Klappt nicht: Gesundheitssystem eines Landes in Excel-Tabelle verwaltet
Wenn es klappt, ist man wohl ein Vorbild bei der Effizienz: In Neuseeland hat die zuständige Behörde das gesamte Gesundheitssystem des Landes in einer einzigen Excel-Tabelle verwaltet. Wie sich nun zeigte, war diese Idee aber nicht besonders durchdacht.
Der daraufhin veröffentlichte Bericht der Wirtschaftsberatung Deloitte stellt der Organisation ein vernichtendes Zeugnis aus: Sie habe "das Steuerungssystem für finanzielle Ergebnisse aus der Hand gegeben" und sei nicht in der Lage gewesen, auf die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben angemessen zu reagieren.
Dabei wurde die neue Behörde im Jahr 2022 eigentlich gegründet, um die 20 bisherigen regionalen Gesundheitsbehörden zu ersetzen und eine effizientere sowie kostengünstigere Versorgung zu gewährleisten. Dass dies nicht einmal im Ansatz klappte, soll wesentlich auch daran liegen, dass die milliardenschweren Finanzen eben über eine einzelne Excel-Tabelle verarbeitet wurden. Für komplexe Geschäftsvorgänge auf staatlicher Ebene ist diese Software schlicht nicht ausgelegt.
Trotz der alarmierenden Erkenntnisse gibt es bisher keinen konkreten Plan, das Excel-basierte Finanzmanagement durch ein modernes System zu ersetzen. Das zuständige Ministerium erwägt zumindest die Schaffung einer eigenständigen Einheit zur Verwaltung digitaler und physischer Infrastruktur, doch ein Zeitplan für die Umsetzung fehlt.
Siehe auch:
Komplexes Milliarden-Budget
Eine große Katastrophe bei der Verwaltung des Budgets in Höhe von umgerechnet rund 14,6 Milliarden Euro blieb zwar aus, besonders gut lief es aber trotzdem nicht. Denn entgegen den eigenen Prognosen konnte Health New Zealand (HNZ) die finanziellen Vorgaben nicht einhalten, was eine umfassende Prüfung der Finanzlage nach sich zog, wie das Magazin The Register berichtet.Der daraufhin veröffentlichte Bericht der Wirtschaftsberatung Deloitte stellt der Organisation ein vernichtendes Zeugnis aus: Sie habe "das Steuerungssystem für finanzielle Ergebnisse aus der Hand gegeben" und sei nicht in der Lage gewesen, auf die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben angemessen zu reagieren.
Dabei wurde die neue Behörde im Jahr 2022 eigentlich gegründet, um die 20 bisherigen regionalen Gesundheitsbehörden zu ersetzen und eine effizientere sowie kostengünstigere Versorgung zu gewährleisten. Dass dies nicht einmal im Ansatz klappte, soll wesentlich auch daran liegen, dass die milliardenschweren Finanzen eben über eine einzelne Excel-Tabelle verarbeitet wurden. Für komplexe Geschäftsvorgänge auf staatlicher Ebene ist diese Software schlicht nicht ausgelegt.
Menschliche Fehler
Die unzureichende Leistungsfähigkeit einer Excel-Tabelle für eine solche Aufgabe blieb aber nicht das einzige Problem. So bemängelten die Prüfer auch, dass immer wieder Finanzdaten einfach manuell verändert wurden, was jede Nachvollziehbarkeit unmöglich machte. Doppelte oder falsche Buchungen blieben so auch unentdeckt. Hinzu kamen schlicht menschliche Fehler wie Zahlendreher und vergessene Nullen, die mangels einer Kontrollstruktur unentdeckt blieben.Trotz der alarmierenden Erkenntnisse gibt es bisher keinen konkreten Plan, das Excel-basierte Finanzmanagement durch ein modernes System zu ersetzen. Das zuständige Ministerium erwägt zumindest die Schaffung einer eigenständigen Einheit zur Verwaltung digitaler und physischer Infrastruktur, doch ein Zeitplan für die Umsetzung fehlt.
Zusammenfassung
- Neuseelands Gesundheitssystem wurde in einer Excel-Tabelle verwaltet
- Health New Zealand konnte finanzielle Vorgaben nicht einhalten
- Deloitte-Bericht kritisiert mangelnde Steuerung und Reaktionsfähigkeit
- Excel-Tabelle erwies sich als ungeeignet für komplexe Finanzverwaltung
- Manuelle Änderungen und menschliche Fehler blieben oft unentdeckt
- Trotz Kritik gibt es noch keinen Plan für ein modernes Finanzsystem
- Ministerium erwägt eigenständige Einheit für Infrastrukturverwaltung
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