Deutschland: Polizei soll der Abschuss von Drohnen erlaubt werden

Die Bundesregierung will der Polizei zukünftig ausdrücklich erlauben, unbemannte Fluggeräte, also Drohnen, im deutschen Luftraum abzuschießen. Dies soll aber nur gelten, wenn sie auf irgendeine Weise eine Gefahr darstellen.
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Gesetzentwurf beschlossen

Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am gestrigen Mittwoch vom Kabinett beschlossen und soll nun dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Ziel ist es, schneller und wirksamer auf sicherheitsrelevante Zwischenfälle reagieren zu können, wie sie zuletzt an mehreren europäischen Flughäfen aufgetreten sind.

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, Drohnenvorfälle gefährdeten die öffentliche Sicherheit. "Das werden wir nicht zulassen. Wir stärken die Befugnisse der Bundespolizei, damit verdächtige Drohnen künftig schneller erkannt und unschädlich gemacht werden können", erklärte Merz. Neben dem gezielten Abschuss sollen auch andere Methoden erlaubt sein, etwa das Stören von Steuer- und Navigationssignalen oder der Einsatz von Lasertechnik.


Der Gesetzentwurf folgt auf einen Zwischenfall am vergangenen Freitag am Münchner Flughafen, dem zweitgrößten Deutschlands. Wegen mehrerer Drohnensichtungen mussten zahlreiche Flüge umgeleitet oder gestrichen werden, über 10.000 Reisende saßen zeitweise fest. Nach Angaben von Merz gibt es Hinweise darauf, dass viele der Drohnen, die am Wochenende über Deutschland gesichtet wurden, aus Russland gesteuert oder von dort unterstützt worden sein könnten. Es habe sich allerdings um unbewaffnete Aufklärungsflüge gehandelt.

Auch auf EU-Ebene wächst die Sorge über eine mögliche hybride Kriegsführung mit Drohnen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits im September den Aufbau einer sogenannten "Drohnenmauer" gefordert. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk aus Sensoren und Abwehrsystemen, das Europas östliche Grenze schützen soll.

Anti-Drohnen-Einheit geplant

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte an, bei der Bundespolizei eine spezielle Einheit zur Drohnenabwehr einzurichten. Zudem wolle man eng mit Israel und der Ukraine zusammenarbeiten, die bei der Entwicklung entsprechender Technologien führend seien. Während die Polizei vor allem niedrig fliegende Drohnen bekämpfen solle, sei für größere und militärisch relevante Modelle die Bundeswehr zuständig.

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung kam es zwischen Januar und Ende September 2025 zu 172 drohnenbedingten Störungen im deutschen Luftraum, das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 129 Fällen im Vorjahreszeitraum. Sicherheitsexperten warnen jedoch, dass das Abschießen von Drohnen in dicht besiedelten Gebieten erhebliche Risiken bergen könne und viele Flughäfen bislang nicht über ausreichend schnelle Erkennungssysteme verfügen.
Zusammenfassung
  • Bundesregierung will Polizei das Abschießen von Drohnen erlauben
  • Kabinett beschloss am 08.10.2025 entsprechenden Gesetzentwurf
  • Auch Störungen von Steuer- und Navigationssignalen sollen gestattet werden
  • Drohnenvorfälle am Münchner Flughafen führten zu Flugausfällen
  • Verdacht auf russische Steuerung der kürzlich gesichteten Drohnen
  • Spezielle Einheit zur Drohnenabwehr bei der Bundespolizei geplant
  • 172 Drohnenstörungen im deutschen Luftraum bis September 2025

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