"Revolutionärer" Atlas-Browser ist nur Chromium mit Datenschutz-Fails
OpenAI hat mit ChatGPT Atlas einen eigenen Webbrowser vorgestellt, der nach Angaben des Unternehmens das Surfen im Internet neu definieren soll. In der Realität bekommt man ein modifiziertes Chromium mit integriertem Chatbot und Datenschutzproblemen.
Herzstück von ChatGPT Atlas ist die Funktion "Memories". Sie soll deutlich mehr leisten als ein herkömmlicher Browserverlauf: Das System merkt sich Kontexte, Dokumente und Interaktionen und erlaubt so eine dialogbasierte Suche in natürlicher Sprache. Nutzer sollen nicht mehr mit URLs oder Keywords hantieren müssen, sondern schlicht fragen können, was sie suchen. Doch Datenschützer sehen darin ein zweischneidiges Schwert, wie die Washington Post berichtet.
Denn Memories ist standardmäßig aktiviert. Das bedeutet: Atlas speichert automatisch Details über besuchte Webseiten, Nutzungsverhalten und Vorlieben. Zwar verspricht OpenAI, keine persönlichen oder sensiblen Informationen wie Bankdaten, Ausweise oder Gesundheitsdaten dauerhaft zu speichern, doch viele Experten bleiben skeptisch. Einzelne Seiten lassen sich zwar manuell vom Tracking ausnehmen, doch ob diese Schutzmechanismen tatsächlich zuverlässig funktionieren, bleibt unklar.
Der Entwickler Simon Willison forderte OpenAI öffentlich auf, detailliert zu erklären, wie Atlas solche Angriffe verhindern will. "Momentan scheint die Hauptsicherheitsmaßnahme darin zu bestehen, dass der Nutzer ständig mit Argusaugen beobachtet, was der Agent tut", schrieb er.
Nur Stunden nach dem Start meldete sich der erste Hacker zu Wort: Unter dem Pseudonym @elder_plinius demonstrierte ein Nutzer, wie sich der Atlas-Agent über einen "Clipboard Injection"-Trick zu gefährlichen Phishing-Seiten umleiten lässt.
Siehe auch:
Daten sind gefragt
Die Motivation hinter einem Browser von OpenAI liegt auf der Hand: Daten. Browser enthalten riesige Mengen sensibler Informationen, von besuchten Webseiten über Passwörter und Zahlungsdaten bis hin zu Telemetriedaten über Klickverhalten. Diese Fülle an Nutzerdaten will OpenAI offenbar nutzen, um sein KI-Ökosystem zu erweitern.Herzstück von ChatGPT Atlas ist die Funktion "Memories". Sie soll deutlich mehr leisten als ein herkömmlicher Browserverlauf: Das System merkt sich Kontexte, Dokumente und Interaktionen und erlaubt so eine dialogbasierte Suche in natürlicher Sprache. Nutzer sollen nicht mehr mit URLs oder Keywords hantieren müssen, sondern schlicht fragen können, was sie suchen. Doch Datenschützer sehen darin ein zweischneidiges Schwert, wie die Washington Post berichtet.
Denn Memories ist standardmäßig aktiviert. Das bedeutet: Atlas speichert automatisch Details über besuchte Webseiten, Nutzungsverhalten und Vorlieben. Zwar verspricht OpenAI, keine persönlichen oder sensiblen Informationen wie Bankdaten, Ausweise oder Gesundheitsdaten dauerhaft zu speichern, doch viele Experten bleiben skeptisch. Einzelne Seiten lassen sich zwar manuell vom Tracking ausnehmen, doch ob diese Schutzmechanismen tatsächlich zuverlässig funktionieren, bleibt unklar.
Empfindlicher Agent
Auch in puncto Sicherheit gibt es bereits erste Warnungen. Der integrierte KI-Agent kann selbstständig Webseiten besuchen und Aufgaben im Auftrag des Nutzers erledigen. Solche Funktionen haben schon bei anderen Browserprojekten zu Problemen geführt. Sicherheitsforscher erinnerten daran, dass ähnliche Systeme, etwa bei Perplexitys "Comet"-Browser, durch Prompt Injections manipuliert werden konnten.Der Entwickler Simon Willison forderte OpenAI öffentlich auf, detailliert zu erklären, wie Atlas solche Angriffe verhindern will. "Momentan scheint die Hauptsicherheitsmaßnahme darin zu bestehen, dass der Nutzer ständig mit Argusaugen beobachtet, was der Agent tut", schrieb er.
Nur Stunden nach dem Start meldete sich der erste Hacker zu Wort: Unter dem Pseudonym @elder_plinius demonstrierte ein Nutzer, wie sich der Atlas-Agent über einen "Clipboard Injection"-Trick zu gefährlichen Phishing-Seiten umleiten lässt.
Zusammenfassung
- OpenAIs neuer Browser ist lediglich modifiziertes Chromium mit ChatGPT
- Die 'Memories'-Funktion speichert automatisch Surfverhalten und Kontexte
- Datenschützer kritisieren die standardmäßig aktivierte Datenerfassung
- KI-Agent kann selbstständig Webseiten besuchen und Aufgaben ausführen
- Sicherheitsexperten warnen vor möglichen Prompt-Injection-Angriffen
- Erster Hacker demonstrierte bereits erfolgreichen Phishing-Angriff
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