Alexa+: Amazon opfert Datenschutz-Funktion für KI-Assistent (Update)

Amazon streicht eine wichtige Datenschutz-Funktion bei Echo-Laut­sprechern: Ab Ende März werden laut Medienberichten alle Sprach­befehle zwangsweise in der Cloud verarbeitet - auch wenn Nutzer dies bisher bewusst deaktiviert hatten.
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Alexa hört genauer hin: Datenschutz-Funktion fällt weg

Ab Ende März müssen Besitzer von Amazon Echo-Geräten mit einer einschneidenden Änderung rechnen: Die Option zur lokalen Sprachverarbeitung wird eingestellt. Das meldet das Online-Magazin Ars Technica und bezieht sich dabei auf Meldungen von Nutzern, die eine dementsprechende E-Mail-Ankündigung von Amazon erhalten haben.

Bisher konnten Nutzer verhindern, dass ihre Sprachbefehle an Amazons Server gesendet werden. Diese Möglichkeit entfällt demnach aber ab dem 28. März komplett.

Update 13.30 Uhr: Amazon Deutschland hat uns dazu einige weitere Informationen zur Verfügung gestellt und klargestellt, dass die Änderung nur US-Kunden betrifft, da es um eine Opt-in-Funktion geht, die nur für Kunden in den USA verfügbar war, deren Geräte auf Englisch eingestellt waren.

"Diese Funktion wird nach dem 28. März 2025 nicht mehr verfügbar sein. Wir werden die Datenschutzeinstellungen für die betroffenen Kunden automatisch so aktualisieren, dass Sprachaufzeichnungen überhaupt nicht gespeichert werden. Wenn diese Einstellung aktiviert ist, werden Sprachaufzeichnungen gelöscht, nachdem Alexa die Anfrage eines Kunden verarbeitet hat, und alle zuvor gespeicherten Aufnahmen werden ebenfalls in dessen Namen gelöscht," so ein Amazon-Sprecher.

"Das Alexa-Erlebnis ist darauf ausgelegt, die Privatsphäre unserer Kunden zu schützen und ihre Daten sicher zu halten, und das wird sich nicht ändern. Kunden können weiterhin aus einer Reihe von Tools und Kontrollmöglichkeiten wählen, einschließlich der Option, ihre Sprachaufzeichnungen überhaupt nicht zu speichern."


Die Neuerung betrifft alle Echo-Modelle, unabhängig davon, ob Nutzer das kommende Alexa+ Abonnement in Anspruch nehmen möchten oder nicht. Selbst wer die erweiterten KI-Funktionen nicht nutzen will, muss sich laut dem Bericht nun der Cloud-Verarbeitung beugen.

Amazon begründet den Schritt mit der Weiterentwicklung von Alexa und der Einführung generativer KI-Funktionen. Wer die Voice-ID-Funktion weiterhin nutzen möchte, muss dem Speichern der Aufnahmen in der Cloud zustimmen. Andernfalls wird diese Funktion deaktiviert. Nutzer stehen somit vor der Wahl: Entweder sie akzeptieren die neuen Bedingungen oder verlieren wichtige Funktionen ihrer Geräte. Infografik Alexa, Siri & Co.: Jeder vierte Deutsche nutzt smarte LautsprecherAlexa, Siri & Co.: Jeder vierte Deutsche nutzt smarte Lautsprecher

Automatische Übertragung aller Sprachaufnahmen?

Wie Ars Technica berichtet, gilt das auch für Nutzer, die bisher die Option "Keine Sprachaufzeichnungen senden" aktiviert hatten.

Die Entscheidung wirft natürlich Fragen zum Datenschutz auf - zudem ist bisher nicht klar, ob diese Änderungen weltweit umgesetzt werden. Zwar versichert Amazon, dass alle Übertragungen verschlüsselt erfolgen und Aufnahmen standardmäßig nach der Verarbeitung gelöscht werden. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl: In der Vergangenheit gab es heftige Kritik am Umgang des Unternehmens mit Sprachdaten, einschließlich Mitarbeiterzugriff auf Aufnahmen und der Verwendung in Gerichtsverfahren.

Was denkt ihr über Amazons Entscheidung? Überwiegen für euch die Vorteile der neuen Funktionen oder seht ihr die Privatsphäre in Gefahr? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Amazon streicht lokale Sprachverarbeitung bei Echo-Geräten ab 28. März 2025
  • Alle Sprachbefehle werden zwangsweise in der Cloud verarbeitet
  • Änderung gilt für alle Echo-Modelle, unabhängig vom Alexa+ Abonnement
  • Nutzer müssen Cloud-Verarbeitung akzeptieren oder auf Funktionen verzichten
  • Datenschutzbedenken: Amazons Umgang mit Sprachdaten steht in der Kritik
  • Alexa-Geschäft bisher unrentabel, Profithoffnung durch Alexa+

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