Holografischer Magnetband-Killer:
HoloDrive revolutioniert Speicherung

Eine britische Firma entwickelt eine revolutionäre Alternative zu Magnetbändern: HoloMem nutzt Hologramme, um bis zu 200 TB Daten pro Kassette zu speichern - bei 50 Jahren Lebensdauer und ohne Energieverbrauch während der Lagerung.
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HoloMem

Holografischer Speicher soll Magnetband ablösen

Die Langzeitdatenspeicherung von Daten könnte vor einer kleinen oder sogar großen Revolution stehen: Der britische Spezialist HoloMem arbeitet nämlich an einer bahnbrechenden Technologie für diese Art Datenträger. Mit dem sogenannten HoloDrive will das Unternehmen eine überfällige Alternative zu herkömmlichen Magnetbändern bieten, die trotz ihrer 70-jährigen Geschichte noch immer den Standard in der Kaltdatenspeicherung darstellen. Das System verspricht nicht nur eine deutlich höhere Speicherkapazität, sondern auch eine längere Lebensdauer und erhebliche Energieeinsparungen.

Während aktuelle LTO-10-Magnetbänder maximal 18 TB pro Kassette speichern können und dabei eine Bandlänge von einem Kilometer benötigen, erreicht HoloMem mit seinem holografischen System bis zu 200 TB bei nur 100 Metern Bandlänge. Die Technologie nutzt dafür kostengünstige Polymerfolien, in denen mittels Laserlicht dreidimensionale Hologramme erzeugt werden. Diese Hologramme sind äußerst robust und halten Temperaturen von minus 40 bis plus 160 Grad Celsius stand.

Einfache Integration

Ein entscheidender Vorteil des Systems ist laut Blocks & Files die einfache Integration in bestehende Infrastrukturen. HoloDrive wurde so konzipiert, dass es in vorhandene LTO-Bandbibliotheken eingesetzt werden kann, ohne dass Hardware oder Software umfangreich angepasst werden müssen. Die holografischen Kassetten haben die gleiche Größe wie die LTO-Varianten und können von denselben Robotersystemen transportiert werden.


Die Technologie funktioniert nach dem WORM-Prinzip und verwendet überraschend kostengünstige Komponenten. Der holografische Lese-/Schreibkopf besteht aus einer nur fünf Dollar teuren Laserdiode. Als Medium dienen massenweise produzierte Polymerfolien, die ein 16 Mikrometer dickes lichtempfindliches Polymer umschließen, das laut Unternehmensangaben "fast nichts kostet".

Dyson-Ingenieur als Gründer

Hinter HoloMem steht Gründer Charlie Gale, ein ehemaliger Dyson-Ingenieur, der zuvor an der Entwicklung von Sicherheitsetiketten mit mehrschichtigen Hologrammen arbeitete. Diese Erfahrung nutzte er, um die Idee für ein holografisches Speichersystem zu entwickeln. "Die aktuelle Datenspeichertechnologie reicht einfach nicht aus, um den Bedürfnissen der gegenwärtigen und zukünftigen globalen Datenerzeugung gerecht zu werden; ein Kategorienwechsel ist notwendig", erklärt Gale.

Die holografische Speichertechnologie ist nicht völlig neu - bereits in den 1960er Jahren experimentierten Forscher mit dieser Methode. Damals scheiterte sie jedoch an den hohen Kosten und der mangelnden Stabilität der Materialien.

Im Vergleich zu konkurrierenden optischen Speichertechnologien wie Cerabyte oder Microsofts Project Silica, die auf Glasscheiben setzen, könnte HoloMem durch seinen evolutionären statt revolutionären Ansatz einen Vorteil haben. Während die Konkurrenten komplett neue Infrastrukturen benötigen, lässt sich HoloDrive in bestehende Systeme integrieren. Allerdings muss sich die Technologie erst in der Praxis bewähren - bisher existieren nur Prototypen und Laborversuche.

Was haltet ihr von dieser neuen Speichertechnologie? Könnte holografische Datenspeicherung tatsächlich das gute alte Magnetband ablösen, oder seht ihr andere Technologien in der Pole-Position? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Britische Firma HoloMem entwickelt HoloDrive als Alternative zu Magnetbändern
  • Hologramme auf Polymerfolien ermöglichen bis zu 200 TB Speicherkapazität
  • Die Technik ist mit bestehenden LTO-Bandbibliotheken ohne Anpassungen kompatibel
  • Kostengünstige Komponenten und Materialien machen die Technologie wirtschaftlich
  • Gründer Charlie Gale, ein ehemaliger Dyson-Ingenieur, steht hinter dem Konzept
  • Mit 50 Jahren Lebensdauer und ohne Energieverbrauch während der Datenlagerung
  • Der evolutionäre Ansatz könnte Vorteile gegenüber anderen optischen Technologien bieten

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