1&1 5G knackt 10 Mio. Nutzer:
Rekordwachstum trotz Stolpersteine

Kaum ein Mobilfunknetz in Europa ist so schnell gewachsen wie das von 1&1, das erst Ende 2023 mit eigenen Diensten an den Start ging. Jetzt feiert das Unternehmen eine Meilenstein, doch die Start-Probleme sind noch nicht vergessen.
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1&1

Zehn Millionen Nutzer im eigenen 5G-Netz

Zehn Millionen Nutzer sind inzwischen im 1&1-eigenen 5G-Netz unterwegs - ein Wert, der die Einwohnerzahl Österreichs übertrifft und fast jeder achte Einwohner Deutschlands wäre, wenn man die aktuell rund 84 Millionen Menschen hierzulande als Maßstab nimmt. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen die Marke von zwölf Millionen Nutzern knacken.

Kaum ein Mobilfunknetz ist schneller gewachsen als das 1&1 O-RAN. 10 Millionen Nutzer sind ein klarer Beleg für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unserer Infrastruktur auf Basis der neuartigen Open-RAN-Technologie - bis Ende des Jahres werden es über 12 Millionen sein.
Michael Martin, CEO der 1&1 Mobilfunk GmbH

Aber wie viel Netz steckt dahinter?

Möglich macht das eine konsequente Strategie: Die Migration der bisherigen Kunden, die bislang über die Netze von Telefónica und Vodafone telefonierten, läuft im Hintergrund - die Umschaltung erfolgt meist nachts und für die Nutzer kaum spürbar. Bis zu 50.000 Kunden werden täglich ins eigene Netz umgezogen, ein Prozess, der als größte Netz-Migration Deutschlands gilt.


Open RAN als technisches Alleinstellungsmerkmal

Technologisch setzt 1&1 auf Open RAN. Das bedeutet: Statt herstellerspezifischer Hardware laufen viele Netzfunktionen als Software in einer Cloud-Infrastruktur. Das sorgt für mehr Flexibilität und eine schnellere Anpassung an neue Anforderungen. Auch in Sachen Energieeffizienz sieht sich 1&1 vorn: Laut TÜV Rheinland arbeitet das Netz 10 bis 30 Prozent effizienter als konventionelle Mobilfunknetze.

Der steinige Weg zum eigenen Netz

Der Weg zu diesem Meilenstein war jedoch alles andere als reibungslos. Immer wieder geriet 1&1 beim Netzausbau ins Hintertreffen: Die Bundesnetzagentur hatte eigentlich schon für Ende 2022 mindestens 1.000 aktive 5G-Stationen gefordert - Anfang 2023 waren es jedoch nur eine Handvoll.

Das führte zu einem offiziellen Verfahren gegen 1&1. Gleichzeitig gab es Streit mit Infrastrukturpartnern: Das Bundeskartellamt prüfte, ob Vodafone und deren Tochter Vantage Towers den Ausbau bewusst behindert haben - ein Vorwurf, der bis heute nachhallt. Zudem gab es im vergangenen Jahr eine massive Störung des neuen Netzes, die über drei Tage anhielt, und 1&1 musste seinen Kunden eine Entschädigung zahlen. Infografik Mobilfunk: 51 Prozent vertrauen auf große NetzbetreiberMobilfunk: 51 Prozent vertrauen auf große Netzbetreiber Auch aktuell ist der Ausbau noch nicht abgeschlossen. 1&1 hat mit dem eigenen 5G-Netz aber zuletzt in kurzer Zeit viel erreicht - zumindest auf dem Papier. Die Nutzerzahlen steigen rasant.

Wie erlebt ihr den Netzausbau von 1&1? Und diskutiert mit: Wie wichtig ist ein viertes Netz in Deutschland?

Zusammenfassung
  • 1&1 verzeichnet mit 10 Millionen Nutzern im 5G-Netz beeindruckendes Wachstum
  • Migration von bis zu 50.000 Kunden täglich ins eigene Netz erfolgt nahezu unbemerkt
  • Innovatives Open-RAN-System bietet mehr Flexibilität und Energieeffizienz
  • Verzögerungen beim Netzausbau führten zu Verfahren der Bundesnetzagentur
  • Trotz hoher Nutzerzahlen bleibt die Flächenabdeckung hinter Wettbewerbern zurück
  • Von über 2.000 gesicherten Standorten war im Frühjahr 2024 nur ein Bruchteil aktiv

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