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Griechenland kämpft aktuell massiv mit Schattenseite der Solarenergie

Viele Länder bauen ihre Solarstromkapazitäten massiv aus - doch die Speicher hinken hinterher. In Griechenland zeigt sich dieser Widerspruch in den letzten Wochen besonders deutlich: Tausende Anlagen müssen vom Netz, wenn die Sonne am stärksten scheint.
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Kaum eine Energiequelle hat in den letzten Jahren einen solchen Boom erlebt wie die Photovoltaik. Nicht nur in Deutschland, auch in Südeuropa schießen Solaranlagen aus dem Boden - oft buchstäblich. Griechenland etwa hat seine Solarstromkapazitäten in nur wenigen Jahren auf knapp 10 Gigawatt ausgebaut - 2,5 Gigawatt davon alleine im letzten Jahr.

Doch wo der Sonnenstrom scheinbar endlos sprudelt, stößt das System ohne genaue Planung erwartbar an seine Grenzen. Griechenland zeigt, wie ein Erfolgsmodell zur Herausforderung werden kann, wenn der Aufbau nicht exakt koordiniert wird: Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet (via Techxplorer), mussten in den letzten Monaten an den sonnigsten Tagen Anlagen vom Netz getrennt werden - ausgerechnet dann, wenn sie am meisten Strom liefern könnten.

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Der Grund liegt im Ungleichgewicht von Erzeugung und Infrastruktur. Über Jahre wurden zwar immer mehr Photovoltaikprojekte genehmigt, doch gleichzeitig stockte der Ausbau von Stromspeichern und Netzkapazitäten. Inzwischen produziert das Land mehr Solarstrom, als es in Spitzenzeiten aufnehmen oder weiterleiten kann. Der Netzbetreiber sah sich im Mai laut AFP deshalb wiederholt gezwungen, tausende mittelgroße Anlagen stundenweise abzuschalten - eine Notmaßnahme gegen Überlastung.

Wie steht es um den Solarausbau in Deutschland aktuell?
  • Deutschland hat Ende 2024 die historische Marke von etwa 100 Gigawatt installierter Solarleistung erreicht
  • 2024 wurden Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 16,9 GW neu installiert - ein Plus von etwa 2,3 GW gegenüber 2023
  • Knapp 1 Million neue Solaranlagen wurden 2024 installiert, darunter etwa 430.000 Balkonkraftwerke
  • Solarenergie deckte 2024 rund 14,5 Prozent des deutschen Strombedarfs
  • Der Eigenverbrauch von Solarstrom hat sich fast verdoppelt (12,4 TWh 2024 gegenüber 6,4 TWh 2023)
  • Deutschland liegt international auf dem vierten Platz bei der installierten Photovoltaikleistung
  • Das Ausbauziel für 2030 liegt bei 215 Gigawatt (laut EEG)
  • Hauptwachstumstreiber 2024 waren Solarparks (+40%) und Anlagen auf Firmendächern (+25%)

Viele Länder müssen handeln

Ohne Speicher lässt sich überschüssige Energie nicht sinnvoll nutzen. Das sei inzwischen kein Randproblem mehr, sondern eine "strukturelle Notwendigkeit", warnt Francesca Andreolli vom italienischen Thinktank ECCO - auch Italien kämpft mit ähnlichen Problemen. Batterieanlagen könnten helfen, Strom zwischenzulagern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Doch der Bau solcher Systeme dauert - in Griechenland sprechen Fachleute davon, dass die nächsten drei Jahre entscheiden werden, ob die Aufholjagd schnell genug gelingt.

Für Betreiber ist das bis dahin eine klare wirtschaftliche Bremse. Wer mittags abschalten muss, verliert Einnahmen. Für das Energiesystem ist es ein Warnsignal. Die Technik für die Energiewende ist da - doch ohne abgestimmte Infrastruktur drohen Versorgungslücken und Effizienzverluste. Was sich in Griechenland beispielhaft zeigt, wird auch in vielen anderen Ländern die nächsten Jahre ein zentrales Problem der Energie-Politik.
Zusammenfassung
  • Griechenland hat Solarkapazität auf knapp 10 Gigawatt ausgebaut
  • Tausende Solaranlagen müssen bei stärkster Sonneneinstrahlung abgeschaltet werden
  • Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und verfügbarer Infrastruktur
  • Netzbetreiber musste im Mai zahlreiche mittelgroße Anlagen stundenweise abschalten
  • Fehlende Stromspeicher verhindern Nutzung überschüssiger Energiemengen
  • Experten sehen die nächsten drei Jahre als entscheidend für Infrastruktur-Aufholjagd
  • Problem könnte sich in vielen anderen Ländern mit Solarausbau wiederholen

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