Russische Hacker kapern Staudamm und lassen Wasser ab
Russischen Hackern soll es erstmals gelungen sein, die Kontrolle über einen Staudamm zu übernehmen. Der Vorfall, bei dem auch ein Fluttor geöffnet wurde, ereignete sich in Norwegen, wie der dortige Inlandsgeheimdienst PST jetzt mitteilte.
PST-Chefin Beate Gangås erklärte laut eines Berichts des Guardian, die Attacke sei ein Beispiel für eine veränderte Bedrohungslage: "Im vergangenen Jahr haben wir eine Zunahme der Aktivitäten prorussischer Cyberakteure beobachtet. Ziel solcher Operationen ist es, Einfluss zu nehmen und Angst sowie Chaos in der Bevölkerung zu schüren. Unser russischer Nachbar ist gefährlicher geworden."
Der Angriff blieb ohne Verletzte oder Sachschäden, da der Wasserstand der Anlage nahe der Stadt Svelgen deutlich unter der Hochwassermarke lag. Dennoch zeigt der Vorfall nach Ansicht der Behörden, wie verwundbar die norwegische Energieinfrastruktur ist. Norwegen erzeugt den Großteil seines Stroms aus Wasserkraft, und Sicherheitsbehörden hatten bereits zuvor vor möglichen Cyberangriffen auf kritische Anlagen gewarnt.
Laut norwegischen Ermittlern veröffentlichten die mutmaßlichen Täter am Tag des Angriffs ein drei Minuten langes Video auf der Plattform Telegram. Das Material trug das Wasserzeichen einer bekannten prorussischen Hackergruppe, die in den vergangenen Jahren mehrfach mit Angriffen auf westliche Unternehmen in Verbindung gebracht wurde. Die Kriminalpolizei Kripos geht davon aus, dass diese Gruppierung verschiedene Cyberkriminelle zusammenführt, die gezielt Sabotageakte ausführen.
Die russische Botschaft in Oslo wies die Vorwürfe als "haltlos und politisch motiviert" zurück. In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hieß es, die PST versuche vergeblich, eine "mythische Bedrohung" durch russische Sabotage zu belegen, die sie selbst erfunden habe. Der Vorfall reiht sich allerdings in eine ganze Serie mutmaßlicher russischer Sabotageaktionen in Europa ein, die westliche Geheimdienste seit Beginn des Kriegs in der Ukraine vermehrt beobachten. Moskau weist alle entsprechenden Anschuldigungen zurück.
Siehe auch:
Große Schäden blieben diesmal aus
Die Sache fand demnach im April dieses Jahres statt. Dabei hätten die Angreifer die Kontrolle über die IT-Systeme eines Wasserkraftwerks in Bremanger übernommen. Sie öffneten unter anderem unbemerkt ein Fluttor, sodass über einen Zeitraum von vier Stunden rund 500 Liter Wasser pro Sekunde in den Fluss strömten, bevor der Angriff entdeckt und gestoppt wurde.PST-Chefin Beate Gangås erklärte laut eines Berichts des Guardian, die Attacke sei ein Beispiel für eine veränderte Bedrohungslage: "Im vergangenen Jahr haben wir eine Zunahme der Aktivitäten prorussischer Cyberakteure beobachtet. Ziel solcher Operationen ist es, Einfluss zu nehmen und Angst sowie Chaos in der Bevölkerung zu schüren. Unser russischer Nachbar ist gefährlicher geworden."
Der Angriff blieb ohne Verletzte oder Sachschäden, da der Wasserstand der Anlage nahe der Stadt Svelgen deutlich unter der Hochwassermarke lag. Dennoch zeigt der Vorfall nach Ansicht der Behörden, wie verwundbar die norwegische Energieinfrastruktur ist. Norwegen erzeugt den Großteil seines Stroms aus Wasserkraft, und Sicherheitsbehörden hatten bereits zuvor vor möglichen Cyberangriffen auf kritische Anlagen gewarnt.
Laut norwegischen Ermittlern veröffentlichten die mutmaßlichen Täter am Tag des Angriffs ein drei Minuten langes Video auf der Plattform Telegram. Das Material trug das Wasserzeichen einer bekannten prorussischen Hackergruppe, die in den vergangenen Jahren mehrfach mit Angriffen auf westliche Unternehmen in Verbindung gebracht wurde. Die Kriminalpolizei Kripos geht davon aus, dass diese Gruppierung verschiedene Cyberkriminelle zusammenführt, die gezielt Sabotageakte ausführen.
Russen dementieren
Gangås warnte zudem vor der Spionagetätigkeit Russlands in Norwegen. Russische Nachrichtendienste investierten erhebliche Ressourcen, um Kontakte zu knüpfen und Bürger für Informationsbeschaffung zu rekrutieren.Die russische Botschaft in Oslo wies die Vorwürfe als "haltlos und politisch motiviert" zurück. In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hieß es, die PST versuche vergeblich, eine "mythische Bedrohung" durch russische Sabotage zu belegen, die sie selbst erfunden habe. Der Vorfall reiht sich allerdings in eine ganze Serie mutmaßlicher russischer Sabotageaktionen in Europa ein, die westliche Geheimdienste seit Beginn des Kriegs in der Ukraine vermehrt beobachten. Moskau weist alle entsprechenden Anschuldigungen zurück.
Zusammenfassung
- Russische Hacker erlangten im April die Kontrolle über einen norwegischen Staudamm
- Angreifer öffneten unbemerkt ein Fluttor und ließen vier Stunden lang Wasser ab
- PST-Chefin Beate Gangås warnt vor zunehmenden prorussischen Cyberaktivitäten
- Der Angriff verursachte keine Schäden, zeigt jedoch Verwundbarkeit der Infrastruktur
- Mutmaßliche Täter veröffentlichten Video mit Wasserzeichen einer Hackergruppe
- Russische Botschaft in Oslo weist Vorwürfe als haltlos und politisch motiviert zurück
- Der Vorfall reiht sich in Serie mutmaßlicher russischer Sabotageaktionen in Europa ein
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