Bericht über Gespräche: Intel könnte bald Prozessoren von AMD fertigen

Intel und AMD verhandeln offenbar darüber, ob die Chips des kleine­ren Konkurrenten nicht in den Werken des verstärkt als Vertragsfer­tiger agierenden x86-Marktführers gebaut werden könnten. Aktuell sollen frühe Gespräche laufen, nachdem AMD bereits länger entsprechende Optionen prüfte.
Logo, Cpu, Prozessor, Chip, Intel, Amd, Prozessoren, Ryzen, Intel Core i7, AMD Ryzen, Intel Core, Core i7, Intel Vs. AMD, Intel versus AMD, AMD vs. Intel

AMD und Intel in frühen Gesprächen

Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Semafor laufen derzeit erste Gespräche zwischen Intel und AMD, was eine mögliche Fertigung von AMD-Chips in den Werken von Intel betrifft. Noch stecken die Verhandlungen angeblich in einem frühen Stadium, weshalb der Ausgang vollkommen offen sein soll. Der Bericht stützt sich auf Quellen aus dem Umfeld der beiden beteiligten Firmen.

Noch soll es keinerlei Details zu der Option auf die Fertigung von AMD-Chips in Intel-Werken geben, womit auch unklar ist, wie groß der Anteil der zu Intel verlagerten AMD-Produktion sein könnte. Eigentlich sind Intel und AMD seit Jahrzehnten Konkurrenten, doch versucht der angeschlagene Chipgigant Intel seit einiger Zeit, verstärkt Kunden für seine modernen Fertigungstechnologien zu finden, deren Chips er als Auftragsfertiger produzieren kann.


Nach Nvidia könnte auch Apple investieren

In den letzten Wochen hatte Intel den Einstieg einer Reihe neuer Geldgeber und Partner bekannt gegeben, zu denen neben der US-Regierung auch der Grafikspezialist Nvidia und der japanische Investor SoftBank gehören. Außerdem soll es Gespräche über eine mögliche Beteiligung von Apple geben, so jedenfalls die seit Wochen brodelnde Gerüchteküche. Schon im April gab es Berichte, wonach AMD eine Fertigung bei Intel in Betracht ziehen könnte.

AMD lässt seine CPUs und GPUs seit einigen Jahren praktisch ausschließlich beim weltweit führenden Halbleiter-Vertragsfertiger TSMC produzieren, nachdem man sich schon vor Jahrzehnten von der hauseigenen Fertigung verabschiedete und diese in das eigenständige Unternehmen Global Foundries auslagerte. Intel steht hingegen nach einer Reihe von Fehlschlägen unter massivem Druck.

Weil die Arbeit an den eigenen Prozessoren zuletzt immer wieder ins Stocken geriet, der KI-Boom praktisch verschlafen wurde und man Marktanteile an andere Anbieter verlor, begann unter dem früheren CEO Pat Gelsinger ein Umbau, mit dem man zu einem der führenden Chip-Vertragsfertiger werden will. Mittlerweile hat der neue Intel-Chef Lip-Bu Tan die Ambitionen deutlich - vor allem aus finanziellen Gründen - deutlich zurückgeschraubt und setzt mit einem radikalen Sparkurs alles daran, den Konzern wieder aus seinen selbstgemachten Schwierigkeiten herauszuführen.

Zusammenfassung
  • Intel und AMD verhandeln über mögliche Fertigung von AMD-Chips in Intel-Werken
  • Gespräche befinden sich noch in frühem Stadium mit völlig offenem Ausgang
  • Intel versucht verstärkt als Auftragsfertiger für moderne Fertigungstechnologien
  • AMD produziert seine Chips aktuell fast ausschließlich beim Marktführer TSMC
  • Intel gewinnt neue Geldgeber wie Nvidia, SoftBank und möglicherweise Apple
  • Nach Fehlschlägen und Marktanteilsverlusten begann Intel unter Gelsinger Umbau
  • Neuer Intel-Chef Lip-Bu Tan setzt nun auf radikalen Sparkurs für Konzern

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Intels Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!