1&1 bekommt nun Druck:
Mobilfunk-Ausbau muss schneller gehen

1&1 steht beim Ausbau der Mobilfunkabdeckung in unterversorgten Gebieten unter Druck. Bis Ende Juni 2025 muss Deutschlands jüng­ster Netzbetreiber mindestens 120 neue Masten errichten. Der Bund hat dem Unternehmen nun klare Vorgaben gemacht.
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1&1 Drillisch / United Internet

Nachbesserung beim Netzausbau

Diese Vorgabe ist Teil eines überarbeiteten Vertrags mit dem Bundesministerium für Digitales, wie die Wirtschaftswoche jetzt aus Insiderkreisen berichtet.

Hintergrund ist eine Vereinbarung aus dem Jahr 2019, in der sich 1&1 ver­pfli­chtete, sogenannte "weiße Flecken" mit Mobilfunk zu versorgen. Als Gegen­leist­ung verzichtete der Bund auf Zinszahlungen für den milliarden­schweren Kredit, den 1&1 für seine 5G-Frequenzen erhalten hatte. Ursprünglich war der Ausbau von 400 Standorten geplant - doch bis Ende 2024 wurden lediglich 100 Stand­orte umgesetzt.


Um das Ausbauziel zu erreichen, wird 1&1 nun mindestens fünf Millionen Euro mehr investieren, als es durch die erlassenen Zinszahlungen eingespart hat. Das Unternehmen bestätigte diese Zusage gegenüber der Wirtschaftswoche und erklärte, den Netzausbau ab sofort mit höherem Tempo vorantreiben zu wollen. Die bisherige Verzögerung beim Ausbau hatte laut 1&1 verschiedene Ursachen.

Der ursprüngliche Vertrag enthielt alle­rdings keine exakte Anzahl an Stand­orten, sondern legte lediglich fest, dass 1&1 die durch die Zins­erlassung ent­standene Ersparnis in den Aus­bau in­vestiert. Hinzu kam, dass in vielen unter­ver­sorgten Gebieten keine geeig­neten Plätze für Dach­antennen zur Ver­fügung standen, sodass auf­wendigere und teurere frei stehende Mobil­funk­masten errichtet werden mussten.

Klare Vorgaben für die Zukunft

Zusätzlich führten steigende Bau- und Materialkosten seit Beginn des Ukraine-Kriegs zu höheren Ausgaben. Diese Faktoren sorgten laut 1&1 dafür, dass der Ausbau langsamer voranschritt als geplant.

Mit der neuen Vertrags­änderung hat der Bund klare Richt­linien vorge­geben. Die Anzahl von min­des­tens 120 neuen Mobil­funk­masten und die zusätz­liche Inves­ti­tions­summe lassen kaum Spiel­raum für Verzö­gerungen. Dies signa­lisiert, dass die Regierung den Netz­ausbau in länd­lichen Regionen weiter­hin als eine ihrer Prio­ri­tä­ten ansieht.

Doch nicht nur 1&1 steht beim Netz­ausbau in der Kritik. Auch die großen An­bie­ter wie Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) mussten in der Ver­gan­gen­heit immer wieder Nach­bes­se­ru­ngen vornehmen, um die An­for­der­ungen der Bundes­netz­agentur zu erfüllen.

Was denkt ihr über diese Entwicklung? Wird 1&1 die neuen Vorgaben diesmal einhalten können? Oder seht ihr weitere Hindernisse für den Netzausbau? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • 1&1 muss bis Ende Juni 2025 mindestens 120 neue Mobilfunkmasten errichten
  • Überarbeiteter Vertrag mit dem Bundesministerium für Digitales setzt Vorgaben
  • Ursprünglich waren 400 Standorte geplant, bis Ende 2024 nur 100 umgesetzt
  • 1&1 investiert mindestens 5 Millionen Euro mehr als durch Zinserlasse gespart
  • Verzögerungen durch fehlende Standorte und gestiegene Bau- und Materialkosten
  • Bund setzt klare Richtlinien, um Netzausbau in ländlichen Regionen zu fördern
  • Auch andere Anbieter mussten in der Vergangenheit Nachbesserungen vornehmen


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