Apple erntet Kritik: unerwünschte Werbung in der iPhone-Wallet-App

Unerwünschte Werbung, empörte Nutzer, neue Einnahmequellen: Apple verwandelt die Wallet-App des iPhones in einen Werbekanal und stößt auf massiven Widerstand. Eine Abschalt-Option gibt es erst mit iOS 26 - zu spät für viele Kunden.
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Wallet-App als Werbekanal sorgt für Ärger

Der Technologiekonzern bewirbt seinen neuen Film "F1" mit Brad Pitt. US-iPhone-Besitzer erhielten über die Wallet-App eine Push-Benachrichtigung mit einem 10-Dollar-Rabatt für den Kauf von mindestens zwei Kinotickets. Der Film, der ursprünglich unter dem Arbeitstitel "Apex" entwickelt wurde, soll heute in die Kinos kommen und wurde in Zusammenarbeit mit der Formel 1 und allen zehn Teams produziert.

Die Reaktionen der iPhone-Nutzer fallen eindeutig aus. "Ich habe nicht über 1.000 Dollar für ein iPhone bezahlt, um damit beworben zu werden", beklagt ein Reddit-Nutzer. Das Problem: Aktuell können Anwender solche Werbeaktionen nicht unterbinden - sie haben lediglich die Möglichkeit, entweder alle Benachrichtigungen zu deaktivieren oder "Kartenvorteile beim Bezahlen" auszublenden. Apple Werbung auf iPhonesDiese Werbung zum Film F1 erhielten viele iPhone-Nutzer per Apple Wallet Die Wallet-App, die 2012 als Passbook eingeführt und 2015 umbenannt wurde, diente bisher hauptsächlich zur Verwaltung von Bordkarten, Kinokarten, Kun­den­kar­ten und Zahlungsmethoden. Diese neue Nutzung als direkter Werbekanal stellt einen Paradigmenwechsel dar, der bei vielen Nutzern auf Widerstand stößt.

Gut zu wissen: In Deutschland wurde die F1-Werbung nicht ausgespielt. Auch wurde hierzulande die Apple Wallet-App bislang nicht für diese Zwecke verwendet.

Neue Kontrolle erst mit iOS 26

Eine Lösung zeichnet sich erst mit der Beta-Version von iOS 26 ab. Dort führt Apple eine neue Option ein, mit der sich "Angebote & Werbeaktionen" in der Wallet-App deaktivieren lassen. Die Existenz dieser neuen Einstellung deutet darauf hin, dass Apple plant, künftig vermehrt Marketing-Botschaften über die Wallet-App zu versenden.


Wie TechCrunch berichtet, reagieren Apple-Kunden traditionell empfindlich auf unerwünschte Werbung auf ihren Geräten. Viele erinnern sich noch an die kontroverse Aktion von 2014, bei der das U2-Album "Songs of Innocence" automatisch in den iTunes-Bibliotheken der Nutzer auftauchte.

Damals musste Apple sogar ein spezielles Tool bereitstellen, mit dem Nutzer das ungewollte Album wieder entfernen konnten. Die Aktion kostete Apple geschätzte 100 Millionen US-Dollar (etwa 87 Millionen Euro) und gilt bis heute als Paradebeispiel für misslungenes Marketing.

Apples Werbestrategie im Wandel

Die Wallet-Werbung reiht sich in eine Serie von Apples Bemühungen ein, neue Einnahmequellen zu erschließen. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren seine Werbeaktivitäten ausgeweitet und bietet mittlerweile Anzeigenplätze im App Store, in Apple News und in anderen eigenen Diensten an. Die Nutzung der Wallet-App als Werbeplattform könnte ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.

Branchenexperten sehen in der Aktion einen Test, wie weit Apple bei der Monetarisierung seiner Plattformen gehen kann, ohne die Nutzererfahrung zu stark zu beeinträchtigen. Die deutlichen Proteste der Nutzer zeigen jedoch, dass Apple bei solchen Experimenten vor­sich­tig agieren muss, um das Vertrauen seiner Kunden nicht zu gefährden.

Was haltet ihr von Apples Werbestrategie? Ist die Wallet-App der richtige Ort für Filmwerbung? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Apple nutzt Wallet-App für unerwünschte Filmwerbung mit Rabatten
  • Nutzer empört über fehlende Abschaltmöglichkeit der Werbebenachrichtigung
  • Aktuell können nur alle Benachrichtigungen oder Kartenvorteile blockiert werden
  • iOS 26 führt erst später Option zum Deaktivieren von Angeboten ein
  • Vergleichbar mit der umstrittenen U2-Album-Aktion von 2014
  • Teil von Apples Strategie zur Erschließung neuer Einnahmequellen
  • Experten sehen Balanceakt zwischen Monetarisierung und Nutzererfahrung

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