Microsoft stellt auch Exchange Server auf "Modern Lifecycle Policy" um

Mit der neuen Exchange Server Subscription Edition stellt Microsoft die Weichen für eine Ära ohne festes Support-Ende. Doch wie sinnvoll ist das Modell für Unternehmen, die weiterhin auf lokale Infrastruktur setzen? Und was bedeutet das für die Zukunft klassischer IT-Architekturen?
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Modern Lifecycle Policy startet

Mit der Exchange Server Subscription Edition (SE) führt das Unternehmen ein neues Modell für lokale und hybride Exchange-Bereitstellungen ein. Die wichtigste Änderung: Die neue Version unterliegt nicht mehr dem klassischen Support-Zyklus mit definiertem End-of-Life, sondern folgt der sogenannten Modern Lifecycle Policy - regelmäßige Updates ersetzen künftig große Versionssprünge, so wie auch schon bei der ebenfalls frisch neu vorgestellten Skype for Business Server Subscription Edi­tion.

Statt auf große, teils aufwendige Upgrades warten zu müssen, erhalten IT-Verantwortliche künftig kontinuierlich kleinere Aktualisierungen. Die Umstellung bringt Exchange in Einklang mit anderen Microsoft-Produkten wie Windows oder Microsoft 365, die bereits länger auf dieses Modell setzen.


Besonders relevant wird der Umstieg mit Blick auf das nahende Support-Ende älterer Exchange-Versionen. Denn: Sowohl Exchange 2016 als auch Exchange 2019 werden ab Oktober 2025 keine offiziellen Updates oder Sicherheitsfixes mehr erhalten. Damit wird Exchange SE zur einzigen verbleibenden, unterstützten On-Premises-Variante - für Unternehmen mit lokalen Servern eine zwingende Option.

Der Einstieg in Exchange SE erfolgt über ein kumulatives Update (CU) für Exchange 2019, konkret für die Builds CU14 oder CU15. Microsoft empfiehlt, direkt ein In-Place-Upgrade auf SE vorzunehmen. Technisch unterscheidet sich die erste SE-Version kaum von Exchange 2019 CU15 - es gibt keine neuen Funktionen, keine Schemaänderungen und auch keine neuen Lizenzschlüssel.

Die Unterschiede liegen im Detail: Name, Lizenzbedingungen sowie einige integrierte Fixes und Updates.

Microsoft Evergreen-Strategie Timeline

  • 2015
    2015
    Microsoft nutzt erstmals großflächig das Evergreen-Prinzip bei internen Windows-10-Rollouts, u.a. mit Deployment Rings für 90.000 Mitarbeiter.
  • 2017
    2017-2019
    Microsoft 365 und Office 365 werden zunehmend als Evergreen-Produkte positioniert: regelmäßige, kleinere Updates ersetzen große Versionssprünge.
  • 2021
    ab 2021
    Windows 11 wird als Plattform für das Evergreen-Modell vorbereitet: Fokus auf kontinuierliche, weniger disruptive Updates und Feature-Releases.
  • 2023
    2023
    Managed Services wie "Evergreen-as-a-Service" werden angeboten, um Unternehmen bei der kontinuierlichen Einführung und dem Change Management rund um Microsoft 365 zu unterstützen.
  • 2025
    2025
    Evergreen-Strategie wird für Windows 11 als Standardmodell diskutiert und weiterentwickelt: keine großen OS-Upgrades mehr, sondern laufende Verbesserungen und Sicherheitsupdates.

Neue Funktionen kommen

Größere Veränderungen stehen allerdings noch bevor. Schon mit dem zweiten CU für Exchange SE soll die Koexistenz mit älteren Versionen wie Exchange 2016 und 2019 nicht mehr möglich sein. Dann werden auch neue Lizenzschlüssel erforderlich, zudem beabsichtigt Microsoft erstmals neue Funktionen einzuführen.

In der Techcommunity erfährt man dazu schon jetzt weitere Details. Künftig sind zwei CUs pro Jahr geplant - mit dem Ziel, Exchange SE weiter zu vereinfachen, zu modernisieren und langfristig fit für aktuelle Anforderungen zu machen. Für Unternehmen, die auf Exchange Online oder Microsoft 365 setzen, ändert sich indes wenig.

Dort profitieren Nutzer weiterhin von Funktionen wie der Integration von Microsoft 365 Copilot und anderen Innovationen. Doch für Organisationen, die weiterhin auf lokale Infrastruktur setzen müssen oder wollen, kommt Exchange SE genau zum richtigen Zeitpunkt.

