Früher als geplant: Vodafone kündigt 2G-Abschaltung an

Vodafone zieht das Datum für die 2G-Abschaltung um zwei Jahre vor: Bereits im September 2028 ist Schluss mit dem fast 40 Jahre alten GSM-Netz. Betroffen sind nicht nur Nutzer alter Handys, sondern auch Millionen Fahrzeuge und IoT-Geräte.
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Ende einer Mobilfunk-Ära kommt früher

Das hat der Anbieter jetzt bestätigt. Bekannt war bereits, dass die Telekom auch 2028 mit der 2G-Abschaltung beginnt. Telefónica/O2 hat bisher noch kein konkretes Datum für die Abschaltung genannt. So oder so - rund 40 Jahre nach seiner Einführung steht dem ersten digitalen Mobilfunknetz in Deutschland das endgültige Aus bevor.

Nach Angaben von Vodafone soll die Abschaltung erhebliche Vorteile bringen. Die freigewordenen Frequenzen verstärken demnach andere Netze um rund zehn Prozent.

Dadurch gewinnen wir zusätzliche Kapazitäten, um unser LTE- und 5G-Netz vor allem für die Menschen auf dem Land noch besser und schneller zu machen.
Vodafone-Technikchefin Tanja Richter

Millionen Geräte müssen umgerüstet werden

Nach dem bereits erfolgten Ende von 3G im Jahr 2021 steht nun auch dem zweiten digitalen Mobilfunkstandard das Aus bevor. Die Entwicklung ging rasant weiter: 2004 startete UMTS (3G), 2010 folgte LTE (4G) und seit 2019 ist 5G verfügbar. Heute nutzt der Großteil der Vodafone-Kunden bereits Geräte, die 4G und 5G unterstützen.

Die Abschaltung betrifft alle Kunden, die noch ältere Handys ohne 4G- oder 5G-Unterstützung nutzen. Diese müssen bis dahin auf modernere Geräte umsteigen, um weiterhin telefonieren und SMS verschicken zu können. "Tauchen dort die Kürzel 4G, LTE oder 5G auf, besteht für Kunden kein Handlungsbedarf", so Richter zur einfachen Überprüfung der Gerätekompatibilität.

Besonders problematisch wird die Abschaltung für Millionen Fahrzeuge mit automatischen Notrufsystemen. Seit 2018 ist das eCall-System in Neuwagen verpflichtend, doch viele dieser Systeme basieren noch auf 2G-Technologie. Das System wählt bei schweren Unfällen automatisch den Notruf 112 und übermittelt Standortdaten an die Rettungsleitstelle.

Industriekunden erhalten Schonfrist

Für besonders kritische IoT-Geräte gewährt Vodafone eine Schonfrist. Industriekunden können 2G-Dienste noch bis Ende 2030 nutzen, um einen reibungslosen Übergang auf neue Technologien zu gewährleisten. Dazu zählen beispielsweise Strom- und Gaszähler, Aufzug-Notrufsysteme oder Alarmanlagen. Diese Übergangsfrist betrifft auch das Fahrzeug-Notrufsystem eCall.

Geschichte des deutschen Mobilfunks

  • 1958
    1958
    Start des A-Netzes, dem ersten deutschen Mobilfunknetz - ein analoges System mit nur 10.000 Teilnehmern bundesweit
  • 1972
    1972
    Einführung des B-Netzes als Nachfolger des A-Netzes
  • 1985
    1985
    Start des C-Netzes, dem letzten analogen Mobilfunkstandards in Deutschland
  • 1992
    1992
    Beginn der digitalen Ära mit GSM: D1-Netz der Telekom und D2-Netz von Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone) gehen an den Start. Ein Motorola DynaTAC kostete über 4000 D-Mark, Gesprächsminuten bis zu drei D-Mark

Vodafone will die letzten Netzbereiche, die bisher nur 2G-Versorgung haben, noch vor der Abschaltung mit 4G oder 5G ausrüsten. An diesen Standorten können Kunden dann erstmals schnelle Datenverbindungen und eine verbesserte Sprachqualität nutzen. Sprachtelefonie erfolgt heute weitestgehend in Datenpaketen über die Technologien VoLTE (4G) und VoNR (5G), die zugleich eine wesentlich bessere Sprachqualität bieten als das alte GSM-System.

Was denkt ihr über die vorgezogene 2G-Abschaltung? Seid ihr betroffen oder profitiert ihr von den schnelleren Netzen? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns.

Wann wird 2G in Deutschland abgeschaltet?
Die Deutsche Telekom plant die Abschaltung ihres 2G-Netzes zum 30. Juni 2028. Vodafone zieht die Abschaltung auf September 2028 vor, gewährt aber für kritische IoT-Anwendungen wie Aufzugnotrufe oder Stromzähler noch eine Übergangsfrist bis Ende 2030.

