AMD: neue Sicherheitslücke in etlichen Ryzen-, Epyc-, Athlon-CPUs

AMD hat vier neue Sicherheitslücken in etlichen seiner Chips ent­deckt, die eine sogenannte "Transient Scheduler Attack" er­mög­li­chen. Die Art der Schwachstellen erinnert an die bekannten Spec­tre- und Meltdown-Lücken. Nutzer sollen schnell handeln.
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Neue Sicherheitslücken in AMD-Prozessoren entdeckt

Abgesehen von Gerüchten zu kommenden X3D-Chips mit riesigem 3D-V-Cache, machten gerade erst Meldungen zu einem TPM-Bug bei AMD-Chips die Runde. Der existiert zwar schon seit Jahren, ist aber wohl bis heute nicht vollständig behoben. Jetzt informiert der Chip-Hersteller außerdem über vier brandneue Sicherheitslücken in etlichen seiner Prozessoren, die zusammen eine sogenannte "Transient Scheduler Attack" (TSA) ermöglichen.

Die Schwachstellen betreffen sowohl Verbraucher- als auch Enterprise-Chips und könnten unter bestimmten Umständen zur Offenlegung sensibler Informationen führen. Die folgenden Lücken führen zu der Gefährdung, wobei die Gefahr durch die ersten beiden als "mittel" und die letzteren als "niedrig" eingestuft wurde:



Bei den TSA-Schwachstellen handelt es sich um sogenannte Side-Channel-Angriffe, die Timing-Informationen nutzen, um Daten abzugreifen. Die Angriffe basieren auf sogenannten "false completions", die auftreten, wenn der Prozessor erwartet, dass Ladebefehle schnell abgeschlossen werden, dies aber durch bestimmte Bedingungen verhindert wird. In der Folge werden Daten aus dem Ladevorgang an abhängige Operationen weitergeleitet, was die Ausführungszeit von CPU-Anweisungen in einer für Angreifer beobachtbaren Weise beeinflussen kann.

Technische Details der Schwachstellen

Wie der AMD in seinem Bulletin berichtet, unterscheidet das Unternehmen dabei zwei Varianten: TSA-L1 und TSA-SQ. TSA-L1-Schwachstellen entstehen durch einen Fehler bei der Verwendung von Microtags für Lookups im L1-Cache. Die TSA-SQ-Variante tritt auf, wenn ein Ladebefehl fälschlicherweise Daten aus der Store-Queue abruft, obwohl die benötigten Daten nicht verfügbar sind.

Ein Angreifer benötigt allerdings lokalen Zugriff auf das System, entweder durch Malware oder eine bösartige VM, und muss den Angriff mehrfach ausführen, um zuverlässig Daten abzugreifen. Allerdings könnten im schlimmsten Fall Informationen aus dem Betriebssystem-Kernel oder aus anderen Anwendungen und VMs abgegriffen werden.

Parallelen zu Spectre und Meltdown

Die neu entdeckten Schwachstellen weisen deutliche Parallelen zu den berüchtigten Spectre- und Meltdown-Lücken auf, die 2018 die IT-Welt monatelang beschäftigten und mit den Intel-CPUs teilweise immer noch zu kämpfen haben. Auch damals handelte es sich um Side-Channel-Angriffe, die Schwachstellen in der spekulativen Ausführung von Prozessoren ausnutzten. Diese Lücken betrafen nahezu alle modernen Prozessoren von Intel, AMD und ARM und führten zu umfassenden Sicherheitsupdates.

Spectre nutzte die spekulative Ausführung moderner Prozessoren aus, um auf normalerweise geschützte Speicherbereiche zuzugreifen. Meltdown ermöglichte es Angreifern sogar, aus dem Kernel-Speicher heraus zu lesen. Die damaligen Patches führten teils zu enormen Leistungsverlusten von bis zu 30 Prozent.

Betroffene Systeme und Schutzmaßnahmen

Die aktuelle Situation ist jedoch bei Weitem nicht so problematisch wie die damalige. Allerdings sind von den jetzt enthüllten Sicherheitslücken zahlreiche AMD-Prozessoren betroffen, darunter Chips der Serien Epyc, Ryzen, Instinct und Athlon. In seinem Bulletin listet AMD alle Modelle detailliert auf. Glücklicherweise steht ein Fix bereits zur Verfügung. Der Hersteller empfiehlt Systemadministratoren, ihre Systeme umgehend auf die neuesten Windows-Versionen zu aktualisieren, um sich vor diesen Schwachstellen zu schützen.

Als Alternative bietet AMD eine Übergangslösung an, die eine VERW-Anweisung verwendet. Allerdings warnt der Hersteller davor, dass diese Methode die Systemleistung beeinträchtigen könnte. Sicherheitsexperten von Trend Micro und CrowdStrike stufen die Bedrohung trotz der offiziell niedrigen bis mittleren Schweregrade als "kritisch" ein, was die Dringlichkeit der Updates unterstreicht.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass es bislang keine bekannten Exploits in freier Wildbahn für diese Schwachstellen gibt. Im Gegensatz zu Spectre und Meltdown ist das Ausnutzen der TSA-Schwachstellen deutlich komplexer und erfordert spezifische Bedingungen.

Was haltet ihr von diesen neuen Sicherheitslücken? Sind eure Systeme betroffen und habt ihr bereits Updates eingespielt? Teilt eure Erfahrungen und Einschätzungen in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • AMD entdeckt vier neue Sicherheitslücken für 'Transient Scheduler Attack'
  • Schwachstellen ermöglichen Side-Channel-Angriffe mit Timing-Informationen
  • Betroffen sind zahlreiche Prozessoren der Epyc-, Ryzen- und Athlon-Serien
  • Die Lücken weisen Ähnlichkeiten mit den früheren Spectre- und Meltdown-Bugs auf
  • Angreifer benötigen lokalen Systemzugriff für erfolgreiche Datenabschöpfung
  • Updates sind bereits verfügbar und sollten umgehend eingespielt werden
  • Alternative Übergangslösung könnte die Systemleistung beeinträchtigen

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