Wo das Gehirn logisch denkt - faszinierende Studie zeigt genaue Region
Wer neue, unbekannte Probleme logisch lösen will, braucht vor allem einen ganz bestimmten Bereich im Stirnlappen der rechten Gehirnhälfte. Eine neue Studie aus London zeigt nun genau, welche Region dafür notwendig ist.
Die Untersuchung stammt vom UCL Queen Square Institute of Neurology und dem nationalen Krankenhaus für Neurologie und Neurochirurgie (UCLH) in London. Dort analysierte ein Team gezielt, wie sich Hirnschädigungen auf logisches Denken auswirken. Untersucht wurden 247 Patienten mit punktuellen Hirnschäden durch Schlaganfälle oder Tumore - vorwiegend in vorderen oder hinteren Hirnregionen. Zusätzlich nahmen 81 gesunde Personen teil. Alle absolvierten zwei Tests, die gezielt analoges und deduktives Denken erforderten. Dabei zeigte sich: Wer eine Schädigung im rechten Stirnhirn hatte, machte rund 15 % mehr Fehler als die übrigen Teilnehmenden.
Im ersten Test sollten Teilnehmende sprachliche Beziehungen erkennen, im zweiten das strukturelle Muster von Zahlenfolgen. Solche Aufgaben prüfen, wie gut das Gehirn neue Beziehungen erkennt und daraus eine stabile Ordnung bildet - unabhängig davon, ob es um Wörter oder visuelle Reize geht.
Beispielaufgaben aus der Studie
Frühere Studien nutzten fast ausschließlich funktionelle Bildgebung (fMRT) bei gesunden Menschen. Das zeigt nur, welche Hirnregionen bei einer Aufgabe aktiv sind - nicht, ob sie auch wirklich notwendig sind. Die jetzt eingesetzte sogenannte "Lesion-Defizit-Kartierung" macht genau das: Sie prüft, ob der Ausfall einer Region zu messbaren Denkfehlern führt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Brain veröffentlicht.
Die neu entwickelten Tests sollen künftig in der klinischen Praxis zum Einsatz kommen, etwa bei der Diagnose von Denkstörungen nach Hirnverletzungen. Ziel ist es, gezielt solche Defizite zu erfassen, die in klassischen Intelligenz- oder Sprachtests oft übersehen werden.
Siehe auch:
Rechtes Stirnhirn: Zentrum des logischen Denkens?
Wer sagt uns eigentlich im Kopf, dass wir beim Schach besser die Dame ziehen - oder dass 5,6,7 mehr mit 1,2,3 zu tun hat als 6,5,7? Solche Entscheidungen wirken intuitiv, doch sie beruhen auf einer klar geregelten Fähigkeit im Gehirn. Eine neue Studie zeigt nun, wo genau dieses logische Denken stattfindet.Die Untersuchung stammt vom UCL Queen Square Institute of Neurology und dem nationalen Krankenhaus für Neurologie und Neurochirurgie (UCLH) in London. Dort analysierte ein Team gezielt, wie sich Hirnschädigungen auf logisches Denken auswirken. Untersucht wurden 247 Patienten mit punktuellen Hirnschäden durch Schlaganfälle oder Tumore - vorwiegend in vorderen oder hinteren Hirnregionen. Zusätzlich nahmen 81 gesunde Personen teil. Alle absolvierten zwei Tests, die gezielt analoges und deduktives Denken erforderten. Dabei zeigte sich: Wer eine Schädigung im rechten Stirnhirn hatte, machte rund 15 % mehr Fehler als die übrigen Teilnehmenden.
Im ersten Test sollten Teilnehmende sprachliche Beziehungen erkennen, im zweiten das strukturelle Muster von Zahlenfolgen. Solche Aufgaben prüfen, wie gut das Gehirn neue Beziehungen erkennt und daraus eine stabile Ordnung bildet - unabhängig davon, ob es um Wörter oder visuelle Reize geht.
Beispielaufgaben aus der Studie
- Deduktives Denken (sprachlich):
- "Wenn Lucy mutiger ist als Samantha und Samantha mutiger als Rebecca - ist Lucy dann mutiger als Rebecca?"
- Analoges Denken (visuell):
- Welche Zahlenreihe ist der Folge 1, 2, 3 am ähnlichsten - 5, 6, 7 oder 6, 5, 7?
Frühere Studien nutzten fast ausschließlich funktionelle Bildgebung (fMRT) bei gesunden Menschen. Das zeigt nur, welche Hirnregionen bei einer Aufgabe aktiv sind - nicht, ob sie auch wirklich notwendig sind. Die jetzt eingesetzte sogenannte "Lesion-Defizit-Kartierung" macht genau das: Sie prüft, ob der Ausfall einer Region zu messbaren Denkfehlern führt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Brain veröffentlicht.
Mentales Kontrollzentrum
Laut den Autoren deutet vieles darauf hin, dass der rechte Frontallappen vor allem dann entscheidend ist, wenn neue mentale Strukturen aufgebaut und im Kopf stabil gehalten werden müssen - besonders bei räumlich-logischen Mustern oder mehrdeutigen Aufgaben. Das betrifft sowohl sprachliche als auch bildhafte Denkleistungen. Nicht das logische Schließen selbst, sondern die Vorbereitung darauf - also die mentale Organisation - scheint dort zentral gesteuert zu werden.Die neu entwickelten Tests sollen künftig in der klinischen Praxis zum Einsatz kommen, etwa bei der Diagnose von Denkstörungen nach Hirnverletzungen. Ziel ist es, gezielt solche Defizite zu erfassen, die in klassischen Intelligenz- oder Sprachtests oft übersehen werden.
Zusammenfassung
- Studie zeigt: Rechter Stirnlappen entscheidend für logisches Denken
- 247 Patienten mit Hirnschäden und 81 Gesunde absolvierten Tests
- Schädigung im rechten Stirnhirn führte zu 15 % mehr Denkfehlern
- Rechter Frontallappen steuert Aufbau mentaler Strukturen
- Neue Tests sollen künftig in der klinischen Praxis eingesetzt werden
- Ziel: Erfassung von Defiziten, die oft übersehen werden
Siehe auch:
- Studie widerspricht Vorurteilen: Smartphones richtig gut fürs Gehirn
- Gehirn-Computer-Interface gibt Gelähmten die Stimme wieder
- MindLLM kann Gehirnaktivität direkt in Text übersetzen
- Unser Gehirn arbeitet extrem langsam: Datenverarbeitung mit 10 bit/s
- Neuralink will testen, ob Gehirn-Chip einen Roboterarm steuern kann
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