Behörde prangert ausufernde Datensammlung von Haushaltsgeräten an

Längst sind es nicht nur Computer und Telefone, die umfangreiche Daten von Nutzern sammeln. Auch bei Heißluftfritteusen, Laut­spre­chern, Fruchtbarkeitstrackern und Fernsehern schlagen die zu­stän­di­gen Stellen längst Alarm.
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Tefal

Wenn die Fritteuse zuhört

Sogenannte smarte Haushaltsgeräte zeichnen oft unbemerkt und in sensiblen privaten Räumen diverse Informationen auf. Und während Verbraucher sich bei Smartphones dieser Tatsache in der Regel bewusst sind, rechnet kaum jemand damit, dass die eigene Privatsphäre auch vom simplen Küchengerät ausspioniert wird.

Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat Hersteller von smarten Haushaltsgeräten jetzt aufgefordert, die Privatsphäre der Nutzer stärker zu respektieren. Laut ICO berichten Verbraucher zunehmend davon, dass sie sich machtlos fühlen, wenn es um die Kontrolle über ihre persönlichen Daten geht.


Besonders problematisch seien Geräte, die ohne klare Kommunikation im Hintergrund zuhören oder intime Körperdaten erfassen und übermitteln, teilte die Behörde mit. So soll es etwa Heißluftfritteusen geben, die ihre Umgebung akustisch überwachen können, sowie Fruchtbarkeitstracker, die Gesundheitsdaten erfassen, auswerten und an Hersteller weiterleiten.

Stephen Almond, Leiter der Abteilung für regulatorische Risiken beim ICO, betont: "Smarte Produkte wissen viel über uns - von unseren Mitbewohnern über unsere musikalischen Vorlieben bis hin zu Medikamenten, die wir einnehmen. Diese Geräte sollen unseren Alltag erleichtern, doch das darf nicht auf Kosten unserer Privatsphäre geschehen."

Mehr Transparenz bitte

In ihrer ersten offiziellen Richtlinie zu diesem Thema fordert die ICO von Herstellern mehr Transparenz, strenge Datensicherheitsmaßnahmen und die Möglichkeit für Nutzer, gesammelte Informationen einfach und regelmäßig zu löschen. Auch solle nur das unbedingt nötige Maß an Daten erhoben werden - ein Datensparsamkeitsprinzip, das viele Hersteller bisher vernachlässigen.

Die Richtlinie betrifft eine breite Palette sogenannter Internet-of-Things-Geräte. Dazu zählen neben smarten Lautsprechern und Fitness-Trackern auch Fernseher oder Küchenhelfer, die über WLAN oder Bluetooth verbunden sind. Hersteller müssten künftig klar offenlegen, welche Daten wofür verwendet werden - und Nutzer aktiv in die Entscheidung einbinden, welche Informationen sie preisgeben möchten. Die Datenschutzbehörde kündigte an, im Zweifel auch mit rechtlichen Schritten gegen Hersteller vorzugehen, die ihre Verantwortung nicht ernst nehmen: "Wir sind bereit einzugreifen, um Menschen vor Schaden zu bewahren", so die Behörde abschließend.
Zusammenfassung
  • Britische Behörde kritisiert Datensammlung bei smarten Haushaltsgeräten
  • Heißluftfritteusen und Fruchtbarkeitstracker sammeln heimlich sensible Daten
  • Verbraucher fühlen sich zunehmend machtlos bei der Kontrolle ihrer Daten
  • ICO fordert mehr Transparenz und Datensparsamkeit von den Herstellern
  • Die Richtlinie betrifft verschiedene IoT-Geräte wie Lautsprecher und Fernseher
  • Die Behörde droht mit rechtlichen Schritten gegen verantwortungslose Hersteller

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