Was denkt ihr: Ist Exchange SE ein überfälliger Modernisierungsschritt - oder ein Abschied auf Raten? Diskutiert mit!

Was ist Microsoft Evergreen?
Microsoft Evergreen ist eine Strategie für kontinuierliche Updates von Cloud-Diensten wie Microsoft 365. Statt großer, seltener Upgrades erhalten Nutzer regelmäßig kleinere Aktualisierungen.

Dies soll sicherstellen, dass Unternehmen stets die neuesten Funktionen und Sicherheitsstandards nutzen können, ohne aufwendige Migrationsprojekte durchführen zu müssen.
Wie oft gibt es Updates?
Microsoft rollt jährlich zwischen 800 und 1.400 kleinere Updates für Microsoft 365-Dienste aus. Diese Updates beinhalten neue Funktionen, Sicherheitspatches und Verbesserungen.

Die hohe Frequenz soll dafür sorgen, dass Sicherheitslücken schnell geschlossen werden und Nutzer zeitnah von Innovationen profitieren können.
Spart Evergreen wirklich Kosten?
Laut Gartner können die Wartungskosten in einer Evergreen-Umgebung um bis zu 79 Prozent niedriger sein als bei klassischen Update-Modellen. Dies liegt daran, dass weniger Ressourcen für große Migrationsprojekte benötigt werden.

Das Abonnement-Modell macht die Kosten planbar und beinhaltet sämtliche Updates, wodurch unerwartete Ausgaben für größere Upgrades vermieden werden sollen.
Ist die Sicherheit besser?
Die Evergreen-Strategie soll die Sicherheit deutlich verbessern, da Sicherheitslücken schneller geschlossen werden können. Updates und Patches werden zeitnah ausgerollt, was das Risiko von Cyberangriffen verringern soll.

Durch die kontinuierlichen Updates sind Unternehmen weniger anfällig für Angriffe auf veraltete Software-Versionen, die oft ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle darstellen.
Welche Produkte sind betroffen?
Die Evergreen-Strategie betrifft hauptsächlich Microsoft 365 und andere Cloud-Dienste des Unternehmens. Dazu gehören Office-Anwendungen, Teams, SharePoint und weitere cloudbasierte Services.

Klassische On-Premise-Versionen von Office folgen weiterhin dem traditionellen Update-Modell mit größeren, seltener erscheinenden Versionen.
Können Updates abgelehnt werden?
Bei der Evergreen-Strategie haben Nutzer grundsätzlich weniger Kontrolle über Updates als bei traditionellen Software-Modellen. Microsoft rollt Updates automatisch aus, um die Sicherheit und Aktualität zu gewährleisten.

Unternehmen können jedoch über administrative Einstellungen gewisse Kontrolle über den Zeitpunkt und die Art der Updates behalten, um kritische Geschäftsprozesse nicht zu unterbrechen.
Was sind die Nachteile?
Ein möglicher Nachteil ist die geringere Kontrolle über Updates, was bei kritischen Geschäftsprozessen problematisch sein kann. Unternehmen müssen sich kontinuierlich an neue Funktionen und Änderungen anpassen.

Zudem besteht die Abhängigkeit von einer stabilen Internetverbindung und den Microsoft-Servern. Bei Ausfällen oder Problemen können Unternehmen nicht auf lokale Versionen zurückgreifen.
Ersetzt es klassische Software?
Microsoft verfolgt mit Evergreen eine klare Cloud-First-Strategie, klassische On-Premise-Versionen werden aber weiterhin angeboten. Allerdings erhalten diese weniger häufig Updates und neue Funktionen.

Die Entwicklung zeigt, dass Microsoft seine Ressourcen zunehmend auf Cloud-Services und die Evergreen-Strategie konzentriert, was langfristig die Bedeutung traditioneller Software-Lizenzen reduzieren dürfte.
Zusammenfassung
  • Microsoft führt Exchange Server Subscription Edition ohne Support-Ende ein
  • Kontinuierliche Updates ersetzen große Versionssprünge
  • Umstieg wird mit Support-Ende für Exchange 2016 und 2019 relevant
  • Erste SE-Version ähnelt technisch Exchange 2019 CU15
  • Künftig keine Koexistenz mit älteren Versionen
  • Zwei kumulative Updates pro Jahr zur Modernisierung geplant
  • Keine Änderungen für Exchange Online oder Microsoft 365 Nutzer

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