Telefónica hat bislang kein konkretes Datum genannt. 1&1 nutzt über National Roaming das Vodafone-Netz, weshalb für deren Kunden ebenfalls das Vodafone-Datum gilt. Die Abschaltung erfolgt schrittweise und netzabhängig.
Welche Geräte sind konkret betroffen?
Betroffen sind alle Geräte, die ausschließlich 2G oder 3G nutzen. Dazu zählen ältere Handys, IoT-Geräte, Notrufsysteme in Aufzügen, Kartenterminals, Fahrzeuge mit eCall-Systemen und industrielle Sensoren ohne 4G-/5G-Unterstützung.

Auch manche E-Autos, wie der ?koda Enyaq der ersten Generation, nutzen noch 2G. Nutzer sollten prüfen, ob ihr Gerät oder Fahrzeug 4G/5G-fähig ist oder ein Update möglich ist.
Wie finde ich heraus, ob mein Handy betroffen ist?
Wer auf dem Handy-Display Kürzel wie 4G, LTE oder 5G sieht, nutzt bereits moderne Standards. Fehlen diese Hinweise, könnte das Gerät nur 2G unterstützen und wäre betroffen.

Im Zweifel hilft ein Blick in die technischen Daten des Geräts oder eine Rückfrage beim Hersteller oder Mobilfunkanbieter. Auch die SIM-Karte und der Tarif müssen 4G-fähig sein.
Was passiert mit dem Notrufsystem im Auto?
Viele Fahrzeuge nutzen für das eCall-System noch 2G. Nach der Abschaltung ist ein automatischer Notruf dann nicht mehr möglich. TÜV & Co. prüfen das System jedoch nicht bei der Hauptuntersuchung.

Ab 2026 startet das neue System "Next Generation eCall" über 4G. Hersteller wie BMW oder Mercedes bieten Prüftools an. Eine Umrüstung ist möglich, aber meist teuer. Fragen Sie Ihre Werkstatt oder den Hersteller.
Was bedeutet die Abschaltung für IoT-Geräte?
Besonders kritische IoT-Anwendungen wie Aufzugnotrufe oder Zähler erhalten bei Vodafone eine Schonfrist bis Ende 2030. Danach müssen auch diese auf neue Technik umgestellt sein.

Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, welche Systeme betroffen sind. Der Austausch auf 4G/5G-fähige Hardware sollte rechtzeitig geplant werden, um Ausfälle zu vermeiden.
Warum wird 2G überhaupt abgeschaltet?
2G ist technisch veraltet und nutzt Frequenzen, die für 4G und 5G effizienter eingesetzt werden können. Die Netzbetreiber wollen so mehr Kapazität und Geschwindigkeit bieten - insbesondere im ländlichen Raum.

Die Bundesnetzagentur unterstützt die Abschaltung, um die knappen Frequenzressourcen zukunftsfähig zu nutzen. Die Netzabdeckung soll durch den Ausbau moderner Netze erhalten bleiben.
Was tun, wenn ich nur 2G-Empfang habe?
In seltenen Fällen gibt es Regionen mit nur 2G-Versorgung. Nutzer sollten prüfen, ob ihr Gerät alle 4G-/5G-Frequenzen unterstützt. Auch Tarif und SIM-Karte müssen kompatibel sein.

Die Netzbetreiber arbeiten laut Bundesnetzagentur daran, diese Lücken bis zur Abschaltung zu schließen. Bei Unsicherheiten hilft der Kundenservice des Netzbetreibers oder ein Fachhändler.
Welche Vorteile bringt die 2G-Abschaltung?
Die frei werdenden Frequenzen werden für moderne Netze genutzt. Vodafone etwa verspricht 10 % mehr Netzkapazität für LTE/5G. Das bedeutet schnellere Datenverbindungen und bessere Sprachqualität.

Auch der Netzausbau im ländlichen Raum profitiert. Regionen, die bisher nur 2G hatten, sollen künftig erstmals Zugang zu 4G oder 5G erhalten - ein klarer Fortschritt für mobile Anwendungen.
Zusammenfassung
  • Vodafone wird bereits im September 2028 das 2G-Netz abschalten
  • Freigewordene Frequenzen sollen LTE und 5G-Netze um zehn Prozent verstärken
  • Millionen Fahrzeuge mit eCall-Notrufsystemen auf 2G-Basis sind betroffen
  • Industriekunden erhalten Schonfrist für 2G-Nutzung bis Ende 2030
  • Verbleibende reine 2G-Standorte werden vor Abschaltung mit 4G oder 5G ausgerüstet
  • Nutzer alter Handys müssen auf modernere Geräte mit 4G oder 5G umsteigen
  • Nach dem Ende von 3G im Jahr 2021 steht nun auch 2G vor dem Aus

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