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Ein schwaches Passwort trieb über 150 Jahre alte Firma in den Ruin

Ein einziges schwaches Passwort hat ein britisches Traditions­unter­nehmen an den Rand des Ruins gebracht. Angreifer konnten sich dadurch Zugang zum Firmennetz verschaffen und eine Ransomware installieren, gegen die kein Kraut gewachsen war.
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700 Jobs weg

Die Firma KNP aus Northamptonshire, die zuletzt unter dem Markennamen "Knights of Old" rund 500 Lkw betrieb, fiel im Jahr 2023 einem verheerenden Ransomware-Angriff zum Opfer - mit dramatischen Folgen: 700 Mitarbeiter verloren bisher ihre Arbeitsplätze, berichtete die BBC.

Kriminelle der Gruppe "Akira" hatten es geschafft, sich durch das Erraten eines Mitarbeiterpassworts Zugriff auf das interne System zu verschaffen. Sie verschlüsselten sämtliche Unternehmensdaten und legten die IT-Infrastruktur lahm. Die einzige Möglichkeit zur Wiederherstellung der Daten bestand laut den Angreifern in der Zahlung eines Lösegelds. Schätzungen zufolge könnte die Forderung bei bis zu fünf Millionen Pfund gelegen haben. Für KNP war das unbezahlbar.

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"Wenn du das liest, ist deine Infrastruktur vollständig oder teilweise tot", stand in der Erpressernachricht. Eine Summe wurde nicht genannt. Am Ende blieb dem Unternehmen nichts - keine Daten, kein Betrieb, keine Zukunft. Von diesem Schlag hat sich die Firma nicht mehr erholen können.

KNP hatte zuvor versichert, seine IT entspreche den Branchenstandards und sei gegen Cyberangriffe versichert gewesen. Dennoch konnten die Angreifer mit relativ einfachen Mitteln verheerenden Schaden anrichten. Paul Abbott, Geschäftsführer des Unternehmens, sieht aber keine Schuld beim betroffenen Mitarbeiter: "Würden Sie wissen wollen, ob es Ihre Schuld war?", fragt er im Rückblick.

Kein Einzelfall

Laut des britischen National Cyber Security Centre (NCSC) handelt es sich bei solchen Angriffen längst nicht um Einzelfälle. Täglich bearbeitet die Behörde einen schweren Cybervorfall. "Die Angreifer nutzen einfach den schwächsten Moment eines Unternehmens aus", sagte ein NCSC-Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Die Bedrohungslage ist ernst: Rund 19.000 Ransomware-Attacken wurden im letzten Jahr allein auf britische Unternehmen verübt, wie aus einer Regierungsumfrage hervorgeht. Die durchschnittliche Lösegeldforderung liegt bei etwa vier Millionen Pfund. Rund ein Drittel der betroffenen Firmen zahlt - oft aus Angst vor dem völligen Datenverlust.

Zusammenfassung
  • Britische Spedition KNP ging nach Ransomware-Angriff in die Insolvenz
  • Cyber-Kriminelle erlangten Zugang durch ein leicht zu erratendes Passwort
  • Die Erpressergruppe 'Akira' verschlüsselte alle Unternehmensdaten
  • Das geforderte Lösegeld von schätzungsweise fünf Millionen Pfund war zu hoch
  • 700 Mitarbeiter des 150 Jahre alten Unternehmens verloren ihre Jobs
  • Täglich bearbeitet das britische Cyber-Sicherheitszentrum einen schweren Fall
  • Etwa ein Drittel der betroffenen Firmen zahlt das durchschnittliche Lösegeld

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