Microsoft, Amazon, Google:
EU schreitet wegen Cloud-Ausfällen ein
Die großen Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud könnten schon bald stärker ins Visier der EU geraten. Nach Informationen aus EU-Kreisen, die anonym bleiben wollen, bereitet die Kommission eine Marktuntersuchung vor.
Auslöser für die geplante Prüfung sind mehrere gravierende Störungen, die in den vergangenen Monaten weltweit für Probleme sorgten. Sie machten deutlich, wie abhängig Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mittlerweile von nur wenigen Cloud-Anbietern sind. So legte ein 15-stündiger Ausfall bei AWS im vergangenen Monat die IT zahlreicher Firmen lahm, von Apple über McDonald's bis hin zu Epic Games.
Auch Microsofts Azure kämpfte im Herbst mit Pannen, die unter anderem den Check-in bei Alaska Airlines und Abstimmungsvorgänge im schottischen Parlament beeinträchtigten. Google Cloud wiederum verursachte bereits im Juni einen globalen Ausfall, der Dienste wie Spotify und Discord traf.
Bisher fielen die Cloud-Giganten nicht unter den DMA, weil große Teile ihres Geschäfts über Unternehmensverträge laufen und daher schwer zu erfassen ist, wie viele einzelne Nutzer tatsächlich betroffen sind. Das ist allerdings ein zentrales Kriterium des Gesetzes. Die Kommission will nun prüfen, ob diese Hürde noch zeitgemäß ist und ob die Marktstellung der Anbieter zusätzliche Auflagen rechtfertigt.
Offizielle Stellungnahmen bleiben bislang rar. Die EU-Kommission und Microsoft lehnten eine Kommentierung ab, von AWS und Google liegt bislang keine Antwort vor. Die Konsequenzen könnten erheblich sein. Zuwiderhandlungen gegen den DMA haben bereits zu hohen Strafen geführt. Apple musste 500 Millionen Euro zahlen, Meta 200 Millionen. Für die Cloud-Branche könnte eine Einstufung unter das Gesetz daher nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Einschnitte bedeuten.
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Siehe auch:
Cloud-Riesen könnten unter den DMA fallen
Diese soll klären, ob die drei Konzerne zukünftig unter die besonders strengen Vorgaben des Digital Markets Act (DMA) fallen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit würde Europas umfassendstes Regelwerk zur Kontrolle mächtiger Digitalunternehmen erstmals auch die Cloud-Branche erreichen.Auslöser für die geplante Prüfung sind mehrere gravierende Störungen, die in den vergangenen Monaten weltweit für Probleme sorgten. Sie machten deutlich, wie abhängig Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mittlerweile von nur wenigen Cloud-Anbietern sind. So legte ein 15-stündiger Ausfall bei AWS im vergangenen Monat die IT zahlreicher Firmen lahm, von Apple über McDonald's bis hin zu Epic Games.
Auch Microsofts Azure kämpfte im Herbst mit Pannen, die unter anderem den Check-in bei Alaska Airlines und Abstimmungsvorgänge im schottischen Parlament beeinträchtigten. Google Cloud wiederum verursachte bereits im Juni einen globalen Ausfall, der Dienste wie Spotify und Discord traf.
Bisher fielen die Cloud-Giganten nicht unter den DMA, weil große Teile ihres Geschäfts über Unternehmensverträge laufen und daher schwer zu erfassen ist, wie viele einzelne Nutzer tatsächlich betroffen sind. Das ist allerdings ein zentrales Kriterium des Gesetzes. Die Kommission will nun prüfen, ob diese Hürde noch zeitgemäß ist und ob die Marktstellung der Anbieter zusätzliche Auflagen rechtfertigt.
Schärfere Regulierung
Im Raum stehen insbesondere neue Verpflichtungen zur besseren Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen, zur erleichterten Datenportabilität sowie mögliche Grenzen für das Bündeln von Diensten. Sollte die Untersuchung ergeben, dass AWS, Azure oder Google Cloud als sogenannte Gatekeeper einzustufen sind, müssten sie sich auf striktere Regeln einstellen.Offizielle Stellungnahmen bleiben bislang rar. Die EU-Kommission und Microsoft lehnten eine Kommentierung ab, von AWS und Google liegt bislang keine Antwort vor. Die Konsequenzen könnten erheblich sein. Zuwiderhandlungen gegen den DMA haben bereits zu hohen Strafen geführt. Apple musste 500 Millionen Euro zahlen, Meta 200 Millionen. Für die Cloud-Branche könnte eine Einstufung unter das Gesetz daher nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Einschnitte bedeuten.
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Zusammenfassung
- EU bereitet Marktuntersuchung zu führenden Cloud-Diensten vor
- Gravierende Störungen bei AWS, Microsoft Azure und Google Cloud
- 15-stündiger AWS-Ausfall legte IT zahlreicher Unternehmen lahm
- Cloud-Giganten fielen bisher nicht unter das Digital Markets Act
- Mögliche neue Verpflichtungen für Interoperabilität und Datenportabilität
- Als Gatekeeper eingestufte Firmen müssten sich auf striktere Regeln einstellen
- Verstöße gegen DMA führten bereits zu Strafen in Millionenhöhe
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