Meta killt interne Studie, die zeigt, wie schädlich Facebook etc. sind
Interne Dokumente belasten Meta schwer: Eine geheime Studie namens "Project Mercury" soll belegen, dass Facebook Depressionen fördert. Statt zu handeln, beendete der Konzern die Forschung angeblich abrupt und hielt die Ergebnisse zurück. Parallelen zur Tabakindustrie werden laut.
Die Ergebnisse dieser internen Erhebung fielen für den Konzern offenbar unerwartet negativ aus. Teilnehmer, die Facebook für eine Woche oder einen Monat nicht nutzten, berichteten über signifikant geringere Gefühle von Depression, Angstzuständen und Einsamkeit. Auch der soziale Vergleichsdruck, ein bekannter Stressfaktor in sozialen Netzwerken, nahm ab.
Anstatt diese Erkenntnisse jedoch zu nutzen, um die Plattform sicherer zu gestalten oder die Öffentlichkeit zu informieren, soll Meta das Projekt vielmehr abrupt eingestellt haben. Die Führungsebene argumentierte intern, die Methodik sei fehlerhaft und die Ergebnisse durch die negative Medienberichterstattung verzerrt gewesen. Infografik Social Media: Die beliebtesten sozialen Netzwerke der Deutschen
In einer besonders kritischen internen Nachricht verglich ein Mitarbeiter das Vorgehen sogar mit der Tabakindustrie: Man wisse um die Schädlichkeit, behalte diese Informationen aber für sich. Diese Dokumente sind Teil einer Sammelklage von Schulbezirken vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien, die den Plattformen vorwerfen, Suchtverhalten bei Jugendlichen bewusst zu fördern.
Besonders schwer wiegen folgende Vorwürfe aus den Akten:
Meta weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die zitierten Passagen als "aus dem Zusammenhang gerissen" und betonte, dass die Studie "Project Mercury" aufgrund methodischer Mängel und nicht wegen ihrer Ergebnisse beendet wurde.
Der Konzern verweist auf die Einführung von "Teen Accounts" und diversen Elternkontrollfunktionen als Beweis für sein Engagement im Jugendschutz. Zudem argumentiert Meta, dass es sich bei der Studie lediglich um ein Pilotprojekt gehandelt habe, das keine validen Rückschlüsse auf die tatsächlichen Auswirkungen der Plattformnutzung zulasse.
Die Vorwürfe wiegen schwer, doch Meta bestreitet eine bewusste Täuschung. Haltet ihr die Argumentation des Konzerns für plausibel oder ist hier eine stärkere Regulierung durch die Regierung nötig? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Sichtweise.
Siehe auch:
Interne Dokumente offenbaren unterdrückte Studie
Im Rahmen eines laufenden Rechtsstreits in den USA sind ungeschwärzte Gerichtsdokumente an die Öffentlichkeit gelangt, die ein bedenkliches Licht auf die interne Forschungspraxis bei Meta werfen. Im Zentrum der Vorwürfe steht das sogenannte "Project Mercury", eine interne Studie aus den Jahren 2019 und 2020. Ziel dieser Untersuchung war es, die Auswirkungen der Facebook-Nutzung auf die psychische Gesundheit der Anwender zu verstehen. In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen wurden Nutzer gebeten, ihre Konten temporär zu deaktivieren, um Veränderungen in ihrem Wohlbefinden zu messen.Die Ergebnisse dieser internen Erhebung fielen für den Konzern offenbar unerwartet negativ aus. Teilnehmer, die Facebook für eine Woche oder einen Monat nicht nutzten, berichteten über signifikant geringere Gefühle von Depression, Angstzuständen und Einsamkeit. Auch der soziale Vergleichsdruck, ein bekannter Stressfaktor in sozialen Netzwerken, nahm ab.
