Gefährlicher Download: Fake-Teams-Installer verteilt fiese Malware

Als Suchergebnis wirkt die Seite glaubwürdig, doch der Klick führt zu einer Schadsoftware: Angreifer nutzen bezahlte An­zei­gen und manipulierte Suchergebnisse, um einen ver­meint­li­chen Microsoft Teams-Installer zu verbreiten. Darauf muss man achten.
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Eine weitere Malvertising-Falle

Dieses Vorgehen ist nicht neu und als "malvertising" und "SEO-Poisoning" bekannt. Nun trifft es mit der Microsoft Teams-Anwendung eine App, die tagtäglich von Nutzern über Google und Co gesucht und heruntergeladen wird.

Hintertür statt Videokonferenz-Software

Wie das Online-Magazin Bleeping Computer warnt, findet damit jetzt eine bekannte Schadsoftware namens Oyster, aka Broomstick oder CleanUpLoader, auf die Computer von unvorsichtigen Nutzern. Es handelt sich bei Oyster um einen Hintertür, die seit Mitte 2023 bekannt ist.


Nach der Infektion erlaubt sie es Angreifern, aus der Ferne Befehle auszuführen, weitere Schadprogramme nachzuladen und Dateien vom Gerät zu übertragen. Kurz gesagt: Oyster schafft für Kriminelle einen unbemerkten Zugang, mit dem später größere Angriffe möglich werden können.

Der Trick hinter der aktuellen Kampagne ist simpel und effektiv: Nutzer suchen nach "Teams Download" und bekommen eine Anzeige oder ein Suchtreffer angezeigt, der auf eine gefälschte Downloadseite führt. Dort heißt die Datei genauso wie beim Original - "MSTeamsSetup.exe" - und ist deshalb auf den ersten Blick schwer von der echten Installationsdatei zu unterscheiden.

In einigen Fällen dient Oyster als Einstieg, um später Ransomware-Operationen oder andere schwere Angriffe vorzubereiten. In den untersuchten Fällen war die Datei sogar mit scheinbar legitimen Signaturzertifikaten versehen, um Misstrauen zu dämpfen. Technisch läuft der Fake-Installer so ab: Beim Start legt er eine DLL mit dem Namen "CaptureService.dll" im Ordner %APPDATA%\Roaming ab. Infografik Computerkriminalität: Wo Cyberattacken ihren Ursprung habenComputerkriminalität: Wo Cyberattacken ihren Ursprung haben

So bleibt das Einfallstor offen

Zusätzlich richtet die Malware eine geplante Aufgabe ("CaptureService") ein, die das Modul alle elf Minuten startet. Dadurch bleibt die Hintertür auch nach einem Neustart aktiv - ein Standardtrick, um Persistenz auf dem System zu gewährleisten.

Im vergangenen Jahr machte eine solche Malware-Kampagne von sich reden, bei der Hacker unbedarfte Nutzer mit gefälschten WinSCP- und Putty-Downloads in die Falle lockten.

Wie schützen sich Anwender und Firmen? Für Privatanwender gilt: Software möglichst ausschließlich Seiten laden, die man kennt, die URL prüfen und bezahlte Anzeigen in den Suchanfragen zu Downloads meiden. Bei Unsicherheit ist es ratsam, die offizielle Website manuell anzusteuern statt über Suchergebnisse zu gehen.

IT-Verantwortliche sollten zusätzlich technische Maßnahmen ergreifen: Downloads von Drittseiten einschränken, ausführbare Dateien aus nicht standardmäßigen Pfaden überwachen, Scheduled Tasks auf ungewöhnliche Einträge prüfen und EDR/SIEM-Regeln anlegen, die Aktivitäten wie das Ablegen und Aufrufen von DLLs aus %APPDATA% detektieren. Auch die kritische Überprüfung von Code-Signaturen kann helfen, falsch positive Vertrauenssignale zu reduzieren.

Wie achtet ihr auf mögliche Gefahren, damit ein vermeintlicher Installer nicht zur offenen Hintertür für das (Heim-) Netzwerk wird?

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Zusammenfassung
  • Malware-Verbreitung durch gefälschte Microsoft Teams-Downloads
  • Angreifer nutzen bezahlte Anzeigen und manipulierte Suchergebnisse
  • Schadsoftware Oyster ermöglicht Fernzugriff und spätere Angriffe
  • Fake-Installer mit identischen Namen und gefälschten Zertifikaten
  • Malware erreicht Persistenz durch geplante Systemaufgaben
  • IT-Personal besonders gefährdet aufgrund höherer Berechtigungen
  • Software nur von offiziellen Websites laden, Anzeigen meiden

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