anwendungsbeispiel.
  • FSR Radiance Caching: Ein neuronales Netzwerk zur Vorhersage von Lichtstrahlen und globaler Beleuchtung. Der Release für diese Funktion ist erst für das Jahr 2026 geplant, wobei erste Demos bereits in Warhammer 40.000: Darktide laufen.

Treiber-Lösung und Verfügbarkeit

Ein wesentlicher Aspekt für die Verbreitung der Technologie ist die Art der Implementierung. Berichten von Wccftech zufolge ermöglicht es AMD den Nutzern der RX-9000-Serie, das neue FSR Upscaling treiberseitig in Spielen zu erzwingen, die bereits FSR 3.1 unterstützen. Durch diesen Ansatz sollen bis Ende 2025 bereits über 200 Spiele von der verbesserten Bildqualität profitieren. Die Frame Generation wird initial in rund 40 Titeln nativ verfügbar sein.

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Ende der offenen Plattform-Strategie

Technisch ist der Schritt hin zu KI-gestütztem Upscaling nachvollziehbar, strategisch birgt er jedoch Risiken. Bislang war die breite Hardware-Kompatibilität das stärkste Argument für FSR; selbst Nutzer von Nvidia- oder Intel-Karten konnten AMDs Technik verwenden. Mit Redstone gleicht sich AMD dem Konkurrenten an und errichtet einen geschlossenen Bereich.


Kritiker merken an, dass Features wie Ray Reconstruction bei Nvidia bereits ab der RTX-20-Serie funktionieren, während AMD hier einen harten Schnitt zieht und selbst RDNA 3 außen vor lässt. Ob die Qualitätsgewinne der RDNA-4-Karten ausreichen, um Gamer zum Umstieg auf eine RX 9070 oder RX 9080 zu bewegen, werden unabhängige Tests zeigen müssen.

Der Wechsel von offener Software zu exklusiven Hardware-Features ist ein harter Schnitt. Findet ihr den Schritt für bessere Bildqualität gerechtfertigt oder verliert AMD damit sein wichtigstes Argument? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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Zusammenfassung
  • AMD bündelt mit FSR Redstone KI-Technologien für besseres Upscaling
  • Neue Technologien funktionieren exklusiv auf der Radeon-RX-9000-Serie
  • FSR Redstone wechselt von handgeschriebenen zu KI-basierten Algorithmen
  • Bis zu 4,7-fache Steigerung der Frameraten gegenüber nativer 4K-Berechnung
  • Paket besteht aus vier Komponenten für Upscaling und Beleuchtungseffekte
  • Treiberseitige Implementierung ermöglicht Nutzung in FSR-3.1-Spielen
  • AMD verliert durch Hardware-Exklusivität sein bisheriges Alleinstellungsmerkmal

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