Nach 133 Jahren: Fotografie-Urgestein Kodak steht vor endgültigem Aus

Foto-Pionier und Legende Eastman Kodak warnt, dass man "er­heb­li­che Zweifel" an seiner Geschäftsfähigkeit hat. Der 133 Jahre alte Fotografie-Riese kämpft mit 500 Millionen Dollar Schulden und Li­qui­di­täts­pro­ble­men. Die Aktie stürzte um über 25 Prozent ab.
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Kodak in existenzieller Finanzkrise

Das über 130 Jahre alte Unternehmen Eastman Kodak Co. warnt vor "erheblichen Zweifeln" an seiner Geschäftsfähigkeit und stellt die Einstellung des Betriebs in den Raum. Die in der Regel nur Kodak genannte Firma teilte in einer regulatorischen Meldung mit, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate Schulden in Höhe von rund 500 Millionen Dollar fällig werden, für die keine gesicherte Finanzierung oder ausreichende Liquidität vorhanden sei.

Die Aktien des Unternehmens brachen am Dienstag um mehr als 25 Prozent ein, nachdem die Warnung bekannt wurde. Wie CNN berichtet, zeigt sich ein Kodak-Sprecher dennoch zuversichtlich, einen erheblichen Teil des Kredits vor Fälligkeit zurückzahlen und die verbleibenden Verpflichtungen refinanzieren zu können.


Kodak schwenkte von einem Gewinn von 25 Millionen Dollar im Vorjahr zu einem Nettoverlust von 26 Millionen Dollar im jüngsten Quartal um und verbrannte dabei 46 Millionen Dollar an Bargeld. Das Unternehmen verfügt derzeit über 155 Millionen Dollar an Bargeld und Bargeldäquivalenten, davon 70 Millionen Dollar in den USA.


Pharma als Hoffnung

Kodak hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, seinen Pensionsplan zu beenden, um Schulden abzubauen. Finanzchef David Bullwinkle erklärte, dass das Unternehmen bis Freitag Klarheit darüber erwartet, wie die Verpflichtungen gegenüber allen Planmitgliedern erfüllt werden können.

Das Unternehmen steht kurz vor der Fertigstellung einer Produktionsanlage für regulierte Pharmazeutika und stellt schon jetzt unregulierte Grundstoffe für die Pharmaindustrie her. Die Produktion in der umgerüsteten Anlage soll noch in diesem Jahr beginnen. Diese Diversifizierung im Pharmabereich könnte entscheidend für das Überleben des Unternehmens werden.

Von der Fotografie-Ikone zum Überlebenskampf

Kodak wurde 1880 von George Eastman in Rochester, New York, gegründet und machte die Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die breite Masse zugänglich. Eastman revolutionierte die Branche mit seiner Vision, die Fotografie so einfach wie das Schreiben mit einem Bleistift zu machen. Sein berühmter Slogan "You push the button, we do the rest" ("Du drückst den Knopf, wir erledigen den Rest") wurde zum Synonym für benutzerfreundliche Technologie.

Weltbekannt waren die Brownie-Kameras, die ab 1900 für nur einen Dollar verkauft wurden, sowie die späteren Instamatic-Kameras und die charakteristischen gelb-roten Filmpackungen. In den 1970er Jahren dominierte Kodak den amerikanischen Markt mit 90 Prozent des Film- und 85 Prozent des Kameraverkaufs.

Verpasste Chancen der Digitalisierung

Paradoxerweise hatte Kodak 1975 die erste Digitalkamera erfunden - entwickelt von Ingenieur Steven Sasson. Das Gerät wog 3,6 Kilogramm und benötigte 23 Sekunden für ein Schwarzweiß-Foto mit 0,01 Megapixeln. Doch das Management fürchtete, die neue Technologie könnte das lukrative Filmgeschäft kannibalisieren und investierte nicht ausreichend in die Weiterentwicklung.

Diese strategische Fehlentscheidung, kombiniert mit der aufkommenden japanischen Konkurrenz von Unternehmen wie Canon und Nikon, brachte den einstigen Riesen zu Fall. 2012 meldete Kodak schließlich Insolvenz an und kämpfte mit zunehmender Konkurrenz, dem Wachstum der Digitalfotografie und steigenden Schulden.

Das Unternehmen verkaufte viele Geschäftsbereiche und Patente, schloss die berühmte Kameraproduktion und entstand 2013 als deutlich kleineres Unternehmen mit Fokus auf Gewerbe- und Verpackungsdruck neu. Heute beschäftigt Kodak nur noch etwa 4500 Mitarbeiter - ein Bruchteil der einst über 145.000 Beschäftigten, die man am Höhepunkt hatte.

Wird Kodak nach 133 Jahren Geschichte überleben können? Was meint ihr zur Zukunft des ehemaligen Fotografie-Riesen und seiner Transformation in die Pharmaindustrie?

Zusammenfassung
  • Fotografie-Pionier Kodak meldet erhebliche Zweifel an Geschäftsfähigkeit
  • 500 Millionen Dollar Schulden und Liquiditätsprobleme belasten das Unternehmen
  • Aktien brachen nach Bekanntwerden der finanziellen Probleme um 25 Prozent ein
  • Vom Gewinn von 25 Millionen Dollar zum Verlust von 26 Millionen im letzten Quartal
  • Diversifizierung im Pharmabereich könnte entscheidend für das Überleben sein
  • Das 1880 gegründete Unternehmen revolutionierte einst die Fotografie-Industrie
  • Kodak erfand 1975 die erste Digitalkamera, investierte aber nicht in deren Entwicklung

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