ChatGPT bald mit Werbung: OpenAIs "letzter Ausweg" rückt näher

700 Millionen ChatGPT-Nutzer, aber nur 20 Millionen zahlen. OpenAI steht vor einem Problem und erwägt eine drastische Lösung. Der neue ChatGPT-Chef Nick Turley schließt Werbung nicht mehr aus. Doch wie könnte das aussehen?
OpenAI, ChatGPT

ChatGPT-Chef schließt Werbung nicht aus

Nick Turley, der neue Leiter von ChatGPT bei OpenAI, hat in einem Interview bestätigt, dass das Unternehmen die Einführung von Werbung in seinem Chatbot nicht kategorisch ausschließt. "Ich bin bescheiden genug, um es nicht vollständig auszuschließen", erklärte Turley laut The Verge. Gleichzeitig betonte er, dass OpenAI bei einer möglichen Integration von Anzeigen sehr durchdacht vorgehen müsse.

Die Überlegungen kommen nicht von ungefähr: OpenAI hat mittlerweile über 700 Millionen Nutzer, von denen jedoch nur etwa 20 Millionen für ein Abonnement zahlen. Das Unternehmen sieht sich mit steigenden Betriebskosten konfrontiert und erwartet erst 2029 einen positiven Cashflow. Für 2025 prognostiziert OpenAI Einnahmen von 12,7 Milliarden Dollar durch Abonnements - dennoch übersteigen die Ausgaben die Einnahmen deutlich. Infografik Generative KI: Welche GenAI-Tools werden in Deutschland genutzt?Generative KI: Welche GenAI-Tools werden in Deutschland genutzt?

Werbung als "letzter Ausweg"

CEO Sam Altman hatte Werbung in ChatGPT bisher als "letzten Ausweg" bezeichnet und die Verbindung von KI mit Anzeigen als "besonders beunruhigend" eingestuft. Seine Haltung scheint sich jedoch zu wandeln: Im ersten Podcast von OpenAI im Juni gab Altman zu, nicht "völlig dagegen" zu sein.

Die Konkurrenz schläft derweil nicht: Elon Musks xAI plant bereits konkret, Werbung in die Antworten seines Grok-Chatbots zu integrieren. Auch Google experimentiert bereits mit Anzeigen in KI-Dialogen, was den Druck auf OpenAI erhöht.

Milliardenschwere Werbepläne

Interne Prognosen zeigen das Potenzial der Werbemonetarisierung: Laut Berichten könnte OpenAI 2026 drei Milliarden Dollar, 2027 bereits zehn Milliarden und 2028 sogar 16 Milliarden Dollar durch die Monetarisierung kostenloser Nutzer einnehmen. Bis 2029 könnte dieser Bereich fast 25 Milliarden Dollar Umsatz generieren - nur vier Milliarden weniger als der geplante Enterprise-Bereich.

Um diese Pläne umzusetzen, hat OpenAI bereits Werbefachleute von Meta und Google abgeworben, darunter Shivakumar Venkataraman, der zuvor das Werbeteam bei Google Search leitete. Diese Personalentscheidungen deuten auf ernsthafte Absichten hin, auch wenn das Unternehmen offiziell noch keine konkreten Pläne bestätigt hat.


Alternative Einnahmequellen im Test

Neben klassischer Werbung testet OpenAI bereits andere Monetarisierungsmodelle. Das Projekt "Commerce in ChatGPT" sieht vor, dass OpenAI Provisionen erhält, wenn Nutzer Produkte kaufen, die der Chatbot empfiehlt. Turley versicherte dabei, dass die Unabhängigkeit der Empfehlungen gewährleistet bleiben soll: "Die Magie von ChatGPT liegt darin, dass es Produkte unabhängig und ohne Einflussnahme auswählt."

Sollten Anzeigen eingeführt werden, plant OpenAI ein differenziertes Modell: Zahlende Abonnenten würden weiterhin eine werbefreie Erfahrung genießen, während kostenlosen Nutzern kontextuelle Werbung angezeigt werden könnte. Turley betonte, dass das Vertrauen der Nutzer nicht durch schlecht implementierte Werbung untergraben werden dürfe.

Was haltet ihr von möglicher Werbung in ChatGPT? Würdet ihr lieber zahlen oder Anzeigen akzeptieren?

Zusammenfassung
  • OpenAI erwägt Werbung in ChatGPT als Monetarisierungsoption
  • Nur 3 % der ChatGPT-Nutzer haben kostenpflichtiges Abonnement
  • Werbung könnte bis 2029 erhebliche Einnahmen für OpenAI generieren
  • Unternehmen wirbt Werbeexperten von Konkurrenten ab
  • Zahlende Nutzer sollen weiterhin werbefreie Erfahrung genießen
  • Provisionen durch Produktempfehlungen als zusätzliche Einnahmequelle

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