Anstatt diese Erkenntnisse jedoch zu nutzen, um die Plattform sicherer zu gestalten oder die Öffentlichkeit zu informieren, soll Meta das Projekt vielmehr abrupt eingestellt haben. Die Führungsebene argumentierte intern, die Methodik sei fehlerhaft und die Ergebnisse durch die negative Medienberichterstattung verzerrt gewesen. Infografik Social Media: Die beliebtesten sozialen Netzwerke der Deutschen
Meta wie Tabakindustrie
Wie Reuters berichtet, zeigen die nun veröffentlichten internen Kommunikationsverläufe jedoch, dass selbst Meta-Mitarbeiter Zweifel an dieser Darstellung hatten. Ein Forscher notierte, die Studie zeige durchaus einen "kausalen Einfluss auf den sozialen Vergleich".In einer besonders kritischen internen Nachricht verglich ein Mitarbeiter das Vorgehen sogar mit der Tabakindustrie: Man wisse um die Schädlichkeit, behalte diese Informationen aber für sich. Diese Dokumente sind Teil einer Sammelklage von Schulbezirken vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien, die den Plattformen vorwerfen, Suchtverhalten bei Jugendlichen bewusst zu fördern.
Vorwürfe der bewussten Manipulation
Die Klägerseite argumentiert, dass Meta nicht nur negative Studienergebnisse unterdrückte, sondern Sicherheitsfunktionen für Jugendliche absichtlich ineffektiv gestaltete. Die Dokumente legen nahe, dass Entwickler zwar versuchten, Risiken wie Essstörungen oder Körperdysmorphien durch Algorithmus-Anpassungen zu minimieren, diese Bemühungen jedoch oft zugunsten von Wachstumszielen gestoppt wurden.Besonders schwer wiegen folgende Vorwürfe aus den Akten:
- Hohe Toleranzgrenzen: Nutzer müssten laut den Dokumenten bis zu 17 Mal beim Versuch des Menschenhandels oder der sexuellen Ausbeutung erwischt werden ("Strike Threshold"), bevor eine Sperrung erfolgt.
- Versteckte Sicherheit: Jugendschutz-Tools seien so konzipiert worden, dass sie schwer zu finden sind und selten genutzt werden, um die Interaktionsraten nicht zu gefährden.
Meta weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die zitierten Passagen als "aus dem Zusammenhang gerissen" und betonte, dass die Studie "Project Mercury" aufgrund methodischer Mängel und nicht wegen ihrer Ergebnisse beendet wurde.
Der Konzern verweist auf die Einführung von "Teen Accounts" und diversen Elternkontrollfunktionen als Beweis für sein Engagement im Jugendschutz. Zudem argumentiert Meta, dass es sich bei der Studie lediglich um ein Pilotprojekt gehandelt habe, das keine validen Rückschlüsse auf die tatsächlichen Auswirkungen der Plattformnutzung zulasse.
Die Vorwürfe wiegen schwer, doch Meta bestreitet eine bewusste Täuschung. Haltet ihr die Argumentation des Konzerns für plausibel oder ist hier eine stärkere Regulierung durch die Regierung nötig? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Sichtweise.
Zusammenfassung
- Metas 'Project Mercury' zeigte negative Auswirkungen von Facebook auf Nutzer
- Studienteilnehmer berichteten nach Facebook-Pause über weniger Depressionen
- Meta soll die kritische Studie abrupt beendet und Ergebnisse zurückgehalten haben
- Ein Meta-Mitarbeiter verglich das Vorgehen mit der Taktik der Tabakindustrie
- US-Schulbezirke werfen Meta vor, bewusst Suchtverhalten bei Jugendlichen zu fördern
- Laut Dokumenten benötigten Nutzer bis zu 17 Verstöße vor einer Sperrung
- Meta weist die Vorwürfe zurück und verweist auf methodische Mängel der Studie
Siehe auch:
- Gefällt mir: Der Facebook-Like-Button verschwindet aus dem Web
- Facebooks schmutziges Geheimnis: Milliardenumsatz mit Fake-Werbung
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