80 Dollar für Switch-2-Spiele unverschämt? Historisch stimmt das nicht

Viele Fans sind sauer auf Nintendo: Das neue "Mario Kart World" soll 80 US-Dollar kosten, das wird wohl der neue Standardpreisbereich für Switch 2-Spiele. Ist das noch fair? Eine Analyse zeigt: Inflationsbereinigt betrachtet, waren Videospiele lange viel teurer.
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Historische Videospielpreise analysiert

Will uns Nintendo abzocken? Um diese in diesen Tagen oft formulierte Frage zu beantworten, hat Ars Technica vier Jahrzehnte an Daten aus Katalogen, Anzeigen und Online-Shops zusammengetragen. Dabei wurden jeweils die höchsten Preise für Top-Spiele jedes Jahres berücksichtigt und berechnet, wie viel diese Spiele heute, unter Berücksichtigung der Inflation, kosten würden.

"Wenn man die historischen Spielepreise an die Inflation anpasst, zeigt sich, dass ein Preis von 80 Dollar für ein Basisspiel im Jahr 2025 im Großen und Ganzen mit den Preisen übereinstimmt, die große Spiele vor 10 bis 15 Jahren kosteten."
Ars Technica
Inflationsbereinigte Preise für VideospieleDie Auswertung von Ars Technica

Cartridges waren Luxus

Vor allem in den 80er- und 90er-Jahren kosteten Spiele für Konsolen wie das Nintendo Entertainment System (NES) umgerechnet oft über 100 Dollar. Einer der Gründe: Die Spiele wurden auf Cartridges ausgeliefert, die kleinen Modulen mit Speicherchip waren teuer in der Produktion, die Auflagen geringer. "Neue, begehrte Titel konnten damals das Äquivalent von 140 Dollar oder mehr kosten", so Ars Technica.

Mit dem Aufkommen von CDs wurden Spiele erschwinglicher. Anfang der 2000er-Jahre lag der Durchschnittspreis (inflationsbereinigt) bei etwa 90 Dollar. In den 2010ern pendelte er sich dann bei rund 60 Dollar ein und verweilte für mehrere Jahre dort. Doch die steigende Inflation der letzten Jahre sorgte für neue Preissteigerungen - 80 Dollar heute entsprechen etwa 65 Dollar im Jahr 2020.

Preise werden steigen

Die Analyse von Ars Technica zeigt: Der Preis von "Mario Kart World" mag hoch erscheinen, ist aber im Kontext der Videospielgeschichte nicht ungewöhnlich. Ob andere Hersteller nachziehen, bleibt abzuwarten. Spieler sollten sich jedoch darauf einstellen, dass Videospiele in Zukunft teurer werden könnten. Laut Nintendo-Manager Bill Trinen spürt die Branche die Auswirkungen der Inflation "in allen Bereichen".

Zusammenfassung
  • Neue Nintendo-Spiele sollen 80 US-Dollar kosten, was Fans verärgert
  • Inflationsbereinigt waren Videospiele früher oft deutlich teurer
  • In den 80er- und 90er-Jahren kosteten Spiele umgerechnet oft über 100 Dollar
  • Anfang der 2000er lag der Durchschnittspreis bei etwa 90 Dollar (inflationsbereinigt)
  • In den 2010ern pendelte sich der Preis bei rund 60 $ ein
  • 80 Dollar heute entsprechen etwa 65 Dollar im Jahr 2020
  • Branche spürt die Auswirkungen der Inflation in allen Bereichen

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