Snapdragon außer Gefahr: ARM gibt im Lizenzstreit mit Qualcomm auf
Qualcomm kann offenbar durchatmen. Der britische Chipdesigner ARM, Lizenzgeber für die auf seiner Architektur basierenden Prozessoren zahlloser Hersteller, hat den im letzten Jahr gestarteten Feldzug gegen einen seiner wichtigsten Kunden offenbar aufgegeben.
Gemeint ist damit der seit 2024 andauernde Streit zwischen den beiden Firmen, in dem ARM Qualcomm vorwarf, mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Prozessoren auf ARM-Basis, die durch das mit dem Kauf des Startup-Unternehmens Nuvia übernommene Team aus früheren Apple-Chipentwicklern geschaffen wurden, gegen die Lizenzbedingungen von ARM zu verstoßen.
ARM wollte mit seinem Vorgehen gegen Qualcomm deutlich höhere Lizenzgebühren erzwingen und ging deshalb auch vor Gericht gegen seinen wichtigsten Lizenznehmer vor. Der Rechtsstreit hätte für Qualcomm massive Folgen haben können, drohte ARM doch unter anderem damit, die Lizenzierung seiner Architektur-Designs an Qualcomm gänzlich zu kündigen.
Vor Gericht gewann jedoch Qualcomm die Oberhand, als entschieden wurde, dass ARM mit seinen Vorwürfen keinen Erfolg haben würde. ARM hatte zwar damit gedroht, seine Ansprüche im Rahmen eines Berufungsverfahrens weiter geltend zu machen, das Gericht hatte aber schon in seiner Entscheidung im Dezember 2024 deutlich gemacht, dass derartige Versuche wohl aussichtslos sein dürften.
Offenbar hat man bei ARM inzwischen eingesehen, dass die rechtlichen Schritte gegen den wichtigsten Lizenznehmer chancenlos sein werden. Für Qualcomm bedeutet der Rückzieher von ARM, dass man sich wieder darauf konzentrieren kann, mit den neuen proprietären ARM CPU-Designs der "Oryon"-Familie im Wettrüsten mit Apple die Oberhand zu erringen und obendrein den weiterhin stark x86-dominierten Markt rund um Chips von Intel und AMD anzugreifen.
Siehe auch:
- ARM zieht Klage gegen Qualcomm wegen Lizenzverletzungen zurück
- Qualcomm-Chef Amon bestätigt Ende des seit 2024 andauernden Streits
- ARM wollte höhere Lizenzgebühren für angepasste CPU-Architekturen
- Qualcomm nutzt ARM-basierte Chips in Snapdragon-X- und Elite-Plattformen
- Gericht entschied zugunsten Qualcomms, ARM-Berufung aussichtslos
- ARM erkennt Chancenlosigkeit der rechtlichen Schritte gegen Lizenznehmer
- Qualcomm kann sich nun auf Weiterentwicklung der Oryon-CPU-Designs fokussieren
Kein weiteres Vorgehen von ARM gegen Qualcomm?
Wie Qualcomm-Chef Christiano Amon gestern im Rahmen eines Gesprächs mit Vertretern der Finanzwelt erklärte, hat ARM seine Beschwerden wegen der Verletzung der Lizenzbedingungen für bestimmte Architekturen aus seiner Entwicklung durch Qualcomm zurückgezogen. ARM wolle seine Verträge mit Qualcomm nicht länger kündigen, so Amon.Gemeint ist damit der seit 2024 andauernde Streit zwischen den beiden Firmen, in dem ARM Qualcomm vorwarf, mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Prozessoren auf ARM-Basis, die durch das mit dem Kauf des Startup-Unternehmens Nuvia übernommene Team aus früheren Apple-Chipentwicklern geschaffen wurden, gegen die Lizenzbedingungen von ARM zu verstoßen.
Nuvia-Designs jetzt in allen wichtigen Qualcomm-CPUs
Die vom Nuvia-Team entwickelten CPUs nutzen eine stark angepasste ARM-Architektur und bilden mittlerweile nicht nur die Grundlage der seit Mitte 2024 in diversen Notebooks und inzwischen auch Mini-PCs verfügbaren Snapdragon X-Plattformen. Mit dem Snapdragon 8 Elite hat Qualcomm die deutlich stärkeren ARM-CPU-Designs auch in seine Smartphone-Chips übernommen, die diverse Flaggschiff-Geräte wie auch die Galaxy S25-Serie von Samsung antreiben.ARM wollte mit seinem Vorgehen gegen Qualcomm deutlich höhere Lizenzgebühren erzwingen und ging deshalb auch vor Gericht gegen seinen wichtigsten Lizenznehmer vor. Der Rechtsstreit hätte für Qualcomm massive Folgen haben können, drohte ARM doch unter anderem damit, die Lizenzierung seiner Architektur-Designs an Qualcomm gänzlich zu kündigen.
Vor Gericht gewann jedoch Qualcomm die Oberhand, als entschieden wurde, dass ARM mit seinen Vorwürfen keinen Erfolg haben würde. ARM hatte zwar damit gedroht, seine Ansprüche im Rahmen eines Berufungsverfahrens weiter geltend zu machen, das Gericht hatte aber schon in seiner Entscheidung im Dezember 2024 deutlich gemacht, dass derartige Versuche wohl aussichtslos sein dürften.
Offenbar hat man bei ARM inzwischen eingesehen, dass die rechtlichen Schritte gegen den wichtigsten Lizenznehmer chancenlos sein werden. Für Qualcomm bedeutet der Rückzieher von ARM, dass man sich wieder darauf konzentrieren kann, mit den neuen proprietären ARM CPU-Designs der "Oryon"-Familie im Wettrüsten mit Apple die Oberhand zu erringen und obendrein den weiterhin stark x86-dominierten Markt rund um Chips von Intel und AMD anzugreifen.
Siehe auch:
- Snapdragon X: Qualcomm bringt ARM-CPU für Sub-700-Euro-Laptops
- Qualcomm: ARM-PCs mit Windows 11 mit Riesen-Sprung dank 'Oryon v3'
- ARM auf dem Kriegsfuß: Qualcomm soll sich auf Niederlage einstellen
- Snapdragon in Gefahr: ARM entzieht Qualcomm die Chip-Lizenz
- x86 vs. ARM: Qualcomm haut Intel seine Benchmarks um die Ohren
Thema:
Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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