Crocodilus: Android-Malware schleicht sich in die Kontakte ein
Eine neue Android-Malware sorgt derzeit für Besorgnis in der Security-Branche: Die Schadsoftware namens Crocodilus wurde kürzlich weiterentwickelt und kann nun gefälschte Kontakte auf infizierten Smartphones anlegen, um darauf Betrügereien aufzubauen.
Die Malware kann dabei Androids integrierte Schutzmechanismen wie Google Play Protect umgehen, ohne auf besondere Zugriffsrechte wie die Bedienungshilfen angewiesen zu sein. Verbreitet wird Crocodilus über speziell angepasste "Dropper"-Apps, die sich oft über Drittanbieter-App-Stores, gefälschte Webseiten oder betrügerische Nachrichten einschleichen.
Die neue Fähigkeit, gefälschte Kontakte zu erstellen, macht die Schadsoftware besonders perfide. Nutzer könnten einen Anruf scheinbar von ihrer Bank oder einem Familienmitglied erhalten - doch in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter ein Angreifer, der persönliche Daten oder Geld ergaunern will. Da Android bei eingehenden Anrufen primär die Namen aus dem eigenen Adressbuch anzeigt, sind solche Täuschungen für arglose Nutzer schwer zu erkennen.
Sicherheitsexperten empfehlen auch diesbezüglich, Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen wie dem Google Play Store zu laden und verdächtige Links oder Nachrichten zu meiden. Zudem sollte Google Play Protect aktiviert sein. Angesichts der schnellen Weiterentwicklung von Crocodilus rechnen Experten damit, dass diese Malware auch künftig für Schlagzeilen sorgen wird.
Siehe auch:
- Android-Malware Crocodilus kann gefälschte Kontakte im Adressbuch anlegen
- Ursprünglich gegen Kryptowährungs-Nutzer gerichtet, nun weltweit aktiv
- Umgeht Sicherheitsmechanismen, ohne besondere Zugriffsrechte zu benötigen
- Verbreitung über Dropper-Apps aus inoffiziellen Quellen und Fake-Websites
- Vortäuschen von Anrufen scheinbar vertrauenswürdiger Kontakte möglich
- Ermöglicht Fernsteuerung, Datendiebstahl und Banking-App-Fälschungen
- Experten raten zu offiziellen App-Quellen und aktiviertem Google Play Protect
Grundlage für Betrugsmaschen
Ursprünglich wurde Crocodilus im März von der Sicherheitsfirma Threat Fabric entdeckt. Anfangs konzentrierten sich Angriffe auf Kryptowährungs-Nutzer in der Türkei, inzwischen sind auch Anwender in den USA, Spanien, Brasilien, Indien, Indonesien und Argentinien betroffen. Die Schadsoftware zielt vor allem auf hochwertige Android-Smartphones ab.Die Malware kann dabei Androids integrierte Schutzmechanismen wie Google Play Protect umgehen, ohne auf besondere Zugriffsrechte wie die Bedienungshilfen angewiesen zu sein. Verbreitet wird Crocodilus über speziell angepasste "Dropper"-Apps, die sich oft über Drittanbieter-App-Stores, gefälschte Webseiten oder betrügerische Nachrichten einschleichen.
Die neue Fähigkeit, gefälschte Kontakte zu erstellen, macht die Schadsoftware besonders perfide. Nutzer könnten einen Anruf scheinbar von ihrer Bank oder einem Familienmitglied erhalten - doch in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter ein Angreifer, der persönliche Daten oder Geld ergaunern will. Da Android bei eingehenden Anrufen primär die Namen aus dem eigenen Adressbuch anzeigt, sind solche Täuschungen für arglose Nutzer schwer zu erkennen.
Funktionsreiche Malware
Ebenso verfügt Crocodilus bereits über zahlreiche weitere Funktionen: Die Malware ermöglicht es ihren Betreibern, das Smartphone fernzusteuern, Daten zu stehlen und über sogenannte Overlay-Angriffe beliebte Banking-Apps nachzuahmen, um an Zugangsdaten zu gelangen. Die gefälschten Kontakte bleiben lokal auf dem Gerät gespeichert und synchronisieren sich nicht mit dem Google-Konto - was die Entdeckung zusätzlich erschwert.Sicherheitsexperten empfehlen auch diesbezüglich, Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen wie dem Google Play Store zu laden und verdächtige Links oder Nachrichten zu meiden. Zudem sollte Google Play Protect aktiviert sein. Angesichts der schnellen Weiterentwicklung von Crocodilus rechnen Experten damit, dass diese Malware auch künftig für Schlagzeilen sorgen wird.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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