Chinesische Staatsbürger dürfen nicht länger bei der NASA arbeiten

Die NASA hat chinesische Staatsangehörige vollständig von allen Ein­rich­tun­gen und Netzwerken ausgeschlossen - selbst, wenn diese ein gültiges Visum haben. Die drastische Maßnahme erfolgt nach mehreren Spionagefällen und den zunehmenden Spannungen mit China.
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Totaler Ausschluss seit September

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat eine beispiellose Sicherheitsmaßnahme verhängt: Seit dem 5. September 2025 dürfen chinesische Staatsangehörige weder physisch noch digital auf NASA-Einrichtungen oder -Netzwerke zugreifen. Das Verbot gilt selbst für Personen mit gültigen US-Visa und umfasst sämtliche Formen der Teilnahme - von Laborbesuchen bis hin zu Videokonferenzen. Hunderte Forscher, Doktoranden und Vertragspartner sind von der Maßnahme betroffen, die zuvor als Wissenschaftler oder Studenten zur NASA-Forschung beitrugen.

Die drastische Entscheidung folgt auf eine Serie gravierender Sicherheitsverletzungen. Im Juli bekannte sich Chenguang Gong, ein chinesisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger, schuldig, über 3600 militärische Technologiedateien entwendet zu haben. Die gestohlenen Daten umfassten sensible Informationen über Tarnkappensysteme gegen infrarotsuchende Raketen sowie strahlungsresistente Kameras für Frühwarnsysteme. Ein weiterer Fall betraf Song Wu, einen 39-jährigen Ingenieur der staatlichen chinesischen Luftfahrtgesellschaft AVIC, der jahrelang Phishing-Angriffe gegen NASA, US-Militär und Universitäten durchführte.

Wie Bloomberg berichtet, bestätigte NASA-Sprecherin Bethany Stevens die neuen Richtlinien: Die Behörde habe "interne Maßnahmen bezüglich chinesischer Staatsangehöriger ergriffen, einschließlich der Beschränkung des physischen und cybersicherheitstechnischen Zugangs zu unseren Einrichtungen, Materialien und Netzwerken". Das sei notwendig, um "die Sicherheit unserer Arbeit zu gewährleisten".

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Verschärfter Wettlauf zum Mond

Der Zeitpunkt der Maßnahme ist kein Zufall: Beide Supermächte planen innerhalb der nächsten fünf Jahre bemannte Mondmissionen. Die NASA strebt mit ihrem Artemis-Programm eine Landung für 2027 an, während China bis 2030 Taikonauten auf den Erdtrabanten bringen will.

Das Artemis-Programm, benannt nach der griechischen Göttin der Jagd und Zwillingsschwester Apollos, soll erstmals seit 1972 wieder Menschen auf den Mond bringen. China verfolgt mit seinem bemannten Raumfahrtprogramm ähnlich ambitionierte Ziele und hat bereits mehrere erfolgreiche unbemannte Mondmissionen durchgeführt, darunter die Chang'e-Sonden.

Kritik an den Maßnahmen

Die wissenschaftliche Gemeinschaft reagiert gespalten auf die NASA-Entscheidung. Denis Simon vom Quincy Institute kritisierte in der South China Morning Post, dass die Maßnahme "die Anti-China-Paranoia in der US-Regierung" nähre. Gregory Kulacki von der Union of Concerned Scientists warnte vor verpassten Kooperationschancen, besonders bei der Überwachung des zunehmend überfüllten erdnahen Orbits, wo Weltraumschrott eine wachsende Gefahr darstellt.

Die NASA-Entscheidung zeigt, wie sehr sich die Spannungen zwischen den Supermächten verschärft haben. Was meint ihr: Sind solche drastischen Sicherheitsmaßnahmen gerechtfertigt oder schaden sie der wissenschaftlichen Zusammenarbeit? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • NASA verbietet chinesischen Staatsangehörigen seit 5. September Zugang
  • Verbot gilt für physischen und digitalen Zugang trotz gültiger US-Visa
  • Entscheidung folgt auf schwerwiegende Sicherheitsverletzungen durch Spionage
  • Beide Großmächte planen bemannte Mondmissionen in den nächsten fünf Jahren
  • Wissenschaftliche Gemeinschaft reagiert mit geteilter Meinung auf die Maßnahme
  • Kritiker warnen vor verpassten Kooperationschancen im Weltraumsektor
  • Maßnahme verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen USA und China

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