Britische Forscher warnen vor neuer Ära der "Gehirnwaffen"
Zwei renommierte Wissenschaftler der Universität Bradford schlagen Alarm: Fortschritte in Neurowissenschaften, Pharmakologie und Künstlicher Intelligenz könnten schon bald zu "Gehirnwaffen" führen, wie man sie zuweilen aus der Science-Fiction kennt.
Die Forscher reisen am Wochenende nach Den Haag, wo die Vertragsstaaten der Chemiewaffenkonvention zu ihrer 30. Sitzung zusammenkommen. Dort wollen sie dafür werben, dass die internationale Gemeinschaft diese Sache als neues Konfliktfeld ernst nimmt. "Es klingt wie Science-Fiction", sagt Crowley gegenüber dem Guardian. "Die Gefahr besteht darin, dass es Realität wird."
Ihr Buch, veröffentlicht von der Royal Society of Chemistry, zeichnet nach, wie lange Staaten bereits versuchen, Substanzen oder Technologien zu entwickeln, die direkt auf das zentrale Nervensystem wirken. Während des Kalten Krieges forschten die USA, die Sowjetunion und China gezielt an chemischen Mitteln, die Menschen zeitweise außer Gefecht setzen sollten, etwa durch Bewusstlosigkeit, extreme Verwirrung oder Lähmungserscheinungen. Der bislang einzige dokumentierte Großeinsatz solcher Wirkstoffe erfolgte 2002 bei der Geiselnahme in einem Moskauer Theater, als russische Sicherheitskräfte fentanylbasierte Substanzen einsetzten. Zwar wurden die meisten Geiseln befreit, doch mehr als 120 Menschen starben infolge der eingesetzten Chemikalien.
Die beiden Wissenschaftler kritisieren, dass bestehende Rüstungskontrollabkommen diese neue Klasse potenzieller Waffen nur unzureichend erfassen. Sie plädieren daher für einen umfassenderen, vorausschauenden Regulierungsansatz. Dazu zählen ein internationaler Arbeitskreis zu neuroaktiven Substanzen, klarere Definitionen sowie bessere Kontroll- und Ausbildungsstrukturen.
Trotz aller Warnungen betonen sie, dass es ihnen nicht um die Einschränkung legitimer Forschung gehe. Vielmehr gelte es, Missbrauch zu verhindern. "Dies ist ein Weckruf", so Crowley. "Wir müssen jetzt handeln, um die Integrität der Wissenschaft - und die Unantastbarkeit des menschlichen Geistes - zu schützen."
Siehe auch:
Neue Entwicklungen im Blick
Die Fortschritte bei verschiedenen Technologien können demnach dazu führen, dass menschliche Wahrnehmung, Erinnerung oder sogar Verhalten gezielt manipuliert werden können. Und das nicht im Labor, sondern als Mittel der Kriegsführung. Michael Crowley und Malcolm Dando führten dies in einem neuen Fachbuch aus, das nach eigener Aussage als dringender Weckruf verstanden werden soll.Die Forscher reisen am Wochenende nach Den Haag, wo die Vertragsstaaten der Chemiewaffenkonvention zu ihrer 30. Sitzung zusammenkommen. Dort wollen sie dafür werben, dass die internationale Gemeinschaft diese Sache als neues Konfliktfeld ernst nimmt. "Es klingt wie Science-Fiction", sagt Crowley gegenüber dem Guardian. "Die Gefahr besteht darin, dass es Realität wird."
Ihr Buch, veröffentlicht von der Royal Society of Chemistry, zeichnet nach, wie lange Staaten bereits versuchen, Substanzen oder Technologien zu entwickeln, die direkt auf das zentrale Nervensystem wirken. Während des Kalten Krieges forschten die USA, die Sowjetunion und China gezielt an chemischen Mitteln, die Menschen zeitweise außer Gefecht setzen sollten, etwa durch Bewusstlosigkeit, extreme Verwirrung oder Lähmungserscheinungen. Der bislang einzige dokumentierte Großeinsatz solcher Wirkstoffe erfolgte 2002 bei der Geiselnahme in einem Moskauer Theater, als russische Sicherheitskräfte fentanylbasierte Substanzen einsetzten. Zwar wurden die meisten Geiseln befreit, doch mehr als 120 Menschen starben infolge der eingesetzten Chemikalien.
Konkrete Vorschläge
Laut Crowley und Dando sind die heutigen Möglichkeiten weitaus weiter entwickelt: Präziser wirkende Stoffe und neurotechnologische Verfahren könnten künftig genutzt werden, um Menschen gezielt zu sedieren, zu beeinflussen oder sogar in ihrem Denken zu steuern. "Das Wissen, das eigentlich neurologische Erkrankungen lindern soll, kann ebenso für ganz andere Zwecke missbraucht werden", warnt Dando.Die beiden Wissenschaftler kritisieren, dass bestehende Rüstungskontrollabkommen diese neue Klasse potenzieller Waffen nur unzureichend erfassen. Sie plädieren daher für einen umfassenderen, vorausschauenden Regulierungsansatz. Dazu zählen ein internationaler Arbeitskreis zu neuroaktiven Substanzen, klarere Definitionen sowie bessere Kontroll- und Ausbildungsstrukturen.
Trotz aller Warnungen betonen sie, dass es ihnen nicht um die Einschränkung legitimer Forschung gehe. Vielmehr gelte es, Missbrauch zu verhindern. "Dies ist ein Weckruf", so Crowley. "Wir müssen jetzt handeln, um die Integrität der Wissenschaft - und die Unantastbarkeit des menschlichen Geistes - zu schützen."
Zusammenfassung
- Britische Forscher warnen vor möglichen Gehirnwaffen durch Fortschritte
- Manipulation von Wahrnehmung und Verhalten als potenzielle Kriegsmittel
- Wissenschaftler werden bei Chemiewaffenkonvention am 30. November 2025 sprechen
- Historische Entwicklung reicht bis zu Forschungen während des Kalten Krieges
- Heutige Technologien könnten gezielt neurologische Funktionen beeinflussen
- Bestehende Rüstungskontrollabkommen bieten unzureichenden Schutz
- Forscher fordern internationale Regulierung ohne Einschränkung der Forschung
Siehe auch:
Thema:
Beliebte Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen