1&1: Netzausbau geht noch immer viel langsamer als gedacht voran

Der Internet-Konzern 1&1 hat beim Aufbau seines neuen Mobil­funk­netzes mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Ausbau geht zwar voran - trotzdem bleibt die Infrastruktur im Vergleich zur Konkurrenz wohl noch lange Zeit rückständig.
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Bisher ein Mini-Netz

Gerade einmal 400 Standorte für Basisstationen seien kürzlich in das neu entstehende Netz integriert gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf 1&1-Chef Ralph Dommermuth. Um zu den etablierten Wettbewerbern aufschließen zu können, die jeweils um die 25.000 Anlagen betreiben, wird es also wohl noch viel Zeit brauchen.

Das Unternehmen selbst wollte durchaus schneller vorankommen - und muss das auch, um die Vorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen und nicht erneut ein Bußgeldverfahren zu riskieren. 1&1 verweist allerdings darauf, dass man nicht immer selbst an den Verzögerungen schuld sei.


So hatte sich der Konzern schon früher darüber beklagt, dass der Masten-Betreiber Vantage Towers trotz gültiger Verträge nur sehr langsam Standorte für die Installation von Mobilfunk-Hardware bereitstelle. Bereits zum Start des Netzes führte das in einer Situation, bei der von geplanten tausend Antennen nur fünf auch wirklich liefen.

Es ist zäh

Die Situation habe sich hier wohl bisher auch nur wenig verbessert. "Wir haben gerade von Vantage wieder 250 Standorte abgekündigt bekommen", wird Dommermuth zitiert. Dies bringt 1&1 in die Bredouille: Bis Ende nächsten Jahres muss das Unternehmen laut den Vorgaben der Bundesnetzagentur ein Viertel der deutschen Haushalte erreichen. Davon ist man aktuell noch weit entfernt - trotzdem hat man natürlich das Ziel im Sinn, es noch zu schaffen.

Tatsächlich kann man auch relativ zügig an diesen Punkt gelangen, denn dafür müsste man bei Weitem nicht auch ein Viertel der Standorte betreiben, die die Konkurrenz mit nahezu kompletter Abdeckung aufbringt. Wenn 1&1 zumindest Zugang zu einer Reihe von Masten in dicht besiedelten urbanen Räumen bekommt, genügt ein wesentlich kleinerer Teil an Antennen, um diese Menge abzudecken.

Zusammenfassung
  • 1&1 kämpft mit Problemen beim Aufbau seines Mobilfunknetzes
  • Erhebliche Verzögerungen im Vergleich zur Konkurrenz
  • Bisher nur 400 Basisstationen integriert
  • Ziel ist es, 25.000 Anlagen wie die Wettbewerber zu erreichen
  • Verzögerungen teilweise durch langsame Bereitstellung von Standorten
  • Von 1000 geplanten Antennen waren zunächst nur fünf aktiv
  • 250 weitere Standorte von Vantage Towers kürzlich abgekündigt
  • Erreichung von 25% der deutschen Haushalte bis Ende nächsten Jahres gefordert

Siehe auch:


Großer Mobilfunk-Vergleichs-Rechner
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