"Erpressung": Slack forderte 195.000 Dollar von Teenager-Coding-Club

Hack Club, eine gemeinnützige Organisation für Coding-Ausbildung von Teenagern, geriet in eine Kontroverse mit Slack. Der Kommuni­kationsdienst forderte plötzlich 195.000 Dollar jährlich statt der bisherigen 5000 Dollar - mit nur wenigen Tagen Vorlaufzeit.
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Slack verlangt drastische Preiserhöhung

Hack Club ist ein globales gemeinnütziges Netzwerk von High-School-Programmierclubs, das 2014 gegründet wurde und heute mehr als 1.000 High-School-Clubs und 80.000 Schüler umfasst. Die Organisation nutzte über ein Jahrzehnt lang Slack als primäres Kommunikationsmittel für ihre weltweite Community junger Programmierer.

Die Probleme begannen, als Slack Hack Club mitteilte, dass die jährlichen Kosten von 5000 Dollar (etwa 4250 Euro) auf 195.000 Dollar (etwa 165.500 Euro) steigen würden - eine Erhöhung um das 39-fache. Besonders problematisch war dabei die extrem kurze Frist von nur wenigen Tagen. Slack rechtfertigte die Erhöhung mit dem hohen Nachrichtenvolumen und der Nutzerzahl von Hack Club, die bestimmte Schwellenwerte überschritten hatte.

Für eine Organisation, die Tausende von Teenagern bei Echtzeit-Coding-Diskussionen betreut, sind solche Metriken jedoch unvermeidlich. Bei Hack Club wird Slack intensiv genutzt: "Zusammen programmieren, Programmier-Communitys finden, sich etwas Wildes ausdenken oder einfach nur loungen" - so beschreibt die Organisation ihre Online-Community. Die Plattform dient als zentraler Knotenpunkt für Diskussionen über Programmiersprachen, Projektideen und technische Herausforderungen.

Finanzierung durch Spender

Die Organisation wird durch Spenden finanziert, darunter Elon Musk und der Musk Foundation. Trotz beträchtlicher Unterstützung würde eine Ausgabe von 195.000 Dollar jährlich allein für Kommunikationssoftware einen erheblichen Teil des Budgets verschlingen.

Der Vorfall kam durch einen offenen Brief von Mahad Kalam ans Licht, der die drastische Preiserhöhung und die unrealistische Frist scharf kritisierte. Kalam beschrieb die Situation als Erpressung durch ein 230-Milliarden-Dollar-Unternehmen gegenüber einer kleinen gemeinnützigen Organisation für Jugendliche.

Wechsel zu Open-Source

Als Reaktion auf die Preiserhöhung entschied sich Hack Club für einen Wechsel zu Mattermost. Anders als Slack ist Mattermost Open Source und anpassbar, mit On-Premises-Deployment-Optionen, bei denen die Daten immer unter eigener Kontrolle bleiben.

Der offene Brief verbreitete sich schnell in sozialen Medien und auf Plattformen wie Hacker News. Wenige Stunden später meldete sich Slacks CEO und bot eine bessere Lösung an als den ursprünglichen Plan. Trotz dieser Wendung hat der Vorfall Hack Club dazu veranlasst, ihre Abhängigkeit von externen SaaS-Diensten grundlegend zu überdenken und die Kontrolle über ihre Daten zu priorisieren.

Was haltet ihr von solchen drastischen Preiserhöhungen bei SaaS-Diensten? Sollten gemeinnützige Organisationen bessere Schutzmaßnahmen haben? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren mit.

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