ARM legt sich mit seinen Kunden an, entwickelt jetzt ganze CPUs selbst

Der britische Chipdesigner ARM tritt laut Medienberichten in direkte Konkurrenz mit seinen Lizenznehmern. Das Unter­neh­men wirbt derzeit deren Mitarbeiter ab und arbeitet an der Entwick­lung voll­stän­diger CPUs für Kunden wie den Facebook-Mutterkonzern Meta.
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ARM legt sich mit Lizenznehmern an

We sowohl die Financial Times als auch die Nachrichtenagentur Reuters be­rich­ten, stellt ARM sein Geschäftsmodell in diesen Tagen um. Bisher war man darauf spezialisiert, vor allem die verschiedenen Varianten seiner ARM-Architektur an Chip-Entwickler zu lizenzieren, die dann ihre eigenen Produkte auf dieser Basis entwickeln. Künftig will ARM selbst ganze Prozessoren entwickeln und vermarkten.

ARM lizenziert bisher das geistige Eigentum, das die Grundlage der ARM-Ar­chi­tek­tu­ren bietet, welches Firmen wie Apple, Nvidia, Qualcomm und vielen anderen Lizenznehmern für die Entwicklung eigener CPUs dient. Jetzt will man jedoch mehr Gewinn und Umsatz erwirtschaften und selbst vollständige Prozessoren entwickeln.


ARM wirbt Mitarbeiter von Qualcomm & Co ab

Laut Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens wirbt ARM dazu CPU-Spe­zia­lis­ten aus der Belegschaft seiner eigenen Lizenznehmer ab. Unter anderem soll ARM dazu Mitarbeiter von Qualcomm an Bord holen, wobei der aus San Diego stammende US-Chiphersteller der wohl größte Lizenznehmer von ARM ist. Sie sollen unter anderem ARM-basierte CPUs für große Kunden wie den Face­book-Mut­ter­kon­zern Meta entwickeln, der diese in seinen Rechen­zentren einsetzen will.

Noch im Dezember hatte ARM-Chef Rene Haas in dem gegen Qualcomm geführten Lizenzstreit vor Gericht behauptet, dass ARM keine eigenen Chips baue. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Bemühungen zur Abwerbung von Mitarbeitern der eigenen Lizenznehmer für den Bau eigener Chips laut Reuters aber bereits seit Wochen.

Dass Qualcomm & Co nun Konkurrenz von ARM bekommen, dürfte in der Chipindustrie für große Unruhe sorgen. ARM versucht seit Jahren, seine Einnahmequellen zu diversifizieren und so mehr Geld zu erwirtschaften. Bisher verdienen vor allem die großen Lizenznehmer wie Apple mit den auf ARMs Architekturen basierenden Chips hohe Summen. Inwiefern ARM jetzt mit ihnen konkurrieren kann, ohne dabei die Kooperation mit den Lizenznehmern zu riskieren, muss sich zeigen.
Zusammenfassung
  • ARM plant die Entwicklung vollständiger CPUs statt nur Lizenzierung
  • Abwerbung von Mitarbeitern der eigenen Lizenznehmer für CPU-Entwicklung
  • Ziel: Höhere Gewinne durch Verkauf kompletter Prozessoren erzielen
  • Potenzielle Kunden wie Meta für ARM-basierte CPUs in Rechenzentren
  • Widerspruch zu früherer Aussage des ARM-Chefs vor Gericht
  • Mögliche Spannungen mit bisherigen Lizenznehmern wie Qualcomm erwartet
  • Herausforderung: Balance zwischen Konkurrenz und Kooperation mit Kunden

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